Arbeitsmarkt
Frühlingshafte Temperaturen, Arbeitslosigkeit sinkt
Die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind noch einmal gesunken.
Die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind noch einmal gesunken.
Foto: Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Forchheim – Seit Juni werden auch Flüchtlinge aus der Ukraine in der Arbeitslosenstatistik mitgezählt. Im Landkreis Forchheim sank die Zahl der Arbeitslosen dennoch.

Nachdem die Arbeitslosigkeit im September noch leicht anstieg, sorgte die einsetzende Herbstbelebung in Forchheim im Oktober für einen spürbaren Rückgang. Die Zahl der Arbeitslosen sank im letzten Monat um 67 Personen (3,6 Prozent). Aktuell sind 1815 Jobsuchende arbeitslos gemeldet.

Vor einem Jahr waren es 110 Personen (6,5 Prozent) weniger gewesen. Im letzten Monat verloren 35,2 Prozent mehr Personen ihren Job als 2021, während 3,2 Prozent mehr eine neue Beschäftigung aufnahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 2,7 Prozent (September 2,8 Prozent). Das gilt als Vollbeschäftigung. Vor einem Jahr lag sie bei 2,5 Prozent.

Im Oktober bekam der Arbeitgeberservice von Betrieben 169 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 35,5 Prozent (93) weniger als im letzten Jahr. Im Bestand gibt es 1217 Beschäftigungsangebote. Das sind 14,4 Prozent mehr (153) als vor einem Jahr.

„Der bereits im September begonnene Herbstaufschwung gewann im vergangenen Monat nochmals an Dynamik. Bei frühlingshaften Temperaturen sank die Arbeitslosigkeit stärker als im September. Unser Arbeitsmarkt zeigt sich scheinbar unbeeindruckt von den Befürchtungen einer möglichen Rezession. Die Firmen haben weiterhin einen hohen Personalbedarf“, konstatiert Stefan Trebes, der Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg.

Die Arbeitslosenzahlen im Oktober im Raum Bamberg, Forchheim und Erlangen
Die Arbeitslosenzahlen im Oktober im Raum Bamberg, Forchheim und Erlangen
Foto: Quelle: Agentur für Arbeit, Grafik: Franziska Schäfer

Die Zahlen auf Bezirksebene

Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst folgende Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels.

Die im September eher verhalten gestartete Herbstbelebung legte im Oktober deutlich an Schwung zu. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich in allen Regionen des Arbeitsagenturbezirks. Wie jeden Monat reagieren die einzelnen lokalen Arbeitsmärkte verschieden.

Im Landkreis Kronach (-13,3 Prozent) und der Stadt Coburg (-9,4 Prozent) sank die Arbeitslosigkeit am kräftigsten. Auch Lichtenfels (-6,8 Prozent), der Landkreis Coburg (-6,8 Prozent), das Bamberger Land (-5,7 Prozent), die Stadt Bamberg (-4,0 Prozent) sowie Forchheim (-3,6 Prozent) verbuchten einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Herbstaufschwung bietet Jobcenter-Kunden Chancen

Ende Oktober waren 5295 Frauen und Männer bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das sind 352 Personen oder 6,2 Prozent weniger als im September.

Flüchtlinge aus der Ukraine

Es profitierten in diesem Jahr von der Herbstbelebung im Oktober auch viele Arbeitslose. 45,7 Prozent des Rückgangs der Arbeitslosigkeit entfiel in den vergangenen vier Wochen auf das SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II jedoch um 952 Personen (21,9 Prozent) erhöht. Der Grund dafür liegt in der Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine, die seit Juni auch in der Arbeitslosenstatistik mitgezählt werden. Aktuell sind dies 1049 Personen. Über zwei Drittel von ihnen sind Frauen (68,5 Prozent).

Kurzarbeit und Weiterbildung

Im Juni (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 271 Betriebe für 3116 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. 1,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurzarbeit. Die Zahl der Betriebe nahm seit Mai um 19,1 Prozent (64) ab, die der Kurzarbeiter um 6,7 Prozent (223).

Stefan Trebes empfiehlt: „Nutzen Sie die Zeiten der Kurzarbeit, um Ihre Beschäftigten weiterzubilden. Wird die Weiterbildung während der Kurzarbeit begonnen, haben die Beschäftigten für den Arbeitsausfall weiterhin Anspruch auf Kurzarbeitergeld, auch wenn sie währenddessen eine Weiterbildung machen. Endet die Kurzarbeit, bevor die Weiterbildung abgeschlossen ist, kann die Qualifizierung trotzdem fortgesetzt werden.“

 

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