Gemeinde
Das Pfarrhaus soll erweitert werden
Jetzt wird nur noch ein Architekt für das katholische Pfarrhaus gesucht, der es zum Rathaus mit Touristinfo, Pfarrbüro und Saalanbau Richtung Klostergarten umbaut.
Jetzt wird nur noch ein Architekt für das katholische Pfarrhaus gesucht, der es zum Rathaus mit Touristinfo, Pfarrbüro und Saalanbau Richtung Klostergarten umbaut.
Foto: Thomas Weichert
Gößweinstein – Das katholische Pfarrhaus soll zum Rathaus hin erweitert werden. Dafür ist ein Architekt nötig.

Erneut ging es im Marktgemeinderat um den Umbau und die Sanierung des Pfarrhauses zum Rathaus, diesmal lediglich um die Zustimmung der nun vorliegenden Unterlagen zur Durchführung eines so genannten Verhandlungsverfahrens durch den Verfahrensbetreuer Professor Andreas Emminger von Büro „johannisraum Architekten“ aus Nürnberg. Das Verfahren hat nun nur noch die Suche nach einem geeigneten Architekten zum Ziel. Dieses „Verhandlungsverfahren“ kostet 108 000 Euro, wird aber zu 90 Prozent vom Freistaat bezuschusst. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) hielt einen längeren Vortrag und zitierte das Wichtigste aus den Verfahrensunterlagen, was durch sein Mikrofon gesprochen in den hinteren Reihen etwas schwer verständlich war. „Akustisch war das sehr schwer verständlich und ich glaube nicht, das einer im Raum begriffen hat, was du erläutert hast“, monierte Georg Lang (CSU) als Zimmermann fertig war. „Und eigentlich hätte uns das hier Professor Emminger erläutern sollen“, kritisierte Lang. „Welche Frage darf ich an Emminger weitergeben“, wollte Zimmermann nun von Lang wissen.

Willensbildung angemahnt

„Es ist inzwischen eine Unsitte im Gemeinderat, das alles über dich läuft“, gab ihm Lang zurück, „trotz höchster Wertschätzung deiner Kompetenzen“, setzte Lang ironisch nach. Denn er möchte im Gemeinderat mit den entsprechenden Personen selbst sprechen. „Das habe ich nicht für erforderlich gehalten, wir werden es aber zukünftig so machen“, antwortete Zimmermann und fragte noch einmal: „Was ist denn deine Frage an den Herrn Professor ?“ „Vieles ergibt sich aus einem persönlichen Gespräch“, konterte Lang. „Ich bin dankbar, dass Georg das angesprochen hat“, nun Langs Sitznachbar Bernhard Vogel (SPD). „Weil die Willensbildung in unserem Gremium an Qualität eingebüßt hat“, so Vogels Begründung, der gerne eine zweite Meinung dazu gehört hätte. „Ich hätte mir gewünscht, dass Emminger das heute in seinen Worten erklärt hätte“, schob Vogel nach und fragte, ob man lediglich über ein Planverfahren spreche. „Mit diesem Verfahren suchen wir uns nur einen Architekten aus“, klärte Geschäftsstellenleiter Peter Thiem schließlich auf. Vom Haus selbst wisse man nach diesem Verfahren dann noch überhaupt nicht, sondern nur, das wir dann einen Architekten rausgesucht haben“, so Thiem. Wenn man dann eine Kostenberechnung haben will, müsse man in die Leistungsphase 3 gehen, schob Thiem nach und räumte ein: „Das ist sehr viel Verfahren um einen Architekten zu finden“. Vogel verwies nun auf 970 000 Euro angenommene Honorarkosten für einen Architekten. „Für mich persönlich geht das jetzt über das Ziel hinaus, und alles ist mit der Architektenkammer abgestimmt und mit der Regierung verhandelt“, gab Thiem zurück. „Das ist aber ein ziemlich komplexes Verfahren“, wunderte sich Vogel nun. „Wir sollten möglichst schnell einstimmig dem Verfahren zustimmen, damit es weitergeht“, warf nun Konrad Schrüfer (FW) ein. Maximilian Sebald (JuF) war skeptisch. „Nach Stufe 1 und 2 können wir dann noch jeweils stopp sagen, das ist gängige Praxis“, nun wieder Zimmermann. „Was ist mit dem Raumkonzept“, wollte nun Dietmar Winkler (CSU) wissen und lang betonte noch einmal, das es ihm wohler gewesen wäre, die Antworten vom Professor bekommen zu haben.

Zimmermann ließ nun über die Beschlussempfehlung der Verwaltung zur Durchführung des Verhandlungsverfahrens in Abstimmung mit dem Markt Gößweinstein abstimmen. Hans Heckel, Georg Lang und Dietmar Winkler (alle CSU) waren dagegen. Neun Verfahrensschritte sind nun notwendig und bis spätestens 31. Januar 2022 soll einem der bewerbenden Architekten der Zuschlag vom Marktgemeinderat erteilt werden. Erst dann geht es in die Planungsphase.