Schulung
Damit es nicht gefährlich wird
So ist es richtig! Bürgermeister Matthias Bäuerlein demonstriert den sicheren Zustieg in einen Linienbus: Zuerst den Rollator hineinhieven und dann mit beiden Händen fest an den Haltestangen zusteigen; beim Aussteigen genau dasselbe in umgekehrter Reihenfolge.
So ist es richtig! Bürgermeister Matthias Bäuerlein demonstriert den sicheren Zustieg in einen Linienbus: Zuerst den Rollator hineinhieven und dann mit beiden Händen fest an den Haltestangen zusteigen; beim Aussteigen genau dasselbe in umgekehrter Reihenfolge.
Foto: Christian Licha
LKR Haßberge – Hinten zusteigen geht mit Rollator besser als vorne. Mehr Hinweise und Tricks für Senioren im ÖPNV gab es im Landkreis Haßberge.

„Das ist gar nicht so leicht, wie es aussieht“, sagte Bürgermeister Matthias Bäuerlein, der ausprobierte, mit einem Rollator in einen vor dem Rauhenebracher Rathaus bereitgestellten Bus zuzusteigen. Auch beim Aussteigen machte das Gemeindeoberhaupt vor, wie es am sichersten ist. Wenn der Bus komplett zum Stillstand gekommen ist, sollte man mit beiden Händen fest an den seitlichen Haltestangen rückwärts aus dem Bus gehen. Erst danach wird empfohlen, auch den Rollator ins Freie zu hieven.

Seniorenbeauftragte als Multiplikatoren in ihren Städten und Gemeinden

Worauf Senioren mit Rollator beim Busfahren achten sollten und wie es zu einer leichten Übung wird, trotz Handicaps am Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) teilzunehmen, war Thema von Informationsveranstaltungen für die Seniorenbeauftragten der Städte und Gemeinden im Landkreis Haßberge. In Theres, Ebern, Hofheim und am Dienstag in Untersteinbach vermittelte Niklas Schwarzmann von der ÖPNV Akademie GmbH die besten Praxistipps. Gemeinsam mit Ile-Managerin Ulla Schmidt von der „Lebenregion plus“ initiierten Susanne Wolfrum-Horn sowie Sonja Gerstenkorn von der Kreisentwicklung am Landratsamt Haßberge dieses Mobilitätstraining.

Lieber nicht am Rollator festhalten!

Als große Gefahrenquelle bezeichnete Niklas Schwarzmann die nicht angezogene Handbremse am Rollator während des Ein- und Aussteigens. „Wenn man sich dann noch an der Gehhilfe festhält, sind Unfälle programmiert.“ Besser sei es, sich an den Haltestangen der Bustüren festzuhalten.

Generell wird empfohlen, den hinteren Zustieg eines Linienbusses zu benutzen. Dort befindet sich auch gleich gegenüber eine Multifunktionsfläche, auf der der Rollator sicher während der Fahrt abgestellt werden kann. Ein Klappsitz daneben ermöglicht den Senioren, einen sicheren Sitzplatz zu haben, denn es wird davon abgeraten, sich während der Fahrt auf den Rollator zu setzen. Das sei doch sehr unfallträchtig.

Wie sich Rollstuhlfahrer zurechtfinden

Auch ein Rollstuhlfahrer findet in einem Niederflurbuss gegenüber der hinteren Tür einen sicheren Platz. Viele Omnibusse sind auch schon mit sogenannten Rollstuhlklappen ausgerüstet, mit Hilfe derer das Einsteigen erleichtert wird. „Busfahrer sind geschult und haben ein Auge darauf, wenn jemand Hilfe braucht“, sagte Niklas Schwarzmann und ermunterte, diese Hilfe auch anzunehmen. Freilich seien zumindest auf dem Land bisweilen Reisebusse für den Linienverkehr eingesetzt, die das Zusteigen für Gehbehinderte schwierig machten, so der Verkehrsfachwirt. Nach und nach würden diese aber durch Niederflurbusse ersetzt. Auftraggeber könnten dies bei der Vergabe der Konzessionen vorschreiben.

Wissenswertes über den VGN

Neben dem umfangreichen Praxisteil erklärte der Fachmann der ÖPNV-Akademie auch alles zum Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN), in den der Landkreis Haßberge seit dem Jahr 2018 komplett tariflich integriert ist. Neben den Einzelfahrkarten seien auch Tages- oder Abokarten im Angebot, die sich für Vielfahrer lohnten, so Schwarzmann.

Der zweitgrößte Verbund in Deutschland

Der VGN sei in weiten Teilen deckungsgleich mit der Metropolregion Nürnberg und umfasse den gesamten Regierungsbezirk Mittelfranken sowie Teile Ober- und Unterfrankens, der Oberpfalz, Schwabens sowie Ober- und Niederbayerns. Mit rund 15800 Quadratkilometern sei der VGN flächenmäßig nach dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg der zweitgrößte Verkehrsverbund in Deutschland.