Kommentar
Verwaltung kann mit boomender Stadt nicht mithalten
Ekkehard Roepert
Ekkehard Roepert
Foto: Barbara Herbst
Forchheim – Wofür stehen die Schlangen vor dem Forchheimer Einwohnermeldeamt? Die Stadt spart an den falschen Enden, meint FT-Redakteur Ekkehard Roepert.

Wofür stehen die Schlangen vor dem Forchheimer Einwohnermeldeamt? Natürlich hat das mit Corona zu tun, meinen viele der Wartenden. Doch die Stadt versucht erst gar nicht, sich auf die Pandemie hinauszureden. Stattdessen gesteht sie ein, dass Personalengpässe der Auslöser des Schlangenstehens sind.

Lesen Sie hier:

Die Frage muss also heißen: Wofür steht der Personalmangel im Rathaus? Die Antwort haben kritische Lokalpolitiker in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben: Hinter dem Personalmangel steht eine falsch verstandene Sparsamkeit, die letztlich auf Kosten des Bürgerservice geht.

Ist Verschiebung von Personal die Lösung?

Der Versuch, den Mangel über Personalverschiebungen innerhalb der Abteilungen auszugleichen, kann nur fehlschlagen. Das ist der Stadt im Prinzip längst klar. Daher schuf sie zuletzt ein Kulturamt. Daher stockt sie gerade das Personal in der Pressestelle auf und daher sucht sie beständig neue Mitarbeiter für die Bauverwaltung. Gleichzeitig aber lebt die Stadtverwaltung weiter von dem Selbstbild, dass sie „für die Regelzeiten“ personell gut gerüstet sei.

Doch die Regeln haben sich geändert. Alleine der Bauboom, der in Forchheim durch die Rathaussanierung, die Siemens-Erweiterung und durch das Philosophenviertel entfacht wurde, überfordert die Verwaltung. Ohne externe Hilfe läuft da längst nichts mehr.

Lesen Sie auch:

Forchheim gilt als Boomcity. Doch in der hoffnungslos veralteten Gebäude-Struktur der Ämter und in ihrer Ausstattung spiegelt sich das nicht wider. Würden die Erwartungen der Bürger an eine moderne Verwaltung in einer Warteschlange abgebildet, würde die sich durch sämtliche Ämtergebäude ziehen.