Verurteilt
Todesdrohung hat Folgen
„Du Hurensohn sollst kommen, damit wir dich plattmachen“, lautete die Drohung der Angeklagten gegenüber dem neuen  Liebhaber der Ex-Freundin.
„Du Hurensohn sollst kommen, damit wir dich plattmachen“, lautete die Drohung der Angeklagten gegenüber dem neuen Liebhaber der Ex-Freundin.
Symbolfoto: nito/Adobe Stock
F-Signet von Martin Schweiger Fränkischer Tag
Haßfurt – Vor dem Amtsgericht Haßfurt wird gegen zwei junge Männer verhandelt, die einen Mann fertigmachen wollten, obwohl der seine Anzeige zurückgezogen hat.

Die feuchtfröhliche Feier anlässlich seines 20. Geburtstags im August dieses Jahres endete für das Geburtstagskind und dessen Kumpel alles andere als fröhlich. Weit nach Mitternacht griffen die beiden mit reichlich Bier und Wodka intus zum Handy und beleidigten und bedrohten die Ex-Freundin des 20-Jährigen und deren neuen Liebhaber.

Der „Hurensohn“ solle kommen, „damit wir dich plattmachen“, verkündeten sie lautstark per Mobiltelefon. Der Bedrohte nahm die Drohung ernst und erstattete Anzeige.

Geldauflage in Höhe von 400 Euro an den Verein für Jugendhilfe

Am Dienstag verurteilte das Amtsgericht Haßfurt das Duo zu Geldstrafen. Der 20-Jährige aus dem nördlichen Landkreis muss nach Jugendstrafrecht eine Geldauflage in Höhe von 400 Euro an den Verein für Jugendhilfe und soziale Integration bezahlen. Sein 28-jähriger Komplize aus dem Landkreis Schweinfurt erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen zu 50 Euro, also 1000 Euro.

In Frauengeschichten verstrickt

Beide Angeklagte räumten die Vorwürfe ein. Der 20-Jährige gab an, er habe damals eine On-Off-Beziehung mit zwei Frauen geführt. Seine damalige Freundin habe ihn dazu angestiftet, seine Ex-Freundin anzurufen. Heute bereue er dies. Sein Kumpel sagte auf der Anklagebank, er könne sich aufgrund seines hohen Alkoholspiegels kaum noch an den Abend erinnern.

Kompletter Sinneswandel des ehemals Bedrohten

Der Bedrohte selbst sagte im Zeugenstand, er habe sich eher genervt als bedroht gefühlt. Mittlerweile habe er sich mit den Angeklagten ausgesprochen und wolle den Strafantrag zurückziehen.

Dies sei jedoch nur auf den Anklagepunkt der Beleidigung möglich, belehrte ihn der Vorsitzende Richter Christoph Gillot. Zudem müsse er dann die Kosten des Verfahrens tragen. Auch dazu erklärte sich der Anzeigenerstatter bereit.

Dass sie sehr wohl Angst gehabt und sich bedroht gefühlt habe, sagte die Ex-Freundin dem Gericht. Denn es habe zuvor immer wieder Ärger mit den beiden Angeklagten gegeben. Sie hätten sie im Auto verfolgt. Bei der Kirchweih in Hofheim sei es zu einer Rangelei gekommen.

Die beiden Angeklagten sind dem Gericht keine Unbekannten

Unbekannt sind beide Angeklagte vor Gericht nicht. Der 28-Jährige hat bereits vier Einträge – ausschließlich Verkehrsdelikte – in seinem Sündenregister, der 20-Jährige wurde bereits zweimal straffällig, ebenfalls wegen Verkehrsdelikten. Er hat laut der Jugendgerichtshelferin rund 20.000 Euro Schulden und nehme derzeit einen „Urlaub von Frauen“.

Der Richter lehnt die Einstellung des Verfahrens ab

Sein Verteidiger warf ein, sein Mandant habe die Bedrohung im jugendlichen Übermut ausgesprochen und nicht ernst gemeint. Er schlug daher eine Einstellung des Verfahrens vor.

Die machte der Richter – auch aufgrund der Vorstrafen – jedoch nicht mit. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: