Kommentar
Sie haben so viel verpasst
Es kommentiert Jennifer Opel
Es kommentiert Jennifer Opel
Foto: Barbara Herbst
Ebermannstadt – Es ist schlimm, dass nun Ebermannstadter Abiturienten Corona haben, aber feiern sollte den Jungen erlaubt sein, findet Redakteurin Jennifer Opel.

Endlich ist die Schule geschafft, die Türen der Welt stehen offen. Oder zumindest sollten sie.

Doch bevor die jungen Erwachsenen in die Welt ziehen, hatten die Abiturienten und Abiturientinnen allen Grund zu feiern.

Dass sie das taten, kann ihnen keiner vergönnen. Die Entbehrungen der vergangenen Monate, Abi-Vorbereitungen unter besonderen Bedingungen, Homeschooling, Tests und Masken-Pflicht haben sicherlich auch an diesem Jahrgang geknabbert. Und sind wir mal ehrlich: Es sind nicht nur die Jugendlichen, die sich in den letzten Wochen der Lockerungen und Niedrig-Inzidenzen getroffen und gefeiert haben.

Feiern in der Pandemie

Es fanden 60. Geburtstage statt, Public-Viewing in der Garage waren keine Seltenheit und nicht alle, die man an den Flughäfen angetroffen hat, waren 20. Es waren Familien, Mittelalte, Senioren. Alle wollten etwas von der zurückgewonnenen Freiheit haben.

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Besonders die, denen die Jugendjahre durch Corona genommen oder verkürzt wurden, haben es doch verdient zu feiern. Natürlich steht das Feiern nicht vor der Gesundheit, aber Parties, Abifahrten, Clubbesuche sind doch viel mehr als nur sinnloses Besaufen. Es werden Erfahrungen, Erlebnisse, Geschichten fürs Leben gesammelt.

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Die Situation war und ist für uns alle bescheiden. Doch ob ich ein Jahr mit 33 oder 65 verliere, oder das eine Jahr mit 18, das ist ein Unterschied. Bitte, schimpfen Sie nicht auf die Schüler und Schülerinnen, die sich nun im Urlaub angesteckt haben. Sie sind nicht die einzigen, die dazu beitragen, dass die Zahlen wieder steigen. Denken Sie auch mal daran, was diese jungen Menschen alles verpasst haben.