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Warum nicht alles in Pinzberg stemmbar ist
Immerhin, die Bahnhofstraße wurde saniert (Das Bild zeigt die Übergabe der Bahnhofstraße in Gosberg nach deren Fertigstellung).
Immerhin, die Bahnhofstraße wurde saniert (Das Bild zeigt die Übergabe der Bahnhofstraße in Gosberg nach deren Fertigstellung).
Foto: Karl Heinz Wirth
Pinzberg – Die Gemeinde Pinzberg hat die Pläne für das Jahr 2021 vorgestellt. Der Haushalt sieht aufgrund eines schlechten Jahres 2020 nicht besonders rosig aus.

Der Haushaltsplan 2021 der Gemeinde Pinzberg ist unter Dach und Fach. Der Gemeinderat segnete das Zahlenwerk, das Investitionen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro vorsieht, in seiner Sitzung einstimmig ab.

Der Haushalt 2021 darf sicherlich als solide bezeichnet werden, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (FW) und verwies in ihrer Haushaltsrede deutlich darauf, dass der Haushalt 2020 unter extrem optimistischen Vorzeichen geplant war.

Altlasten aus dem Jahr 2020

Wie wenig das funktioniert hatte, zeigte sich gegen Ende 2020, als der Gemeinderat einen Nachtragshaushalt in Höhe von einer Million Euro genehmigen musste. Ursache dafür war, dass Zahlungen wegen entgangener Straßenausbaubeiträge von 600 000 Euro nicht flossen, und 400 000 Euro an Einnahmen aus dem Baugebiet Eglsee, das sich im Klageverfahren befindet, ausstehen. Zusätzlich war das Haushaltsjahr 2020 mit einem Minus von 500 000 Euro abgeschlossen worden.

„Damit haben wir in den Haushalt 2021 eine Million Euro Belastung übernommen und somit eine Verdoppelung des Schuldenstandes von 1,6 Millionen erreicht“, berichtete Bürgermeisterin Simmerlein. „Dennoch dürfen wir trotz der angespannten finanziellen Situation unsere wichtigen Zukunftsthemen und Pflichtaufgaben nicht aus den Augen verlieren.“

Der Gesamthaushalt der Gemeinde Pinzberg beträgt 6 118 350 Euro. Im Vorjahr umfasste der Etat rund 7 040 000 Euro.

Die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt bezifferte Kämmerin Manuela Holm auf rund 3,75 Millionen Euro. Die Summe des Vermögenshaushalts beläuft sich auf rund 2,36 Millionen Euro. Enthalten in den Zahlen ist eine Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro. Der Höchstbetrag der Kassenkredite beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro. Den Schuldenstand (hochgerechnet zum 31. Dezember 2021) bezifferte die Kämmerin auf 1,642 Millionen Euro. Dieser beinhaltet den Kredit wegen der entgangenen Straßenausbaubeiträge, der nach Erhalt zurückgezahlt wird.

Der Schuldenstand entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 845 Euro.

„Der Gemeinde Pinzberg steht eine freie Finanzspanne in Höhe von 238 200 Euro zur Verfügung, womit die umfangreichen Investitionen nicht finanziert werden können“, erklärte Manuela Holm. Ein großer Ausgabeposten bleibt die Kreisumlage. Mit 850 262 Euro fällt sie trotz gesunkenem Hebesatz auf 39,5 v.H. deutlich höher aus als 2020.

Einen Blick warf Bürgermeisterin Simmerlein an anderer Stelle auf die geplanten Investitionen. Für 2021 wurden unter anderem 70 000 Euro für die Sanierung der Feuerwehr Dobenreuth auf die Liste gesetzt. Zudem benötigt man 466 000 Euro für die Bahnhofstraße in Gosberg.

Weiter eingebunden wurden in die Investitionsliste Beträge für Grunderwerb (400 000 Euro) und für einen Traktor für den gemeindlichen Bauhof (140 000 Euro). Zu den Maßnahmen, die 2021 anstehen, gehört auch die Sicherstellung der Wasserversorgung mit der Verbundleitung nach Forchheim (140 000 Euro). Außerdem erinnerte Bürgermeisterin Simmerlein an den Komplettaustausch der Straßenleuchtmittel auf LED.

Bei den größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt nannte die Kämmerin die Verwaltungsumlage, die Personalkosten, sowie die Kreisumlage. Wichtigste Einnahmequellen sind die Schlüsselzuweisungen, die 547 808 Euro betragen. Dazu kommt die Einkommenssteuer (1,5 Mio. Euro), die Grundsteuer (207 000 Euro) und die Gewerbesteuer mit 300 000 Euro.

Realistischer Haushalt

„Der Haushalt 2021“, so Kämmerin Manuela Holm, „ist realistischer und optimistischer als 2020.“ Dennoch gestaltet sich die finanzielle Situation für die Gemeinde schwierig, da sie alle Projekte vorfinanzieren muss.

Bürgermeisterin Simmerlein ist der Überzeugung, dass der gefundene Konsens ein vertretbarer und verantwortungsvoller Haushalt ist, der einen guten Kompromiss zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren darstellt. „Es stehen uns coronabedingt sicherlich noch schwierige Zeiten bevor“, sagte Simmerlein abschließend.