Kommentar
Hebammenambulanz: Ein Tropfen auf den heißen Stein
Hebammen gibt es immer noch nicht genügend – auch nicht im Landkreis Forchheim.  
Hebammen gibt es immer noch nicht genügend – auch nicht im Landkreis Forchheim.  
Foto: Barbara Herbstl
Forchheim – Ist die Hebammenambulanz die Lösung? FT-Redakteurin Jennifer Opel findet, das Problem ist damit nur kurzfristig gelöst.

Die Möglichkeit, dass Frauen aus dem Landkreis, die keine Nachsorge zu Hause bekommen können, nun in Forchheim in die Hebammenambulanz gehen können, ist gut. Sie ist sogar sehr wichtig.

Trotzdem ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die Nachsorge zu Hause ist für die Wöchnerin nicht nur persönlicher, sondern auch mit bedeutend weniger Stress verbunden.

Wer schon einmal ein Kind bekommen hat, der weiß, wie es am Anfang zugeht. Mit dem Neugeborenen kurz nach der Krankenhaus-Entlassung dann ins Auto steigen, um zur Nachsorge zu fahren, ist dabei häufig mit Stress verbunden. Und das womöglich nach einem Kaiserschnitt oder mit schlimmeren Geburtsverletzungen!

Natürlich ist es besser überhaupt eine Ansprechpartnerin zu haben, als komplett auf sich gestellt zu sein. Aber eine Betreuung in den eigenen vier Wänden ist damit nur bedingt zu ersetzen.

Doch das Kernproblem ist nämlich, dass es einfach zu wenige Hebammen gibt. Und dieses Problem wird mit der Hebammenambulanz auf Dauer nicht gelöst.

Es sollte viel mehr in den Fokus gerückt werden.

Hebammen sind nach wie vor leider unterbezahlt, erfahren zu wenig Wertschätzung und tragen dabei eine enorme Verantwortung, nicht nur für Mutter und Kind, sondern auch für die Gesellschaft!

Deshalb sollte die Politik sich für bessere Bezahlung, mehr Anerkennung und weniger (zeitliche) Belastung der Hebammen einsetzen. Nur so kann genug Hebammen-Nachwuchs gewonnen werden. Und davon brauchen wir viel!

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