Polizei
Mit moderner Technik gegen Raser
Der Blitzanhänger steht im Moment an der B303 nahe der Ausfahrt Kreuzthal.
Der Blitzanhänger steht im Moment an der B303 nahe der Ausfahrt Kreuzthal.
Foto: Christian Licha
LKR Haßberge – Eine „teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage“ steht jetzt im Landkreis Haßberge. Warum man sie keinesfalls anfassen sollte.

Seit einiger Zeit ist er bereits in Unterfranken im Einsatz, nun steht er auch erstmals im Landkreis Haßberge. Gemeint ist der sogenannte Blitzanhänger oder technisch korrekt auch „teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage“ oder „Enforcement Trailer“ genannt. Seit Mittwochmittag steht die Messanlage an der Bundesstraße 303 im Gemeindebereich Riedbach in der Nähe der Abfahrt Kreuzthal.

Der Enforcement Trailer ist ein mobiles Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung in Form eines Anhängers. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er an beliebigen Orten nahezu autonom betrieben werden kann. In dem Anhänger ist ein Messsystem verbaut, welches sich der Laserscanner-Messtechnik bedient, ein Laserfächer erfasst alle Fahrzeuge. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung werden die Kameras aktiviert. Das Messsystem ist mit zwei Kameras und unterschiedlichen Objektiven ausgestattet. Je nach Entfernung der Fahrspur, auf welcher sich das betroffene Fahrzeug bewegt, löst eine der beiden Kameras aus und dokumentiert das betreffende Fahrzeug beweissicher.

Da gibt’s nichts zu diskutieren

Falschmessungen sind ausgeschlossen, da das Gerät sofort Fehler im System erkennt und dann keine Aufzeichnungen vornimmt.

Vor jeden Einsatz wird das Gerät von einem Beamten per Laptop justiert.
Vor jeden Einsatz wird das Gerät von einem Beamten per Laptop justiert.
Foto: Christian Licha

Üblicherweise steht der Blitzanhänger mehrere Tage an der selben Stelle. Große Akkus sorgen dafür, dass ihm auch nach längerer Zeit nicht der Saft ausgeht.

Raffinierte Sicherheitsvorkehrungen

Wer jetzt denkt, er könne den Anhänger einfach abtransportieren oder zerstören, hat die Rechnung ohne die Polizei gemacht. Mit raffinierten Sicherheitsvorkehrungen wird nämlich jedem illegalen Handeln ein Riegel vorgeschoben. Die Polizei selber habe schon erfahren, wie empfindlich die Alarmanlage eingestellt ist, erzählte augenzwinkernd Polizeihauptkommissar Ingo Stübinger, Leiter für zentrale Verwaltungsaufgaben bei der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck. Ein Beamter, der jüngst das Gerät justierte und scharf stellte, löste nämlich einen Alarm aus, in dem er nur gegen das Gehäuse klopfte. Sofort schrillten dann im Polizeipräsidium Unterfranken in Würzburg die Alarmglocken. In einem solchen Fall ist normalerweise eine Streife schnell zur Stelle.

Was ist der Sinn des Ganzen?

„Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit sind bei schweren Unfällen nach wie vor Ursache Nummer eins“, sagt Polizeihauptkommissar Stefan Scherrer, der bei der Polizeiinspektion Haßfurt Sachbearbeiter im Verkehrsbereich ist. Gerade auf der gut ausgebauten B303 kommt es erfahrungsgemäß oft zu sehr deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Nach einer Studie der Universität Köln nehmen Verkehrsunfälle um vier Prozent ab, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit um einen Stundenkilometer verringert wird. Daher schlossen sich mehrere Polizeidienststellen zusammen, um mit Kontrollen auf längeren Streckenabschnitten eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen.

Die beiden Polizeihauptkommissare Stefan Scherrer (links) von der Polizeiinspektion Haßfurt und Ingo Stübinger (rechts) von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck waren am Mittwoch an der B303, als der Enforcement Trailer zu seinem ersten Einsatz im Landkreis Haßberge aufgestellt wurde.
Die beiden Polizeihauptkommissare Stefan Scherrer (links) von der Polizeiinspektion Haßfurt und Ingo Stübinger (rechts) von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck waren am Mittwoch an der B303, als der Enforcement Trailer zu seinem ersten Einsatz im Landkreis Haßberge aufgestellt wurde.
Foto: Christian Licha

Man kann sich also nie sicher sein, dass nach einem Blitzer nicht noch in einiger Entfernung ein weiterer folgt. „Angemessene Geschwindigkeit im Sinne der Verkehrssicherheit deshalb immer angeraten“, sagt Scherrer.

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