Kommentar
Innenstadt braucht endlich ein richtiges Konzept
Stephan Großmann, Redaktionsleiter Fränkischer Tag Forchheim
Stephan Großmann, Redaktionsleiter Fränkischer Tag Forchheim
Foto: Matthias Hoch
Forchheim – Ist die Nahversorgung in Forchheim gesichert? Wenn ja, wie lange? Warum die Stadt einige Hausaufgaben zu erledigen hat, kommentiert Stephan Großmann.

Forchheim hat sich viel vorgenommen. Beispiel Paradeplatz. Schon bald soll aus dem schnöden Beton-Teppich ein schmuckes Areal voller Lebensqualität werden. Das ist gut so. Nur wollte dazu gar nicht die Nachricht des Rewe-Marktes von vor fast zwei Monaten passen, Mitte August auszuziehen. Die Anwohner waren entsetzt, ist der Supermarkt doch der einzige größere Nahversorger, den sie fußläufig in der Innenstadt erreichen können. Und: Noch immer gibt es keine sichere Perspektive.

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Immerhin: Oberbürgermeister Uwe Kirschstein kündigt auf FT-Anfrage an, Forchheim wolle das Gebäude erwerben, um selbst ein Wörtchen um dessen Zukunft mitreden zu können. Das ist ein wichtiges Signal und zeigt, dass der OB die Bedeutung des Marktes für Forchheims Bewohner erkennt.

Nur müssen Worten nun Taten folgen, wenn aus den „hoffnungsvollen Signalen“ echte Zukunftsabsichten werden sollen. Heißt: Die Frage darf nicht mehr länger lauten, ob und welcher Nahversorger dort Quartier bezieht. Sondern wann.

Wer will Nahversorgung übernehmen?

Aber es gibt noch ein Problem: Welche Kette, welcher Betreiber auch immer einzieht, erbt nicht nur die Adresse, sondern auch die Umstände, welche die Rewe Group letztlich dazu veranlassten, den Markt für „nicht mehr rentabel“ einzustufen. Etwa die zu „geringe Kundenfrequenz“. Wie ließe sich dieser begegnen?

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Der acht Millionen Euro schwere Paradeplatz-Umbau alleine wird kaum ausreichend Kunden an die Kassen spülen, um den neuen Nahversorger bei Laune zu halten. Die gesamte Innenstadt bedarf endlich eines ganzheitlichen Konzepts, welches sie für Besucher attraktiv macht. ÖPNV, Angebot, Aufenthaltsqualität. Die Anwohner alleine werden den Supermarkt auch künftig nicht retten können.

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