Grenzen
Ärger wegen Grünstreifen
Der Streifen entlang der linken Grundstücksgrenze gehört zu einer Ausgleichsfläche und darf theoretisch weder bewirtschaftet noch gemäht werden. Die Realität sieht anders aus.
Der Streifen entlang der linken Grundstücksgrenze gehört zu einer Ausgleichsfläche und darf theoretisch weder bewirtschaftet noch gemäht werden. Die Realität sieht anders aus.
Foto: Karl-Heinz Wirth
Langensendelbach – In Bräuningshof wird ein gemeindliches Grundstück privat genutzt, das als Ausgleichsfläche bepflanzt worden war. Der Gemeinderat sucht eine Lösung.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Bräuningshof (UWB) hatte einen Antrag auf Wiederherstellung der Ausgleichsfläche im Baugebiet „Ebnerwiese“ gestellt, da von der Ökoausgleichsfläche und dem vorgeschriebenen Bewuchs nichts mehr vorhanden sei. Stattdessen, so die Antragsteller, befänden sich auf der Ausgleichsfläche mittlerweile Garten- und Spielgeräte. Die Antragsteller sind der Auffassung, dass für die Ausgleichsfläche, die im Zuge eines rechtskräftigen Bebauungsplanes ausgewiesen wurde, die landschaftspflegerischen und der Natur dienlichen Maßnahmen durchgeführt werden müssen, um die ökologische Qualität dieser Naturfläche deutlich zu steigern. Hier werde ein gemeindliches Grundstück privat genutzt und das sei nicht in Ordnung, meinte ein Ratsmitglied. Gemeinderat Clemens Schmitt (UWB) ärgert sich besonders darüber, dass der anfallende Rasenschnitt auf seiner angrenzenden Wiese abgelagert wird.

Fläche muss geräumt werden

Für das Gremium stellte sich in der Diskussion weiter die Frage, wie man die Ausgleichsfläche langfristig vor privatem Zugriff sowie die Eigentumsrechte der Gemeinde sichern kann. „So, wie es jetzt ist, können wir es nicht lassen“, erklärte Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) und schlug vor, die Eigentümer darüber zu informieren, dass die Fläche geräumt werden muss. Dort habe sich über Jahre etwas eingeschliffen, das niemand so wollte, sagte der Bürgermeister. Dennoch seien Grenzen einzuhalten und zu wahren, denn jeder wisse, wo seine eigenen Grenzsteine liegen.

„Wie geht man nun mit den Kosten um?“, fragte Simon Berninger (SPD). Die Pflanzkosten für die Ausgleichsfläche beliefen sich auf 80 000 Euro und heute sei nichts mehr davon da. Werde die Allgemeinheit nun mit erheblichen Kosten rechnen müssen? Einig war man sich im Rat auch, um die Fläche zu schützen, soll sie mit einem Wildschutzzaun abgegrenzt werden, da sie nur einmal im Jahr gemäht werden darf. Jochen Düsel (CSU) forderte abschließend, die Historie zu recherchieren, um die Kosten zu ermitteln.

Keine neuen Kredite

In einer geordneten finanziellen Gesamtlage sehen Bürgermeister Siebenhaar und Kämmerin Doris Heid die Gemeinde Langensendelbach im zweiten Coronajahr 2021. Immerhin bleibe der Gemeinde mit ihrem 8,2 Millionen-Euro-Etat dank guten Wirtschaftens auch in diesem Krisenjahr genügend Spielraum für Schuldenabbau und Investitionen, sagte Siebenhaar bei der Haushaltsberatung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bei einer ordentlichen Tilgung im Vermögenshaushalt in Höhe von 286 000 Euro ergibt sich für die Gemeinde noch eine freie Finanzspanne von 441 450 Euro. Durchweg gesichert ist laut Kämmerin für die nächsten Jahre die gesetzlich vorgeschriebene Zuführung aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt. Dieses Jahr beträgt sie 727 450 Euro. Trotz der anstehenden umfangreichen Maßnahmen ist keine Kreditaufnahme notwendig.

Unwägbarkeiten wegen Corona hin oder her, notwendige Anschaffungen und Investitionen bleiben auf der Tagesordnung, wie die Schwerpunkte der Maßnahmen und Investitionen im Vermögenshaushalt zeigen. Für die Feuerwehr sind 280 000 Euro vorgesehen, wovon 30 000 Euro auf die Anschaffung von Computer und digitale Ausstattung entfallen. 100 000 Euro sind für ein Fahrgestell (HLF 20) vorgesehen und für den Erweiterungsbau der FFW Bräuningshof werden 150 000 Euro im Haushalt bereitgestellt. Der Waldkindergarten Langensendelbach-Bräuningshof schlägt mit 150 000 Euro und der Aufbau Schützenkeller mit 100 000 Euro zu Buche. Für die Planungsleistungen Hochwasserschutzkonzept „Heideweg II“ werden 50 000 Euro bereitgestellt.

Gemeinde braucht einen Wassermeister

„Langfristig gesehen kommen wir auch an der Leitungsauswechslung der Frischwasserversorgung nicht mehr vorbei“, berichtet e Siebenhaar und verdeutlichte, dass das gesamte Leitungsnetz erneuert werden muss. Hier wird in einer der nächsten Sitzungen das Planungsbüro Dürrschmidt den Räten eine Konzeption für die nächsten Jahre vorstellen. Nicht zu vergessen, dass die immer größer werdenden Anforderungen an die Wasserversorgung einen dafür ausgebildeten Mitarbeiter notwendig machen. Man werde nun einen Mitarbeiter zum Wassermeister ausbilden lassen, denn ohne einen solchen werde die Gemeinde in der Zukunft nicht mehr auskommen, so der Bürgermeister.

„Es werden in den nächsten Jahren noch etliche Aufgaben auf uns zukommen, die wir nicht vernachlässigen sollten“, sagte Siebenhaar. „Wir dürfen nicht die zahlreichen Straßensanierungen vergessen, die in den kommenden Jahren anstehen. Je länger wir warten, umso kostenintensiver wird der Unterhalt.“ Dem Haushaltsentwurf stimmten die Räte einstimmig zu und beauftragten die Kämmerin, die Haushaltssatzung und den endgültigen Haushaltsplan mit den gesetzlich vorgeschriebenen Anlagen dem Gemeinderat bis zur Sitzung am 21. Juni zur Verabschiedung vorzulegen.