Festgottesdienst
Pfarrerspaar ist am Wunschziel angekommen
Simone und Leonhard Hewelt gefällt es jetzt schon in ihrer neuen Heimat Igensdorf.
Simone und Leonhard Hewelt gefällt es jetzt schon in ihrer neuen Heimat Igensdorf.
Foto: Petra Malbrich
Igensdorf – Simone und Leonhard Hewelt werden in Igensdorf eingeführt. Ihre Bewerbung hätten sie sich eigentlich sparen können.

Schon öfter haben Simone und Leonhard Hewelt in der Fränkischen Schweiz ihren Urlaub verbracht. „Vergangenes Jahr in Großenohe. Die Gegend ist schön und wir konnten uns vorstellen, hier zu arbeiten“, verrät Simone Hewelt. Tatsächlich war die Pfarrstelle in Igensdorf dann vakant, sodass sich das Ehepaar hierher beworben hat. „Die Stelle hat bei uns beiden das Herz angesprochen“, gestehen die Hewelts.

Was sie nicht wussten: Auch die Mitglieder des Kirchenvorstands konnte sich das Ehepaar als neue Pfarrer vorstellen und besuchten ohne deren Wissen einen ihrer Gottesdienste in Obernzenn bei Bad Windsheim. Der Kirchenvorstand entschied sich für das Ehepaar Hewelt unter den vielen Bewerbern. Inzwischen ist Familie Hewelt in eine Wohnung in einem Mietshaus eingezogen.

Drei Kinder und viele Hobbys

Leonhard Hewelts Büro ist im ehemaligen Pfarrhaus. An der Wand hängt ein Bild, auf dem ein Engel zu sehen ist. In Grün und Blautönen. Das Bild hat Simone Hewelt gemalt. „Ich male, singe und nähe sehr gerne. Vor allem Kinderklamotten“, sagt die junge Pfarrerin. Ihr Ehemann betätigt sich lieber sportlicher, fährt mit dem Mountainbike, klettert oder spielt Klavier, wenn seine Freizeitaktivitäten doch häuslicher ausfallen.

Auch die Kinder leben sich ein. Beruf und Familie gehen hier Hand in Hand. „Josephine ist von der Schule begeistert. Sie war bereits in der Ferienbetreuung und kennt schon viele Kinder“, erzählt Mutter Simone. Josephine besucht nun die zweite Klasse, auch ihre Mutter ist immer wieder in der Schule – um die Dritt- und Viertklässler in Religion zu unterrichten. Zu der Zeit besucht der vierjährige Theodor den Kindergarten in Igensdorf, während der zweijährige Philemon von der Tagesmutter betreut wird. Da sich das Ehepaar die Pfarrstelle teilt, ist immer ein Elternteil bei den Kindern.

Gekommen, um zu bleiben

Wenn Simone und Leonhard Hewelt erzählen, strahlen ihre Augen. Die Freude, hier in Igensdorf arbeiten und leben zu dürfen, ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Das Haus, in dem sie bald von der Kirche eingemietet werden, befindet sich in Bau. Dort kann Simone dann auch ihr Büro einrichten. Das zeigt: Das Ehepaar wird länger in der Marktgemeinde leben und wirken.

Dass die beiden Pfarrer werden wollen, war keine Frage. „Es war für mich in der neunten Klasse schon klar“, sagt Simone Hewelt. Sie ist in ihrer Heimat in Weißenburg schon immer gerne in die Kirche gegangen und arbeitet gerne mit Menschen wie bei der Jugendarbeit beispielsweise. Auch Leonhard ist durch die Familie sozusagen kirchlich sozialisiert. „Meine Mutter hielt die Kindergottesdienste“, erklärt Hewelt. Er selbst war in der Jugendschar und beim Jugendfreizeitwerk involviert. Mehr noch: „An Glaubensfragen hatte ich immer Interesse, doch einfache Antworten haben mich nicht zufriedengestellt“, sagt Hewelt, der das Ganze dann wissenschaftlicher vertiefen wollte. Im Theologiestudium in Neuendettelsau hat sich das Paar kennengelernt, Leonhard studierte in Leipzig noch weiter. Der Liebe wegen ist er jedoch von seiner Heimat Gingen an der Fils nach Bayern gezogen.

Drei Jahre in Obernzenn

Nach ihrer Ordination und der dreijährigen Wirkungszeit in Obernzenn, stand nun der Wechsel an. „Wir sind hier mit offenen Herzen und Armen willkommen geheißen worden“, sagen die Hewelts. Dass viele Gemeindemitglieder nach dem langen Lockdown und der Vakanz richtig durchstarten wollen, ist verständlich. Das Ehepaar bittet jedoch, ihnen die Zeit zu geben, sie kennenzulernen. „Wir sind so alt wie der Vorgängen an Jahren hier war“, sagen die beiden 35-Jährigen. Dass es Veränderungen geben wird, liege in der Sache der Natur. „Wir werden es anders machen, weil wir anders sind“, sagt das Ehepaar. Mit den beiden Pfarrern jedenfalls wird das Kirchenleben langsam wieder hochgefahren. Den Schulanfangsgottesdienst und eine Taufe hat Simone schon gehalten. Bei den sonntäglichen Gottesdiensten wechselt sich das Ehepaar ab – nach ihrem Einführungsgottesdienst am Sonntag, 19. September, um 14 Uhr in der St.-Georgs-Kirche in Igensdorf.