Kultur
Viva Voce lässt St. Anna funkeln
Das fränkische A-cappella-Ensemble „Viva Voce“ beeindruckte beim Konzert zum Abschluss der Feierlichkeiten von 50 Jahre St.-Anna-Kirche Forchheim.
Das fränkische A-cappella-Ensemble „Viva Voce“ beeindruckte beim Konzert zum Abschluss der Feierlichkeiten von 50 Jahre St.-Anna-Kirche Forchheim.
Mathias Erlwein
David Lugert ist Frontmann und Gründer von „Viva Voce“.
David Lugert ist Frontmann und Gründer von „Viva Voce“.
Mathias Erlwein
F-Signet von Mathias Erlwein Fränkischer Tag
Forchheim – Das A-cappella-Ensemble „Viva Voce“ ist durch „Fastnacht in Franken“ bekannt. Der Gründer stammt aus Forchheim. Das Konzert zum Jubiläum der Kirche St. Anna stand auf der Kippe.

Das fränkische A-cappella-Ensemble „Viva Voce“ sorgte für ein fulminantes Finale des Veranstaltungsreigens zum 50. Jubiläumsjahr der Forchheimer St.-Anna-Kirche. Seine Auftritte in der Fernsehsendung „Fastnacht in Franken“ haben den Bekanntheitsgrad des Quartetts mit David Lugert, Andreas Kuch, Bastian Hupfer und Heiko Benjes in neue Sphären katapultiert. Kein Wunder also, dass das Programm „Glücksbringer – Die Weihnachtsshow" am vierten Adventssonntag in der über 500 Besucher fassenden Annakirche ausverkauft war.

Ein Grund dafür dürfte auch das „Heimspiel“ von David Lugert gewesen sein. Der charismatische Frontmann-Tenor und Gründer von „Viva Voce“ hat seine Kindergarten- und Grundschulzeit in Kersbach verbracht. Mit dem Übertritt ins Gymnasium nach Windsbach (Landkreis Ansbach ) ist er ins Chor-Internat gewechselt, um beim international renommierten Windsbacher Knabenchor seine Gesangsausbildung machen zu können.

Zum zweiten Mal in Forchheim

Viele Auslandsauftritte haben den heute 42-jährigen Sänger, Moderator und Sprecher immer weiter in die Bühnenwelt eintauchen lassen. „Das war eine tolle Zeit und hat mein Leben sehr positiv geprägt“, verrät der verheiratete dreifache Familienvater, der während seines Zivildienstes in Erlangen (2000/01) sowie seines Operngesangsstudiums in Nürnberg (2001 bis 2003) noch mal fast vier Jahre in Kersbach wohnte. Es zog ihn dann 2004 nach Weidenbach in Mittelfranken, um mit „Viva Voce“ durchzustarten.

Nach dem großen Open-Air-Konzert im Juni im Stadtpark trat „Viva Voce“ nun mit der „Weihnachtsshow“ heuer zum zweiten Mal in Forchheim auf. Für David Lugert ist dies immer ein ganz besonderes Gefühl: „Schließlich ist hier meine Heimat, mein Geburtsort.“

„Im Forchheimer Liederverein, im damaligen ,Fröschlas-Chor’ unter der Leitung von Peter Blos machte ich als Siebenjähriger meine ersten sängerischen Schritte", erzählt Lugert vom Beginn seiner Sängerkarriere.

Ganz ohne Instrumente

Zu welchen Höchstleistungen der ausgebildete, studierte Berufssänger heute imstande ist, zeigte er eindrucksvoll als Teamplayer in einem eingespielten Quartett. Gerade beim A-cappella-Gesang – also ohne jegliche instrumentale Unterstützung – muss beim Auftritt jeder Ton sitzen. Und die vier „Voces“ lieferten ein funkelndes Weihnachtsprogramm ab, das Publikum zeigte sich begeistert.

„Viva Voce“ sang mutig und fröhlich gegen Konsumterror und Geschenkewahn an, es gab aber auch ruhige Momente, in denen die vier Jungs nur ihre ausgebildeten Stimmen funkeln ließen und mit Klassikern wie „Maria durch ein Dornwald ging“ für vorweihnachtliche Stimmung sorgten.

Ihr eigenes Lied „Halt mer zam“ und die gefühlvolle Ballade „You Raise me Up“ sorgten für Gänsehautstimmung in der Kirche. Am Ende nach Zugaben und dem Segen durch Pastoralreferent Georg Zametzer stimmten die vier Sänger noch einmal an, ganz klassisch. Mit „Stille Nacht“, wundervoll im Quartett ganz ohne Mikrofone intoniert, entließen sie ein verzaubertes Publikum.

Helfer des THW sind die Helden

Die Helfer des Forchheimer THW waren die eigentlichen Helden des Abends. Weil die Heizung in der Annakirche kurz vor dem Konzert ausgefallen war, halfen sie unbürokratisch mit zwei mobilen Zelt-Heizgebläsen aus und sorgten so dafür, dass das Konzert nicht bei Minusgraden in der Kirche abgehalten werden musste. Cheforganisator Dieter Herden und sein Team der Kirchengemeinde St. Anna mit Pastoralreferent Georg Zametzer konnten aufatmen. Sie hatten viel Zeit investiert, um die – an Sitzplätzen gemessen – größte Forchheimer Kirche in einen Konzertsaal zu verwandeln, in dem sogar online die jeweiligen Plätze gebucht werden konnten.

David Lugert gastiert am 2. April mit seinem Soloprogramm „Ich singe, also bin ich“ auf der Erlanger Theaterbühne „Fifty-Fifty“. Für den Sommer 2024 ist bereits ein Auftritt von „Viva Voce“ im Rahmen eines Festwochenendes des Gesangvereins Kersbach geplant.

Die Kirchengemeinde St. Anna entstand ab 1935 im Zuge der Neubesiedelung des Gebiets im Nordosten der Stadt. Die erste St.-Anna-Kirche (1953) erwies sich im Lauf der Jahre als zu klein. So entstand 1972 die neue Kirche in der heutigen Form.

 

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