Denkmalschutz
Sorge um den Turmkranz der Kirche in Dormitz
Kirchenpfleger Nikolaus Demharter begutachtet die Schäden an den im Kirchhof gelagerten Turmkranzstücken.
Kirchenpfleger Nikolaus Demharter begutachtet die Schäden an den im Kirchhof gelagerten Turmkranzstücken.
Foto: Karl Heinz Wirth
Dormitz – Der Turmkranz der Kirche in Dormitz wurde wegen Einsturzgefahr abgebaut. Noch ist unklar, wie die Sanierung erfolgen und bezahlt werden soll.

Beim Gang über die Sebalder Straße in Dormitz ist das mit Sicherheitsplanen umhüllte Baugerüst am Turm der katholischen Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ nicht zu übersehen. Im Zuge der dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Turm musste der Turmkranz abgebaut werden, da Gefahr im Verzug war, berichtet Kirchenpfleger Nikolaus Demharter.

Es war dringend erforderlich, da die Auskragungen des Turmkranzes schon teilweise abgebrochen waren, so dass jederzeit schon größere Stücke hätten herunterfallen können.

Denkmalamt

Daher hat das Denkmalamt zügig die Genehmigung für den Abbruch erteilt. „Wir arbeiten mit der Denkmalschutzbehörde eng zusammen und haben in diesem Zusammenhang den Stand am Turm gleichzeitig photoisometrisch für einen späteren Wiederaufbau dokumentiert und vermessen“, sagt Demharter.

So liegt die Substanz des Turmkranzes nun am Boden, muss abgedeckt werden, um eine weitere Schädigung zu verhindern. Allerdings, schränkt Demharter ein, sei für ihn als Laien das, was hier am Boden liege, irreparabel. „Schon bei leichtem Darüberreiben bröselt der Sandstein ab. Ich bin mir nicht sicher, wie viel von diesen Steinen mit Verzierung noch gerettet werden können.“

Wenn man die Stücke näher betrachtet, stellt man fest, dass mit den Aluminiumarmierungen versucht wurde, Ausbesserungen durchzuführen, die nicht nach den Regeln der Baukunst ausgeführt wurden.

Feuchtigkeit

Weiter wurde festgestellt, dass die Materialien wasserundurchlässig sind, was zur Folge hatte, dass Feuchtigkeit nicht mehr abgeführt werden konnte und dies durch große Temperaturunterschiede im Winter zu Frostschäden führte. Besonders wurde dadurch die Südseite am Turmkranz geschädigt.

Der Turmkranz samt Umgang wurde in der zweiten Bauzeit um 1500 errichtet und ist eine absolute Rarität, während der Turm selbst um 1400 gebaut wurde. Die Frage, die sich uns stellt: Was kann man restauratorisch noch retten und was muss erneuert werden.Wenn dies alles feststeht, könne eine Kostenschätzung erstellt werden, führt der Kirchenpfleger aus. Die Schäden am Turmkranz seien aufgrund der ersten Begutachtung sehr frappant.

Erste Kostenschätzungen liegen bei etwa 500.000 Euro. „Eine horrende Summe, wenn man bedenkt, dass die Pfarrgemeinde zu den wenig begüterten Kirchengemeinden in der Erzdiözese Bamberg gehört.“ Demharter spricht deshalb von einer „enormen finanziellen Herausforderung, die auf die Pfarrgemeinde zukommt“.

Wegen der bescheidenen Eigenmittel hofft man auf Zuschüsse der Erzdiözese, des Denkmalamtes und der Oberfrankenstiftung. Schließlich sollen auch Spenden zur Finanzierung beitragen.

Natürlich frage man sich, ob man so viel Geld in eine architektonische Maßnahme stecken sollte, meint Demharter. „Doch diese Frage kann ich nicht beantworten, denn allein aus Gründen des Denkmalschutzes sind wir dazu schon verpflichtet.“

Kommt das Schlettern zurück?

Allein schon an das Turmschlettern der Jugend zu Ostern erinnern sich viele Bürger. Vielleicht wird es mit entsprechender Sicherungstechnik möglich sein, dieses Brauchtum zu Ostern wieder zu ermöglichen. In welchem Zeitraum die Sanierung durchgeführt werden kann, steht noch nicht fest. Die Vorkehrungen für eine denkmalgerechte Ausführung der Arbeiten laufen parallel weiter.

Spendenkonto

Wer die Sanierung unterstützen will, kann dies gerne durch eine Spende tun. Und zwar über das Spendenkonto bei der Liga Bank: Katholische Kirchenstiftung Dormitz IBAN DE 70 7509 0300 0109 0380 19.