Public Viewing
Tatort-Schauspieler schaute im Jungen Theater mit
Wolfram Weltzer sprach mit Nikolai Will (rechts).
Wolfram Weltzer sprach mit Nikolai Will (rechts).
Foto: Carmen Schwind
Forchheim – Zum ersten Mal gab es im Jungen Theater Forchheim ein Tatort-Public Viewing. Mit dabei war Nikolai Will, der eine Rolle im Franken-„Tatort“ spielt.

In vielen Familien ist klar, wie ein Sonntagabend abläuft: „Tatort“ in der ARD schauen. „Bei uns ist das auch so. Da kommt unser Nachbar, wir machen ein Quiz und schauen gemeinsam den ,Tatort’“, erzählt die Forchheimerin Melanie Rövekamp und ihr Lebensgefährte Jan Rüther ergänzt: „Das ist für uns ein schöner Wochenabschluss.“

Beim Schauen legt Melanie Rövekamp auch immer Wäsche zusammen. „Ich finde es super, dass es heute im Jungen Theater Forchheim die Möglichkeit gibt, gemeinsam den Franken-,Tatort’ zu gucken. Wir haben das schon mal in Erlangen gemacht. Deshalb habe ich auch meine Wäsche mitgebracht“, sagt sie und zieht einen Korb voller Wäsche unter dem Tisch hervor und legt sie zusammen.

Rolle im Franken-Tatort

Dabei hilft Schauspieler Nikolai Will, der eine Rolle (Tankwart) im Franken-„Tatort“ mit dem Titel „Warum“ ergattert hat. „Damit hätte ich heute nicht gerechnet“, meint er und lacht. Der Schauspieler war von Martin Borowski, dem künstlerischen Leiter des Theaters, eingeladen worden.

Der ist „Tatort“-Fan und übernahm 2021 diese Aufgabe in Forchheim. „Darüber sind wir auch sehr froh“, meint Wolfram Weltzer, der Vorsitzende des Vereins des Jungen Theaters Forchheim.

Borowski ist geboren in Hamburg und arbeitete an vielen Theatern. Aus familiären Gründen war er nach Franken gezogen. „Ich war überrascht, dass es hier dieses gemeinsame ,Tatort’-Schauen gar nicht gibt“, sagt Borowski und nahm das in das Programm des Theaters auf. Neben dem „Tatort“-Schauen gab es noch ein Quiz und ein Interview, das Weltzer mit Will vor der Ausstrahlung des Krimis am Sonntagabend führte.

Aus Kulmbach

Der Schauspieler Nikolai Will ist in Kulmbach geboren, aber in Kinderheimen aufgewachsen, denn seine Eltern verstarben früh. In den Ferien durfte er seine Tante Dora, die Schwester seines verstorbenen Vaters, in den Ferien in Würzburg besuchen.

„1989 hat sie mich dann einen Tag vor Heiligabend gefragt, ob ich bei ihr bleiben will. Das war der schönste Tag meines Lebens“, erzählt der Schauspieler. Bereits im Kindergarten und in der Schule fand er es schön, in Rollen zu schlüpfen. Seine ersten Rollen waren ein Baum und ein Schaf. „Dann durfte ich einen Riesen spielen, obwohl ich kleiner war als die anderen.

Auszeichnung für Rolle

Da es in Würzburg viele freie Theater gibt, boten sich auch viele Möglichkeiten für ihn, sein Talent zu zeigen. 1999 spielte er in einem Kurzfilm einen Behinderten so gut, dass er sogar eine Auszeichnung bekam. „Meine beiden Ziele waren, dass ich bis zu meinem 40. Geburtstag eine feste Serienrolle ergattere und in einem ,Tatort’ mitspiele“, verrät er.

In drei Wochen wird Will 41 Jahre alt und hat seine Ziele erreicht: Er spielte in der letzten Staffel der „Rentnercops“ eine Dauerrolle und im Franken-Tatort „Warum“ eine Nebenrolle. „Wobei ich da erst abgelehnt wurde, aber dann doch die Rolle bekam“, so Will.

„Ganz große Darsteller“

Die Hauptrollen im „Tatort“ spielten Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs. „Das sind ganz große Darsteller, aber total geerdete Kollegen, wie man es sich nur erträumen kann“, lobt Nikolai Will und schwärmt von deren Herzlichkeit.

„Man merkt, die lieben Menschen und wollen keinen Kollegen an die Wand spielen, sondern der Film soll gemeinsam richtig gut werden“, erklärt der Schauspieler und erzählt, dass er von Soap-Darstellern schon mal ignoriert wurde, dass aber große Schauspieler nett zu allen Mitgliedern des Teams seien.

„Armin Rohde zum Beispiel ist super nett und ganz anders als in seinen Rollen. Er hat mir mal erzählt, dass er diese Charaktere spielt, weil es ihm Spaß macht, in der Rolle so zu sein“, verrät Nikolai Will.

 

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