Polizeibilanz
Stimmung bestens, Alkoholpegel auch
Das Zeiler Weinfest verzeichnet nach den zwei Corona-Jahren keinen Rekordbesuch, aber doch tausende von Gästen, die sich einigermaßen gut benahmen, wie die Polizei bilanziert. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das Zeiler Weinfest verzeichnet nach den zwei Corona-Jahren keinen Rekordbesuch, aber doch tausende von Gästen, die sich einigermaßen gut benahmen, wie die Polizei bilanziert. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Foto: Christian Licha
Zeil am Main – Im Verhältnis zu anderen solcher Großveranstaltungen ist das Zeiler Altstadtweinfest einigermaßen moderat gelaufen.

Alle Fingerglieder blieben dran, allerdings gab es einige Auseinandersetzungen. Wie die Polizeidienststelle Haßfurt auch meldet, verzeichneten die Beamten etliche Jugendliche, die Hochprozentiges mit auf das Fest brachten.

An den drei Tagen des Altstadtweinfestes gab es laut Polizeibilanz zahlreiche Einsätze des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes, das bei der Größenordnung dieser Festveranstaltung ebenso wie die Polizei eine notwendige stationäre Wache eingerichtet hatte. Sie und die Polizeibeamten der Polizeiinspektion Haßfurt sowie die unterstützenden Kräfte aus Schweinfurt hatten während der Festtage „gut zu tun“. 14 Vorfälle wurden polizeilich aktenkundig gemacht.

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Hierbei handelte es sich um Gewahrsamsnahmen mit dem Ziel der Ausnüchterung, Körperverletzungs-, Beleidigung- und Sachbeschädigungsdelikte. Am Samstag und Sonntag ereigneten sich die meisten Einsätze für Rettungsdienste, Sicherheitsdienst und Polizei.

Aus polizeilicher Sicht handelte es sich hierbei um drei Gewahrsamsnahmen betrunkener Personen. Sie hatten Festbesucher belästigt und sich aggressiv verhalten und kamen zur Ausnüchterung in die Zellen der Polizeiinspektion. Die Alkoholwerte der in Gewahrsam genommenen Personen lagen zwischen 1,88 und 2,32 Promille.

Polizei greift schlichtend ein

Mehrere Streitigkeiten zwischen angetrunkenen Personen wurden durch Kräfte der Polizei, auch in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst, geschlichtet. Im Rahmen einer Streitigkeit am Sonntag, eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht, kam es zu einer wechselseitigen Körperverletzung zwischen drei Personen. Hierbei wurden die drei Personen und ein Sicherheitsdienstmitarbeiter leicht verletzt. Zwei der Beschuldigten wiesen einen Atemalkoholwert von fast 2,0 Promille auf.

Im Rahmen einer Personenkontrolle eines Festbesuchers konnten fünf Gramm Marihuana beschlagnahmt werden. Den 18-Jährigen erwartet nun eine Strafanzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln.

Mütchen an drei Einsatzautos gekühlt

Am Sonntagmorgen gegen 3 Uhr beschädigten zwei stark alkoholisierte männliche Festbesucher zwei geparkte Einsatzfahrzeuge des Bayerischen Roten Kreuzes und einen weiteren geparkten Pkw. Vermutlich traten die Personen von jedem der oben genannten Fahrzeuge jeweils einen Außenspiegel ab.

Polizeibeamte konnten die zwei Beschuldigten kurze Zeit später ermitteln und leiteten Strafverfahren gegen diese ein. Der an den Fahrzeugen verursachte Gesamtschaden wird auf 600 Euro geschätzt.

Am Montag gegen 0.30 Uhr wurde ein 18-Jähriger aufgrund eines Betretungsverbotes für das Weinfest durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vom Festgelände begleitet. Hierbei kam es zu einer wechselseitigen Körperverletzung zwischen einem Security-Mitarbeiter und dem Burschen. Beide Personen wurden hierdurch leicht verletzt. Ein 26-Jähriger solidarisierte sich daraufhin mit dem 18-Jährigen. Er beleidigte zunächst zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und schlug anschließend auf einen von beiden ein. Der Sicherheitsdienstmitarbeiter wurde leicht verletzt.

Mädels haben viel zu viel intus

Am letzten Festtag waren vergleichsweise wenige Polizeieinsätze zu verzeichnen. Gegen 23 Uhr liefen am Montag eine 13- und eine 15-Jährige stark alkoholisiert den Polizeibeamten im Stadtgebiet in die Hände. Die Minderjährigen mussten mitkommen zur Wache des Bayerischen Roten Kreuzes. Nachdem die Erziehungsberechtigten verständigt worden waren, wurden die beiden jungen Frauen wegen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus Haßfurt transportiert.

Eine der beiden jungen Festbesucherinnen hatte einen Atemalkoholwert von 1,32 Promille. Das ist für ein heranwachsendes Mädchen gefährlich und überaus ungesund.

Eine 43-Jährige brachten Polizeibeamte am Dienstag gegen 2.15 Uhr volltrunken nach Hause. Dieser Dienst ist für die Frau kostenpflichtig.

Es gab keine Gewalttaten

Fälle von Gewalttaten wie Widerstände gegen Polizeibeamte beim Einschreiten oder Durchsetzen von Maßnahmen waren dieses Jahr glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass es zwar für den Rettungsdienst, Polizei und Sicherheitsdienst ein arbeitsreiches, verlängertes Wochenende gab, jedoch in Anbetracht des Besucherzustroms von tausenden Besuchern während der Festtage, sich das Straftatenaufkommen in einem noch moderaten Rahmen bewegte.

Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass insbesondere an den beiden ersten Festtagen bereits in den frühen Abendstunden aufgrund des teilweise hemmungslosen Alkoholkonsums einige Festbesucher nicht mehr Herr ihrer Sinne waren und die Alkoholwirkung offensichtlich deutlich unterschätzten. Auch war auffällig, dass insbesondere durch jugendliche Festbesucher, teils hochprozentige Alkoholika auf das Festgelände mitgebracht worden waren.