Bundestagswahl 2021
Jens-Uwe Peter: Aktuelles Hobby? Politik!
Für das Foto hat Jens-Uwe Peter den Selfy-Spot mit Vesteblick auf dem Coburger Bahnhof ausgesucht.
Für das Foto hat Jens-Uwe Peter den Selfy-Spot mit Vesteblick auf dem Coburger Bahnhof ausgesucht.
Foto: Ulrike Nauer
Coburg – Jens-Uwe Peter kandidiert im Wahlkreis Coburg/Kronach für die FDP. Mit seinen Hauptthemen Mobilität und Verkehr will er bei den Coburgern punkten.

Jens-Uwe Peter, der für die FDP auf Listenplatz 55 um den Einzug in den Bundestag kämpft, hat sich als Treffpunkt für das Gespräch mit unserer Zeitung den Coburger Bahnhof ausgesucht. Nicht nur deshalb, weil die Eingangshalle seit dem Abschluss der Sanierung ein echter Hingucker geworden ist, sondern auch deshalb, weil seine Schwerpunktthemen Verkehr und Mobilität sind.

Die Bahn, der ÖPNV, die Verkehrswende und der Klimaschutz sind Themen, mit denen sich Jens-Uwe Peter - hauptsächlich in der FDP Coburg-Stadt - beschäftigt. "Die Verkehrswende, zum Beispiel, betrifft die meisten Bürger direkt", sagt der 37-Jährige. "Es ist mein Anliegen, dass jeder selbst etwas dazu beitragen kann, dass die Politik andererseits den Leuten aber auch ermöglichen muss, die Verkehrswende selber zu gestalten."

Es geht nicht ohne Auto

Das heißt für Peter, die Bahn und den ÖPNV vor allem im ländlichen Raum so zu stärken, dass möglichst viele Menschen mobil sein können. Sicherlich werde es weiterhin Orte geben, wo man keinen Stundentakt anbieten könne, weil vielleicht zu wenig Leute dort wohnen, sagt Peter. Doch man müsse der Bevölkerung zumindest die Möglichkeit geben, zum nächst größeren Ort zu gelangen, wo sie auf Bus oder Bahn umsteigen könnten - dazu brauche es auch künftig das Auto.

Er selbst fahre viel mit dem Pkw, erzählt Jens-Uwe Peter. "Ich bin 30.000 Kilometer im Jahr unterwegs und versuche, vermehrt mit der Bahn zu fahren. Aber manchmal gibt es zum Auto einfach keine Alternative." Als Software-Ingenieur besuche er viele Firmen, häufig auch kleinere Betriebe auf dem Land, die eben nicht mit Bus oder Bahn erreichbar seien, sagt der 37-Jährige. "Ein anderes Beispiel: Ich habe einen Termin bei einer Firma, der dauert ein, zwei Stunden. Da wird es schwierig, wenn der Bus dort nur alle vier oder fünf Stunden fährt", beschreibt Peter. "Ich kann ja dann nicht zu meinem Kunden sagen, dass ich in fünf Minuten los muss, weil mein Bus geht - oder andernfalls mehrere Stunden auf den nächsten warten. Deshalb müssen wir dringend die Flexibilität erhöhen."

Lesen Sie auch: 

Veränderungen als Chance

In die FDP trat Jens-Uwe Peter 2009, gegen Ende seines Physik-Studiums an der Uni Würzburg, ein. "Aus der Überzeugung heraus, dass ich selber bestimmen möchte, wo ich mich hin entwickle", erklärt er seine Motivation.

Seit dieser Zeit beschäftige er sich auch intensiver mit Politik. Sein Coburger Elternhaus sei nicht politisch im Sinne von Parteipolitik gewesen, sagt Jens-Uwe Peter. "Aber diskutiert wurde schon über politische Themen - und wir waren nicht immer einer Meinung."

Ihm sei wichtig gewesen, in der FDP nicht nur ein Parteimitglied mit Parteibuch zu sein, er wollte sich auch engagieren. Es sei nach einem Eintritt auch relativ schnell gegangen, dass er mitarbeiten konnte. Schon gut zwei Jahre nach seinem Eintritt, im Juli 2012, wurde Jens-Uwe Peter zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der FDP Coburg-Stadt gewählt.

Kandidatur als OB

Die Coburger kennen sein Gesicht spätestens seit den Kommunalwahlen 2014, wo er für den Posten des Oberbürgermeisters kandidiert hatte. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr belegte er Platz 7 der Stadtratsliste. Der Wahlkampf jetzt sei damit allerdings nicht zu vergleichen, betont der 37-Jährige. Damals sei es um Kommunalpolitik gegangen, jetzt um Bundespolitik.

Aber Veränderungen nutzt Jens-Uwe Peter auch als Chance. So sei zum Beispiel das Ende seines Studiums eine Art Bruch in seinem Leben gewesen, wie er sagt. Kindheit, Schulzeit am Gymnasium Albertinum, Studium in Würzburg - da sei alles in "vorgegebenen Bahnen" gelaufen. "Doch dann steht man plötzlich vor der Entscheidung, was man nach dem Studium machen möchte." Physik sei kein Studienfach, wo es den einen passenden Beruf gebe, sondern eine sehr große Vielfalt. Dass er selbstständig arbeiten wollte, sei seine Überzeugung gewesen, sagt Peter. "Und dabei ist es auch geblieben." Seit elf Jahren arbeitet er als Software-Ingenieur, berät Unternehmen, wie sie ihre Ideen in Software umwandeln können.

Dass man dabei ständig dazu lerne, sich fortbilden müsse, immer eine Weiterentwicklung erlebe, das sei das Interessante an seinem Job.

"Sieht, wo es hingehen könnte"

Jens-Uwe Peter ist beruflich auch im Bereich Industrie unterwegs. "Ich habe zum Beispiel viele Kunden aus dem Automobilbereich, der auch gerade in einem starken Umbruch ist", erzählt er. "Wenn man da im Bereich Forschung und Entwicklung mit drin ist, sieht man auch, wo es vielleicht mal hingehen könnte."

60-Stunden-Arbeitswochen sind für den Coburger FDP-Kandidaten keine Seltenheit, manchmal sind es auch 80 Stunden. Bei der Frage nach seinen Hobbies muss Jens-Uwe Peter deshalb schmunzeln. "Gerade mal keines!", sagt er. "Ich bin Freiberufler, was ich arbeite, arbeite ich allein." Seine Arbeitszeit habe er schon etwas reduziert, "aber das geht jetzt für den Wahlkampf drauf. Deswegen ist mein Hobby aktuell tatsächlich die Politik."

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: