Katastrophenschutz
35 Tonnen Sand für die Sicherheit der Bürger
Mit Gitterboxen wurden die gefüllten Sandsäcke zum Ausgabepunkt transportiert.
Mit Gitterboxen wurden die gefüllten Sandsäcke zum Ausgabepunkt transportiert.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Effeltrich
Effeltrich – Die Menschen im Raum Effeltrich, Gaiganz und Poxdorf decken sich mit über 2500 Sandsäcken ein. Die Feuerwehren hatten anders kalkuliert.

Nach dem Sturm, der mit Starkregen am 22. Juni über die Ortschaften Poxdorf, Effeltrich und Gaiganz hinwegzog, fragten einige Bürger den Kommandanten der Feuerwehr Effeltrich, Thomas Heumann, nach einem Erwerb von Sandsäcken. Aus den Anfragen wuchs schnell die Idee, den Bürgern Sandsäcke bereitzustellen, damit sie diese im Bedarfsfall rasch in Stellung bringen können.

Bei Starkregenereignissen besteht meist nur eine kurze Vorwarnzeit von maximal 30 Minuten. Dieser Zeitraum ist meist viel zu knapp, als dass die Feuerwehr die Säcke an allen relevanten Punkten in Stellung bringen könnte. Im Kleinen geplant, schlug die Sandsackaktion der Feuerwehren Effeltrich, Gaiganz und Poxdorf kurz vor den Sommerferien groß ein und wurde somit zur logistischen Herausforderung.

154 Haushalte bestellten

Zunächst wurde mit einer Menge von 500 bis 1000 Säcken kalkuliert. Schnell stellte sich heraus, dass dies wohl nicht ausreichen wird. Die Verwaltung der VG Effeltrich übernahm die Bedarfsermittlung. 154 Haushalte bestellten zwischen drei und 100 Säcke für die Langzeitlagerung, da sie aus UV-stabilem Kunststoff bestehen.

35 Tonnen Sand wurden von den Helfern abgefüllt.
35 Tonnen Sand wurden von den Helfern abgefüllt.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Effeltrich

Letztendlich füllten die freiwilligen Helfer der Feuerwehren aus Effeltrich, Gaiganz und Poxdorf dann 2535 Säcke mit circa 35 Tonnen gewaschenem Sand an drei Füllterminen am Lagerplatz der Firma Pfister-Erdbau. Der Firmenchef Klaus Pfister spendete den benötigten Sand, half mit seiner Familie beim Abfüllen und verpflegte die Feuerwehrleute spontan mit Kaltgetränken und Gegrilltem.

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An vier Abenden wurden die bestellten Säcke dann zum Unkostenbeitrag ausgegeben. Sie wurden hierfür mit einem Radlader der Baumschule Schmitt und in Gitterboxen, die Otto Nögel zur Verfügung stellte, zum Ausgabepunkt transportiert. Ein ausgehändigtes Info-Blatt klärt die Empfänger über die Verwendung der Säcke und das richtige Verhalten bei Unwetter und Starkregen auf.

212 Arbeitsstunden

Bei der Aktion wurden von allen Helfern insgesamt 212 Arbeitsstunden geleistet, die von vielen mit teils großzügigen Spenden als Wertschätzung belohnt wurden. Für die Feuerwehrleute war das gemeinsame Schaufeln, Transportieren und Ausgeben der Säcke nach der langen Pause von gemeinsamen Veranstaltungen eine willkommene Abwechslung.

Kommandant bilanziert

Der Feuerwehr-Kommandant Thomas Heumann bilanziert: „Die Aktion förderte die Zusammenarbeit und die Kameradschaft innerhalb der eigenen Wehren, aber auch aller drei Wehren untereinander. Dies ist die Grundlage für eine erfolgreiche Abarbeitung gemeinsamer Einsätze.“

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Am Ende hoffen alle Beteiligten, dass die Säcke nicht zum Einsatz kommen müssen. „Falls doch“, so Heumann, „sind die Bürger gut gerüstet, und auch der Feuerwehr ist geholfen, da jeder Keller, der nicht vollläuft, einen Einsatz weniger bedeutet.“