Kommentar
Mehr Frauen in die Politik – gerade im Lokalen!
Katharina Steinhäuser
Katharina Steinhäuser
Foto: privat
Forchheim – Frauen bleiben in der Politik unterrepräsentiert. Warum das ungerecht ist und sogar dem Gemeinwohl schaden kann, kommentiert Katharina Steinhäuser.

Frauen sind in der Politik auch im Jahr 2021 noch immer stark unterrepräsentiert. Nicht nur im Bundestag, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Das muss sich ändern. Noch immer gestalten überwiegend Männer als Bürgermeister oder Gemeinderat die kommunale Politik.

Wertvolle Perspektiven fehlen

Diese Tatsache allein ist erschreckend. Denn überall, wo Frauen nicht oder zu wenig vertreten sind, gehen wertvolle Perspektiven verloren, von denen die Gemeinden profitieren könnten. Noch viel kritischer ist allerdings zu betrachten, warum so wenig Frauen den Schritt hin zum politischen Amt wagen. Neben dem Job, Familie und Haushalt zu managen ist noch viel zu oft Frauensache. Dadurch fehlt schlichtweg die Zeit für politisches Engagement.

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Jedoch scheint eine Familie nur für Frauen ein Hindernis auf dem Weg in die Politik darzustellen. Um ein Kind zu zeugen sind allerdings meines Wissens zwei Menschen nötig. Hier braucht es nicht nur mehr Gleichberechtigung im Privaten, sondern auch die Strukturen in der Politik müssen sich ändern und eine Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement ermöglichen.

Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus, deshalb sollten sie auch 50 Prozent aller politischen Ämter besetzen. Eine einzelne Frau im Gemeinderat ist ein Anfang, aber bei weitem nicht genug. Wir brauchen mehr Frauen, die den Weg in die noch immer männerdominierte Politikwelt ebnen. Nur so kann auch von innen für mehr Gleichberechtigung gesorgt werden.

Frauen müssen sich mehr zutrauen

Nicht nur die Strukturen müssen sich ändern, auch wir Frauen müssen uns mehr zutrauen. Studien belegen, dass Männer ihre Fähigkeiten gerne mal überschätzen, Frauen unterschätzen sich zu oft. Also traut euch, bringt euch ein und gestaltet eure Umwelt aktiv mit. Seid das Vorbild, das ihr gerne gehabt hättet.