Teure Kirchensanierung
Nankendorf hofft auf weitere Zuschüsse
Wie der Blick von oben zeigt, ist der Innenraum der Nankendorfer Pfarrkirche St. Martinus komplett eingerüstet.
Wie der Blick von oben zeigt, ist der Innenraum der Nankendorfer Pfarrkirche St. Martinus komplett eingerüstet.
Foto: Thomas Weichert
Nankendorf – Die Sanierung der Nankendorfer Pfarrkirche ist in vollem Gange. Doch die Kosten übersteigen das Budget der Kirchenstiftung deutlich.

In der Nankendorfer Pfarrkirche St. Martinus und Jakobus sind die Sanierungsarbeiten im Kirchenschiff in vollem Gange. Über die 2014 gegründete Bürgerspitalstiftung beteiligt sich die Stadt Waischenfeld mit 10.000 Euro an den Sanierungskosten.

Dies ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Insgesamt – einschließlich der Orgelrestaurierung – sei die Kirchensanierung auf 510.000 Euro geschätzt, sagt Marianne Teufel, ehemalige Stadträtin und seit mehr als 20 Jahren Kirchenpflegerin von St. Martinus.

Gravierender Mängel an der Orgel

Für die Behebung gravierender Mängel an der Orgel sind Kosten von 40.000 Euro veranschlagt, für die es jedoch keine Zuschüsse gibt und die alleine von der Kirchenstiftung Nankendorf gestemmt werden müssen. Das Erzbistum Bamberg beteiligt sich an der Innensanierung mit 365.000 Euro.

Angefragt nach weiteren Zuschüssen wurde bei der Oberfrankenstiftung, der Bayerischen Landesstiftung, dem Amt für Denkmalpflege und beim Landkreis Bayreuth sowie weiteren möglichen Zuschussgebern.

Kirche ist ein Kulturgut

Für Bürgermeister Thomas Thiem (CSU) ist es ein „schönes und wichtiges Projekt“. Die Nankendorfer Kirche ist laut Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow ein bedeutendes Kulturgut mit einzigartigen Kunstwerken, ebenso wie die Rabenecker Kapelle, die auch sanierungsbedürftig ist. Dies müsse man der Nachwelt erhalten.

Für die relativ kleine Kirchengemeinde Nankendorf, die einst Urpfarrei war, ist das aber ein „Riesenakt“, sagt der Pfarrherr. Denn die Zuschüsse aus Bamberg würden nach der Anzahl der Kirchenmitglieder einer Pfarrei bemessen. Wenig Gläubige bedeuten daher weniger Zuschuss.

Auf Spenden angewiesen

„Das ist das größte Problem“, meint Wiedow. Wäre es die Basilika von Vierzehnheiligen, gäbe es keine Probleme: Denn die gehört dem Freistaat. So aber sei man auch auf Spenden angewiesen, weil die Kirchenstiftung die Restkosten nicht alleine stemmen könne.

Besonders wichtig für Wiedow ist, dass man die Lüftung in den Griff bekommt. Denn es war feucht im Kirchenraum, und selbst der prächtige Altar, die beiden Nebenkanzeln mit den vielen Heiligenfiguren und die Kreuzwegstationen weisen Pilzbefall auf. Deshalb ist eine automatische Be- und Entlüftung des Kirchenraumes besonders wichtig.

Die vielen wertvollen Heiligenfiguren werden nach Abschluss der Decken- und Wandarbeiten von einer Restauratorin vor Ort gereinigt und, wo nötig, restauriert. Die Türen sollen heuer noch gestrichen werden, das Gestühl der Kirche wird aber voraussichtlich erst nächstes Jahr nachbearbeitet werden können, erklärt Marianne Teufel.

Restaurator aus Königsfeld

Der Restaurator Leon Schick vom Königsfelder Malerbetrieb Hofmann führt vor, wie aufwendig und arbeitsintensiv das Verfüllen von Rissen in der Decke und den Wänden ist. Zuerst müssen Löcher gebohrt werden, die dann mit einer alkoholhaltigen Wasserlösung ausgespült und anschließend mit Spezialmörtel ausgespritzt werden.

Man hat sich dazu entschlossen, Decke und Wände weiß zu streichen. Diskutiert wurde auch über einen Gelbton vor dem Deckenaltarbogen. Dies wurde aber verworfen, weil dies sonst der Blickfang für die Kirchenbesucher gewesen wäre und nicht die Heiligenfiguren.

Wann die Sanierung fertig sein soll

2015 bis 2016 wurden bereits das Kirchendach erneuert und die Außenfassade saniert. Abgeschlossen sein soll die Sanierung bis spätestens Ende September nächsten Jahres. Denn am 8. Oktober 2023 jährt sich die Kirchenweihe zum 275. Mal.

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