Freizeit
Was Kinder beim Ferienprogramm Pretzfeld erleben
Beim Theaterworkshop studierten die Kinder das Märchen „Der Arme und der Reiche“ ein.
Beim Theaterworkshop studierten die Kinder das Märchen „Der Arme und der Reiche“ ein.
Foto: Tanja Dvorak
Pretzfeld – Das Ferienprogramm in Pretzfeld bietet Abwechslung und Spannung. Höhepunkt war der Besuch bei der Polizei.

Endlich Ferien! Wer in Zeiten von Corona nicht unbedingt verreisen will, kann daheim Spaß haben und die Ferienprogramme der Gemeinden nutzen. In Pretzfeld beispielsweise haben die Jugendbeauftragte Tanja Dvorak und die Leiterin des Kinderhorts, Katharina Hahn, ein abwechslungsreiches und interessantes Programm auf die Beine gestellt, das seit Anfang August am Laufen ist.

„Wir haben mit Waldtagen begonnen. Allerdings haben wir fünf geplante Tage zu einem zusammengefasst“, sagt Tanja Dvorak und vermutet, dass Kinder mit ihren Eltern ohnehin viel in den Wald gehen, so dass die Nachfrage nicht so groß war.

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Ein richtiger Knüller war allerdings der Besuch bei der Polizei in Ebermannstadt. „Da haben wir sogar mehr Kinder angenommen.“ Die Jugendbeauftragte erzählt, dass die Kinder mit Betreuerin Antje Büttner riesig Spaß hatten, denn diese durfte einen kompletten Schutzanzug mit Waffe und Schutzweste anziehen und testen, wie schwer die Ausrüstung ist. „Da waren alle überrascht und die Kinder freuten sich dann, als ihre Betreuerin als Verbrecherin angesehen wurde“, erzählt Dvorak, die die erste von zwei Gruppen begleitete. Antje Büttner wurden Fingerabdrücke abgenommen und sie kam sogar in eine Zelle.

Ausgebucht war auch die Veranstaltung „Wir entdecken den Kellerwald“. Franz Stein zeigte den Kindern erst im Ort ein altes Haus und den Sockel der Kirche, denn hier war Sandstein aus dem Kellerwald verbaut worden.

„Das war sogar für mich neu. Wir haben erfahren, dass der Sandstein genutzt wurde, weil er halt gleich in der Nähe war. Er durfte aber nicht in der Erde verbaut werden, da er feucht wird und sonst das Fundament des Gebäudes in Schieflage geraten wäre“, erzählt die Jugendbeauftragte.

Danach ging es hoch zum Kellerwald. „Wir waren dann in verschiedenen Kellern drin. Auch in dem großen hinter der Bühne, der zur früheren Wirtschaft gehörte.“ Dvorak berichtet, dass die Keller der Wirtschaften bereits 200 Jahre alt sind.

Erst 100 Jahre später durften auch Privatleute Keller anlegen, um Bier zu lagern. Für sie war auch neu, dass das Braurecht nicht an Familien hing, sondern an Häusern. „Selbst jetzt werden in den Kellern noch zum Beispiel Kartoffeln gelagert.“

Die Jugendbeauftragte fand den Besuch mit den Kindern spannend: „Denn es ist interessant, wie Kinder die Welt sehen und was sie alles entdecken. Zum Beispiel waren Schnecken und Spinnen im Keller für sie total interessant.“

Es geht weiter

Auch das Korbflechten im Vereinshaus war ein voller Erfolg. „Die Kinder zeigten mir abends ganz stolz ihre kleinen Körbchen“, erzählt Tanja Dvoak. Diese wollen die Kleinen daheim für Stifte oder Haargummis nutzen.

Das Theater am Michelsberg lud die Kleinen zu einem Theaterworkshop ein. Die Kinder studierten das Grimm’sche Märchen „Der Arme und der Reiche“ ein. Es spielte in der heutigen Zeit und wurde im Anschluss an den Workshop als Theatervorführung den Eltern gezeigt. Und die waren sehr stolz auf die jungen Schauspieler, die ihre Texte beherrschten und eine richtig gute Vorstellung gaben.

„Als nächstes gibt es noch einen Erste-Hilfe-Kurs, Tischtennis, den Besuch am Lehrbienenstand und Bogenschießen. Vereinzelt sind noch Plätze frei“, erklärt die Jugendbeauftragte. Sie ist mit Angebot und Resonanz zufrieden: „Und wer hier nicht mitmacht, ist selber schuld.“