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Anlieger müssen circa 1,3 Millionen Euro zahlen
Einige Sander Bürger werden heftig zur Kasse gebeten.
Einige Sander Bürger werden heftig zur Kasse gebeten.
Foto: Symbolfoto: nnudoo/Adobe Stock
Sand am Main – Der Kanalbau in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse in Sand am Main kann teuer werden für die Nutzer der Abwassereinrichtung.

Ein Teil der Kosten der laufenden Kanalbaumaßnahme in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse wird auf alle in Sand an den Kanal angeschlossenen Grundstücke umgelegt. Das beschloss der Sander Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Von den Baukosten in Höhe von voraussichtlich 2,04 Millionen Euro werden circa 1,3 Millionen Euro als Verbesserungsbeiträge erhoben.

Berufung aufs Gesetz

Wie Bürgermeister Bernhard Ruß erläuterte, ist das Kommunalabgabengesetz Grundlage dafür, in dem es in Artikel 5, Absatz 1, heißt: „Die Gemeinden und Landkreise können zur Deckung des Aufwands für die Herstellung, Anschaffung, Verbesserung oder Erneuerung ihrer öffentlichen Einrichtungen (Investitionsaufwand) Beiträge von den Grundstückseigentümern und Erbbauberechtigten erheben, denen die Möglichkeit der Inanspruchnahme dieser Einrichtungen besondere Vorteile bietet.“

Dass amn den Kanal benutzen kann, ist ein Vorteil

Die Inanspruchnahme einer solchen Einrichtung ist zunächst ein Vorteil für denjenigen, dem das Grundstück und die Immobilie gehört. Deshalb sei es mehr als recht und billig, dass zunächst dieser von der Gemeinde bei der Finanzierung in die Pflicht genommen werde, so Ruß. Dies war bereits Konsens bei der Abrechnung des Anteils der Gemeinde Sand an der Gemeinschaftskläranlage Zeil/Sand 2001 und der Verbesserung des Kanalnetzes 2011. Die jetzigen Zahlen sind laut Ruß zum Teil Kostenschätzungen und werden sich nach Abschluss der Maßnahmen noch verändern. Sie stellen allerdings eine realistische Größenordnung dar, nach der sich die Belastung für die Gemeinde und die Grundstückseigentümer ergibt, erklärte der Bürgermeister.

Und wenn der Kanal dann fertig ist

Auch die Neugestaltung des Straßenraums in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse stand auf der Tagesordnung. Laut Bauzeitenplan ist die Wiederherstellung der Straßen für den Juni kommenden Jahres vorgesehen. Leonie Gerhard vom Planungsbüro Weimann Ingenieure und Hugo Barthel vom Ingenieurbüro ProTerra stellten die Planungen vor. Hinsichtlich der Oberflächengestaltung soll der Belag eine Fortsetzung der Maingasse bilden. Wegen der beengten Verhältnisse wird auf eine Begrünung weitgehend verzichtet. Rechnung getragen werden soll dem Bedarf nach Stellplätzen für Pkw, da einige Grundstücke über keine oder nur sehr begrenzte Abstellmöglichkeiten verfügen. Die Straße wird barrierefrei angelegt und Entwässerungsrinnen werden auf ein Mindestmaß reduziert. Der Bildstock am Pfarrgarten wird in die Gestaltung als Station bei der Fronleichnamsprozession mit eingebunden. Der Gemeinderat billigte die Grundzüge der Planung, Details werden im Bauausschuss festgelegt.

Das Design-Forum Coburg darf noch mal ran

Die Planungen für die künstlerische Gestaltung des Kreisels an der Ortsausfahrt Richtung Knetzgau werden Sander Fachleute und das Coburger Designforum Oberfranken übernehmen. Das Designforum war bereits seinerzeit in die Umfeldgestaltung des Kirchplatzes mit einbezogen. Mit einer Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat dieses Vorgehen. Über die endgültige Gestaltung wird das Gremium dann zu gegebener Zeit abstimmen.

Absagen wegen Corona

Aufgrund der hohen Inzidenz hat Bürgermeister Bernhard Ruß die für den 16. November geplante Bürgerversammlung abgesagt. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Über die geplanten Themen „Finanzierung der Kanalsanierung“ und „Ausweisung von Baugebieten“ wird auf der Homepage der Gemeinde und im nächsten Mitteilungsblatt informiert.

Seniorenbeauftragter Gerhard Zösch teilte mit, dass die Weihnachtsfeier der Senioren ebenfalls ausfallen wird. Stattfinden soll dagegen im kleinen Rahmen die Verleihung der Bürgermedaillen am 28. November.