Gerichtsverhandlung
Verfolgungsjagd endet mit einer Bewährungsstrafe
Mit einem Cuttermesser hat der Angeklagte aus dem Raum Bamberg in Haßfurt seinen damaligen Chef bedroht.
Mit einem Cuttermesser hat der Angeklagte aus dem Raum Bamberg in Haßfurt seinen damaligen Chef bedroht.
Foto: Symbolfoto: Wylezich, Fotolia.com
Haßfurt – Weil ein 28-jähriger Arbeiter aus dem Raum Bamberg in Haßfurt seinen damaligen Chef bedrohte, bekam er jetzt vom Amtsgericht in Bamberg die Quittung.

Die Kündigung seines Arbeitsplatzes ist einem 28-jährigen Arbeiter aus dem Raum Bamberg im April letzten Jahres wohl kräftig auf den Magen geschlagen. Weil er seine Entlassung nicht akzeptierte, stellte er seinen Chef am Vormittag des 6. April 2020 in der Haßfurter Hauptstraße öffentlich zur Rede. Weil er ihn dabei nötigte und bedrohte, hat ihn das Amtsgericht in Bamberg am Dienstag zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht ein dreimonatiges Fahrverbot.

Laut Anklageschrift verfolgte der Angeklagte an jenem Aprilmorgen mit seinem Kleintransporter seinen vorausfahrenden Chef, der mit einem Transporter in Haßfurt auf dem Weg zu einer Baustelle war, um mit ihm über die Entlassung zu diskutieren. Als der Arbeitgeber des Angeklagten in der Haßfurter Hauptstraße anhielt, stieg der wütende Angeklagte aus seinem Fahrzeug und teilte dem Geschädigten mit: „Wir klären die Sache jetzt.“ Anschließend zog er ein Cuttermesser aus seiner Hosentasche, hielt dieses in Richtung des Chefs und drohte, ihn damit zu verletzen. Außerdem beleidigte er ihn als „Drecksau“.

Als der Arbeitgeber sich einige Meter entfernte, um die Situation zu entschärfen, stieg der Angeklagte in seinen Kleintransporter und gab Vollgas, sodass die Reifen durchdrehten, und fuhr auf seinen Chef zu. Der konnte sich durch einen Sprung zur Seite vor dem Aufprall retten und entschloss sich, seinen „Beinahe-Mörder“ anzuzeigen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.msch