Anschuldigungen
Affäre mit einem Pornoproduzenten
Das Amtsgericht in Haßfurt
Das Amtsgericht in Haßfurt
Foto: Ronald Rinklef
F-Signet von Martin Schweiger Fränkischer Tag
Haßfurt – Pikante Videos und Nacktfotos: Liebesbeziehung endet mit Anzeigen. Wie das Amtsgericht Haßfurt für Klarheit sorgt.

Die Beziehung zu einem heute 50-Jährigen aus Baden-Württemberg stand für eine 45-Jährige aus dem Maintal von Beginn an unter keinem guten Stern. „Ich wollte eine Beziehung, aber es war nur eine sexuelle Affäre“, sagte sie unter Tränen am Mittwoch auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Weil ihr Ex-Liebhaber sie nach dem Liebes-Aus weiterhin mit Handy-Nachrichten bombardierte, erstatteten sie und ihr neuer Lebensgefährte Anzeige wegen Nachstellung bei der Polizeidienststelle in Haßfurt.

Doch der Polizeibesuch ging für die beiden nach hinten los. Denn der Angezeigte zeigte seinerseits das Paar wegen falscher Verdächtigung an, da seine Ex-Freundin ihrerseits mit ihm den Kontakt gesucht hatte. Das Paar erhielt in der Folge jeweils einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung, gegen die sie Einspruch einlegten.

Drei Videos habe ihr Ex-Lover bei gemeinsamen Schäferstündchen gedreht, sagt die angeklagte Frau aus

Vor Gericht erschienen beide mit ihrem eigenen Anwalt. Die Angeklagte sagte, sie sei von dem 50-Jährigen per Whatsapp kontaktiert worden, obwohl sie ihn gar nicht gekannt habe. Sie habe sich mit ihm über mehrere Monate hinweg ein bis zwei Mal getroffen. Drei Videos habe ihr Ex-Lover bei gemeinsamen Schäferstündchen gedreht. Auch Nackt-Fotos habe sie mit ihm per Handy ausgetauscht. Die pikanten Video-Aufnahmen seien nicht abgesprochen gewesen.

Als sie ihren Freund in Baden-Württemberg besuchte, sei die Kamera mit Stativ bereits in der Wohnung aufgebaut gewesen. Sie fürchtete, dass ihr Ex die Videos oder Nackt-Fotos nach dem Liebes-Aus weitergibt, beispielsweise an ihren Arbeitgeber. Sie habe ihn darum gebeten, ihr die pikanten Aufnahmen zu geben, was er bis heute jedoch nicht gemacht habe. Ihre Anwältin sagte, ihre Mandantin sei daher zur Polizei gegangen, da sie sich Hilfe erhofft habe. Der Ex-Lover habe die Videos und Bilder nur herausgeben wollen, wenn die Beziehung nicht beendet wird.

Wie die Beziehung begann

Der Ex nahm den weiten Weg von der Nähe des Bodensees auf sich, um als Zeuge auszusagen. Die Telefonnummer der Angeklagten habe er zufällig in einer Schachtel gefunden, gab er zu Protokoll. Aus Neugierde habe er ihr eine Nachricht geschrieben, woraus sich eine Liebesbeziehung entwickelt habe. „Ich liebe dich“, habe sie ihm geschrieben, was er erwidert habe. Die Videos seien mit der Angeklagten abgesprochen gewesen. Er habe die Schäferstündchen auf einer Kassette aufgenommen, die er bereits „in den Ofen geschmissen“ habe. Digitalisiert habe er sie nicht, beteuerte er.

Die Frau muss 500 Euro an den Weißen Ring zahlen

Richter Patrick Keller stellte das Verfahren ein. Er sah eine geringe Schuld bei der Angeklagten, da sie noch den Kontakt zu ihrem Ex-Liebhaber gesucht habe, obwohl die Beziehung bereits beendet gewesen sei. Sie muss als Auflage 500 Euro an den Weißen Ring und die Kosten für die Anwältin zahlen.

Ihr neuer Freund erhielt keine Geldauflage, muss aber auch seinen Verteidiger selbst bezahlen.

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