Strategien
Wohin steuert der Landkreis?
Wie geht es mit dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Behringersmühle weiter? Dafür haben die Teilnehmer des Leader-Workshops Ideen gesammelt.
Wie geht es mit dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Behringersmühle weiter? Dafür haben die Teilnehmer des Leader-Workshops Ideen gesammelt.
Foto: Alfred Trabert, DFS/Archiv
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Forchheim – Vorschläge, wie Forchheim und die Fränkische Schweiz zukunftsfähig werden, wurden bei einem Leader-Workshop gesammelt.

Bei einem Leader-Workshop in der Eggerbach-Halle haben rund 60 Bürger des Landkreises ihre Ideen für künftige Projekte präsentiert. Dadurch sollen die Region Forchheim und die Fränkische Schweiz in vielen Bereichen fit für die Zukunft gemacht werden, teilt die Pressestelle des Landratsamtes Forchheim mit. In der Vergangenheit hatten Millionen Euro aus EU-Töpfen für mehr Wertschöpfung, mehr Lebensqualität und mehr sozialen Zusammenhalt gesorgt.

Breites Spektrum an Vorschlägen

Die Ideen sprudeln nur so. Dutzende kleine Zettel wandern an die Pinnwände. Über zwei Stunden beraten die Teilnehmer des Workshops zu verschiedenen Handlungsfeldern. Mittendrin die Leader-Managerin Marion Rossa-Schuster. Es geht um mögliche künftige Außenstellen der drei benachbarten Universitäten, um die Nutzung des ehemaligen Bahnhofsgeländes in Behringersmühle oder um schnelles Internet in der Fläche. Die Bandbreite der Vorschläge ist enorm.

Widerstandsfähiger soll der Landkreis werden, sich an die unvermeidlichen Veränderungen besser anpassen. Das gilt für Mega-Themen wie den Klimawandel, der die Region, wie auch andere in Deutschland, mehr und mehr vertrocknen lässt. Da kommt Rainer Hofmann, einst Leiter des Fränkische Schweiz-Museums Tüchersfeld, mit seinem Vorschlag, das Oberflächenwasser besser zu nutzen, gerade recht. Ihm gehe es darum, das wertvolle Nass nicht in der Kanalisation verschwinden zu sehen, sondern es in Zisternen aufzufangen, um es in trockenen Zeiten einsetzen zu können.

Was tun gegen das Wirtshaussterben?

Das gilt aber auch für ganz praktische Dinge wie das „Wirtshaussterben“, das auch vor der Fränkischen Schweiz nicht haltmacht. Wie man die Familienbetriebe nicht nur retten, sondern weiterentwickeln kann, wie man Fachkräfte finden und halten kann, wie man moderne Angebote macht, all das wird diskutiert.

Viele hier haben bereits erfolgreiche Leader-Projekte betreut. Andere sind zum ersten Mal dabei. Diese Mischung bringt die notwendige Phantasie und einen Schuss Realitätssinn zusammen. „Wir wollen gemeinsam unsere Region voranbringen“, bringt es Landrat Hermann Ulm auf den Punkt. Das sei das Schöne an dem Leader-Programm. Die Projekte würden in überschaubarer Zeit angepackt und umgesetzt. „Es gibt keine Zeit für lange Bänke“.

Stellplätze besser managen

Um Natur und Tourismus besser miteinander in Einklang zu bringen, hat Helmut Pfefferle aus Seidmar ein einheitliches Management der Wohnmobilstellplätze im Auge. „Die parken sonst mitten im Grünen kreuz und quer. Das kann ja auch keine Lösung sein“. Immerhin sei damit zu rechnen, dass diese Art des Urlaubs mehr Besucher in das Wiesenttal und seine Nebentäler brächte.

In eine ähnliche Richtung geht das Projekt des Fränkische-Schweiz-Vereines Eggolsheim. Im dortigen Naturschutzgebiet „Büg“ soll es nach Ansicht Robert Schmitts ein Wege-Leitsystem geben, damit sich die Besucher besser orientieren können. Durch weniger Querfeldein-Spaziergänger würden die seltenen Vogelarten auch weniger gestört.

Kreisrat Jürgen Schleicher denkt bei seinem Projekt eines Waldspielplatzes an die Kinder vor Ort und die Kleinen, die mit ihren Eltern die landschaftlichen Schönheiten kennenlernen wollen. „So etwas gab es, als ich jung war, in Wimmelbach“. Einen genauen Standort hat er freilich nicht im Sinn. In der Fränkischen Schweiz dürfte es aber genügend Möglichkeiten geben. „Solch ein Waldspielplatz ist ein zusätzliches Angebot, das den Familientourismus stärkt“.

Erklärtafeln an Denkmälern

Zur Fränkischen Schweiz gehören aber auch die vielen kleinen, reizvollen Denkmäler, an denen viele achtlos vorübergehen. „Aber wenn ein Wanderer doch etwas über ein Wegekreuz oder ein Marterl wissen möchte, steht er bislang hilflos da“. Kreisheimatpfleger Edwin Dippacher hat dafür die Lösung. Warum nicht kleine Erklärtafeln anbringen. „Im digitalen Zeitalter böte sich auch eine auf GPS-Daten gestützte App für das Smartphone an“. Damit würde auch das Bewusstsein der hier lebenden Menschen für Heimat, Tradition und Kultur gestärkt.

Und dann sind da noch die kulturellen Leuchttürme, die Reinhold Göller ausbauen möchte. Zum einen soll das kleine, aber feine Curt-Herrmann-Museum im Schloss Pretzfeld größere Strahlkraft entwickeln. „Das ist ein Kleinod, das viel zu wenig bekannt ist“. Dabei sei der Maler einer der bedeutendsten seiner Generation. Zum anderen schwebt dem Mann aus dem Landratsamt vor, einige bislang unerschlossene Gewölbe in der Ruine Streitberg zugänglich zu machen. Dann bekäme das einmalige „Lochgefängnis“ Zuwachs.

„Wenn man das alles umsetzen will, dann hat man gut zehn Jahre zu tun“, so Workshop-Moderator Roland Wölfel von der Cima-Beratungsgesellschaft zu den zahlreichen kreativen Projektideen.

Eigene Vorschläge?

Termin Noch kann man eigene Ideen und Projektvorschläge einbringen einbringen – und zwar bis zum 30. April.

Empfänger ist die Leader-Wikimap unter der Internetadresse www.leaderkulturerlebnis2023.de

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