Fußball
Ausrufe- und Fragezeichen nach ersten Testspielen
Daniel Geißler (re. gegen Christian Städtler) erzielte für seinen neuen Klub SC Oesdorf gegen Jahn Forchheim ein Tor.
Daniel Geißler (re. gegen Christian Städtler) erzielte für seinen neuen Klub SC Oesdorf gegen Jahn Forchheim ein Tor.
Foto: Andreas Klupp
Forchheim – Der ASV Weisendorf testet am Samstag das erste Mal. Bereits im Modus sind Jahn Forchheim und Erlangen-Bruck. Ein Bezirksliga-Neuling überrascht.

Die Schonzeit ist vorbei. Der ASV Weisendorf startet diese Woche mit seinem Vorbereitungsplan für die kommende Saison in der Fußball-Bezirksliga Mittelfranken Nord. Diese beginnt in fünf Wochen mit dem Ligaspiel bei der SpVgg Erlangen. Zuvor absolviert das Team von Trainer Bernd Fuchsbauer sechs Testspiele. Am Samstag ist um 17 Uhr der FC Bosna Nürnberg zu Gast beim ASV. Das Team war vor dem Abbruch Erster der A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe und dürfte in der neuen Saison in der Kreisklasse antreten. „Wir kennen den Verein von der vergangenen Bezirksmeisterschaft in der Halle, die vor dem ersten Lockdown ausgetragen wurde“, sagt ASV-Abteilungsleiter Norbert Kreiner. „Das sind technisch versierte Spieler, die auch schon zweimal aufgestiegen sind und wohl noch viel vorhaben.“

Torwartproblem behoben

Weisendorf hat seinen Kader weitgehend zusammengehalten. „Torwart Tom Wehner hat uns verlassen, Keeper Felix Hörrlein war schwer verletzt und wird demnächst wieder operiert. Deswegen haben wir mit Christopher Teuber vom FSV Erlangen-Bruck einen geholt, den wir ohne Bedenken ins Tor stellen können.“ Auch Leon Just (ASV Fürth) kommt als Torhüter. „Er hat wegen eines Kreuzbandrisses lang ausgesetzt. Ihn bauen wir derzeit auf“, sagt Kreiner. Als einziger Feldspieler hat Kieron Medlar den Verein verlassen und sich der SpVgg Heßdorf angeschlossen.

Auf Tuchfühlung mit der Nationalmannschaft:

Die Fuchsbauer-Elf ist teilweise schon gegen das Coronavirus geimpft. Auch Kreiner baut auf die Immunisierung der Bevölkerung. „Ich habe die Hoffnung, dass bis Herbst alle weitgehend geimpft sind und wir die Saison nicht unterbrechen müssen.“ Es geht ihm vor allem um die Zuschauer: „Ohne Publikum zu spielen, ergibt keinen Sinn. Das würde unsere Unkosten nicht decken. Deswegen hoffe ich, dass die Sitzplatz-Regel, die aktuell besteht, bis zum Saisonstart im Juli aufgehoben wird.“

Der ASV Weisendorf hätte aktuell vier Sitzplatzgarnituren am Sportheim. „Das reicht für 15 Menschen, das wäre viel zu wenig.“ Ein Hygienekonzept liegt beim ASV vor. „Wie im vergangenen Jahr würden wir die Daten der Zuschauer erfassen. Jetzt geht es ja noch einfacher mit den Apps, die es gibt. Die Fans, die keine App haben, würden wir auf Papier erfassen“, sagt Kreiner.

Oesdorf macht den Auftakt

Auch der SC Oesdorf spielt in der kommenden Saison in der Bezirksliga. Am Wochenende testete der Verein aus der Gemeinde Heroldsbach gegen Jahn Forchheim. Beim 1:1 gab es keinen Sieger. „So überraschend ist das Ergebnis für mich nicht“, sagt Oesdorfs spielender Co-Trainer Senad Bajric zum 1:1. „Ich hatte zwar befürchtet, dass uns die Forchheimer davonrennen, weil wir im Schnitt deutlich älter sind, aber wir haben ja auch Einige, die schon höherklassig gespielt haben“, berichtet der 34-Jährige, der selbst viele Jahre für den Jahn auf Torejagd ging. Auch die SCler Hendrik Hassa und Miguel Gonzalez trugen einst das SpVgg-Trikot.

Sowohl dem Jahn als auch Oesdorf fehlte beim Testspiel der Stammkeeper. Das Tor des SC hütete deswegen Johannes Schleicher (re., gegen Patrick Hoffmann).
Sowohl dem Jahn als auch Oesdorf fehlte beim Testspiel der Stammkeeper. Das Tor des SC hütete deswegen Johannes Schleicher (re., gegen Patrick Hoffmann).
Foto: Andreas Klupp

Das einzige Tor gegen den Favoriten erzielte ein Neuling, der auch schon beim Jahn auf dem Zettel stand: Daniel Geißler schlenzte den Ball in der zehnten Minute aus etwa 18 Metern in den Kasten von Ersatzkeeper Nico Jäger. „Der Kontakt zu Daniel kam über unseren Kapitän Rade Bogunovic zustande“, erzählt Bajric. Forchheims Spielführer Timo Noppenberger glich in der 53. Minute per Elfmeter aus, nachdem Hassa Lukas Dütsch gefoult hatte.

Auch die ersten beiden Resultate des Aufsteigers können sich sehen lassen. Am vorvergangenen Wochenende sprang zum Auftakt ein 4:4 gegen den Tabellenzweiten der Kreisliga 2 Nürnberg/Frankenhöhe, Vatanspor Nürnberg, heraus. „Das war zum Reinkommen und hatte keine große Bedeutung“, sagt der Co-Trainer. Am Tag vor dem Jahn-Spiel maß sich Oesdorf mit Landesligist Erlangen-Bruck. „Es lief etwas unglücklich: Unser neuer Torwart Patrick Oeser hat sich bei einem Zusammenprall verletzt, war sogar kurz ohnmächtig. Danach ist das 2:1 für Bruck gefallen und wir haben noch einen Elfer verschossen“, berichtet Bajric

Drei Elfmeter, zwei versenkt

Dem Keeper, der von 2017 bis 2019 beim Jahn zwischen den Pfosten stand, gehe es abgesehen von ein paar Schrammen und einer leichten Verstauchung in der Hand wieder gut. Zuvor hatten Christian Rzonsa (16.) und Bajric (41.) jeweils per Strafstoß die Tore erzielt. Da der Co-Trainer inzwischen ausgewechselt worden war, trat Geißler vom Punkt an und vergab, ehe er seinen Fehlschuss gegen den Jahn wiedergutmachte.

Viereinhalb Wochen hat der SCO noch Zeit, um sich auf die neue Liga vorzubereiten, dann steht der Aufsteiger gleich im Mittelpunkt, denn Oesdorf bestreitet das Eröffnungsspiel bei der SpVgg Hüttenbach am Freitagabend. „Du kannst joggen gehen so viel du willst; die Fitness für den Fußball holst du dir über richtiges Training und Spiele“, sagt Bajric.

Eintracht Bamberg ist schon raus:

Der Jahn trifft zum Auftakt der zweigeteilten Landesliga Nordost zu Hause auf den FSV Stadeln, beschäftigt sich aber vorerst mit sich selbst. Bei allen Ansetzungen handele es sich um vorläufige Spielpläne, mahnt BFV-Spielleiter Josef Janker. „Es war unser erstes Testspiel. Das ist noch nicht so aussagekräftig. Für uns geht es jetzt darum, den Rhythmus und die Formation wiederzufinden“, resümiert SpVgg-Teammanager Mesut Kimiz.

Dem ersten Testspielgegner zollt er Respekt: „Die Oesdorfer waren echt stark. Die können in der Bezirksliga ein gutes Wort mitreden. Dem Jahn haben mit Co-Trainer Andi Mönius und Stammkeeper Axel Hoffmann zwar Stammkräfte gefehlt, „wir hatten aber noch genug Leute dabei“, sagt Kimiz.

Umbruch beim FSV Erlangen-Bruck

Und wie läuft es in Bruck? Beim 2:1-Sieg in Oesdorf am Samstag waren laut FSV-Sportvorstand Norbert Hofmann drei Spieler wegen ihrer Impfung gegen das Coronavirus nicht einsatzfähig. „Durch die Hitze und das Durchwechseln kann man zur Leistung in diesem Testspiel noch nicht allzu viel sagen, aber nach drei Wochen Training sind wir bisher sehr zufrieden.“ Der FSV sortiert sich in dieser Saison neu, hat viele junge Spieler im Kader, die erst zusammenfinden müssen. „In der ersten Trainingswoche haben wir es locker angehen lassen, damit sich die Jungs erstmal kennenlernen“, sagt Hofmann. Danach wurde das Training intensiviert, „und die Jungs sind mit großer Begeisterung dabei“.