Forstwirtschaft
Klimawandel: der Kampf im Wald bei Forchheim
Vom Borkenkäfer befallene Fichten werden markiert.
Vom Borkenkäfer befallene Fichten werden markiert.
Foto: Bayerische Staatsforsten
Forchheim – Im Staatswald Forchheim mussten tausende alte Fichten gefällt werden. Borkenkäfer, Stürme und Hitze fordern Tribut. Doch die Natur schlägt zurück.

Im Staatswalddistrikt Auerberg zwischen Weilersbach und Forchheim ist es in den letzten Jahren licht geworden. Die ehemals dunklen Fichtenwälder sind weitgehend verschwunden. Gerade während der vergangenen drei heißen und trockenen Jahre 2018, 2019 und 2020 mussten dort tausende alte Fichten gefällt werden, die von Borkenkäfern, vor allem dem Buchdrucker, befallen wurden und abgestorben sind.

Im Rahmen der Klima-Aktionswoche des Landkreises Forchheim luden die Bayerischen Staatsforsten in den Auerberg zu einer Waldbegehung, wo sich laut Staatsforsten die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald bereits jetzt sehr deutlich zeigen würden.

Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme

Um das Risiko durch verschiedenste Kalamitäten wie Trockenheit, Borkenkäfer oder Stürme zu verringern, versuchen die Bayerischen Staatsforsten den Wald der Zukunft mit klimastabilen Baumarten aufzubauen.

„Wir wollen mindestens vier verschiedene standortgerechte, hitze- und trockentolerante Baumarten in allen Beständen des Staatswaldes“, erklärte der Leiter des Forstbetriebes Forchheim, Stephan Keilholz.

Hier wächst schon junger Mischwald mit Esskastanien.
Hier wächst schon junger Mischwald mit Esskastanien.
Foto: Bayerische Staatsforsten

Dabei sollen die heimischen Eichenarten einen maßgeblichen Anteil haben. Mit ihrer starken Pfahlwurzel haben Stiel- und Traubeneiche einen entscheidenden Vorteil, sind sie doch in der Lage, sich tiefere Bodenregionen zu erschließen und so auch längeren Trockenperioden zu trotzen.

Angereichert mit weiteren klimastabilen Baumarten wie Douglasien, Kirschen und Esskastanien entstehen so Mischbestände, die eine hohe Resilienz gegen abiotische und biotische Schadeinflüsse haben.

Die Eiche breitet sich aus

Die Eiche hat sich im Auerberg bereits auf großer Fläche natürlich verjüngt. Dies sei insbesondere Revierleiter Peter Grumann zu verdanken, dem es mit großem Engagement gelungen sei, eine ausgewogene Balance zu schaffen zwischen dem Rehwildbestand und der Waldverjüngung.

Durch die Reduktion des Rehwild-Verbisses konnten die jungen Eichen, Tannen und Esskastanien inzwischen bis auf sechs Meter hochwachsen.

Die Naturverjüngung mit Eichen scheint zu gelingen.
Die Naturverjüngung mit Eichen scheint zu gelingen.
Foto: Bayerische Staatsforsten

Aus dem reichen Angebot der verschiedensten Baumarten – eine Exkursionsteilnehmerin hat am Auerberg sogar schon über 30 verschiedene Arten gezählt – gelte es jetzt, einen gemischten Klimawald zu gestalten.

Um diese vielfältige Mischung zu erhalten, sei es in den kommenden Jahren Aufgabe des Forstbetriebs, die klimatoleranten Arten im Rahmen der Pflege durch Entnahme der bedrängenden Stämme zu fördern.

Darin, dass ein Mischwald notwendig sei, um den künftigen Klimaextremen widerstehen zu können, waren sich alle Exkursionsteilnehmer einig.

Waldbesitzer erstaunt

Die üppige gemischte Eichenverjüngung über den gesamten Auerberg rief vor allem bei den Teilnehmern, die selbst Wald besitzen, großes Erstaunen hervor. Mit einer derart reichhaltig gemischten Verjüngung könne der Waldumbau hin zu einem widerstandsfähigeren Klimawald gelingen.

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