Amtsgericht
Schwarzfahrt mit „Speed“ im Kofferraum
Ein Fund der synthetischen Droge Crystal Speed: Im März dieses Jahres hatte der Angeklagte ein Gramm der Droge Amphetamin („Speed“) bei sich.
Ein Fund der synthetischen Droge Crystal Speed: Im März dieses Jahres hatte der Angeklagte ein Gramm der Droge Amphetamin („Speed“) bei sich.
Foto: David Ebener, dpa
F-Signet von Martin Schweiger Fränkischer Tag
Haßfurt – Dreimal wird ein Hesse ohne Führerschein am Steuer erwischt, dann ist damit auf der Maintal-Autobahn im Landkreis Haßberge Schluss.

Die Wahl zum Angeklagten des Monats August würde ein 26-jähriger Hesse, der am Mittwoch auf der Anklagebank des Amtsgerichts saß, wohl locker gewinnen. Höflich, frisch rasiert und frisiert präsentierte er sich mit sauberem Hemd dem Gericht.

Eine weiße Weste im juristischen Sinn hat er dennoch nicht. Dreimal wurde er bereits ohne Führerschein am Steuer erwischt. Beim dritten Mal bei einer Verkehrskontrolle auf dem Maintal-Autobahn-Parkplatz „Steinsäcker“ im März dieses Jahres hatte er außerdem ein Gramm der Droge Amphetamin („Speed“) dabei.

Fahren ohne Fahrerlaubnis und unerlaubter Erwerb von Betäubungsmitteln

Dies kommt den Außendienst-Mitarbeiter aus Fulda nun teuer zu stehen: Richter Patrick Keller verurteilte ihn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe in Höhe von 70 Tagessätzen zu 70 Euro, also 4900 Euro. Außerdem verhängte der Vorsitzende ein zweimonatiges Fahrverbot.

Dass der Angeklagte bei seiner Fahrt im März auch Drogen im Blut hatte – nämlich Speed und Cannabis – war nicht Teil der Anklage. Zudem dürfte es sich bei den drei Fahrten ohne Führerschein auch nur um die Spitze des Eisbergs handeln. Denn nach eigener Aussage muss der Vertriebs-Profi rund 300 bis 400 Kilometer zu seinen Kunden fahren.

Derzeit fahre er Zug, gab er zu Protokoll

Er besaß zwar schon einmal eine Fahrerlaubnis, die er jedoch vor zweieinhalb Jahren nach einer Fahrt unter Drogeneinfluss abgeben musste. Zu Geldstrafen in Höhe von insgesamt 3400 Euro wurde er bereits wegen Schwarzfahrten verurteilt. Derzeit fahre er Zug, gab er zu Protokoll.

Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe von 5400 Euro plus drei Monaten Fahrverbot aufgrund der hohen Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten. Denn nur drei Wochen nach der letzten Verurteilung wurde er erneut erwischt. Der Angeklagte, der ohne Verteidiger vor Gericht erschienen war, fragte nach, ob die Geldstrafe „verhandelbar“ sei. Schließlich würden Strom und Gas immer teurer werden. Gleichzeitig gelobte er: „Das passiert nie wieder“.

Hohe Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten

Der Vorsitzende tat ihm den Gefallen und blieb unter dem Antrag der Anklagevertreterin. Dennoch müsse das Gericht aufgrund der großen Rückfallgeschwindigkeit „knackiger zuschlagen“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Immer diese Drogen!

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