Mobilitätswoche
Der Bahnhalt wird zur Mobilstation
Vor dem Bahnhaltepunkt Ebern, der nach dem Willen der Veranstalter zukünftig als Mobilstation ausgebaut werden soll, präsentierten Vereinsvorsitzende Oliver Kunkel (links) und Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) den Entwurf des Flyers zur Europäischen Mobilitätswoche im Landkreis Haßberge.
Vor dem Bahnhaltepunkt Ebern, der nach dem Willen der Veranstalter zukünftig als Mobilstation ausgebaut werden soll, präsentierten Vereinsvorsitzende Oliver Kunkel (links) und Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) den Entwurf des Flyers zur Europäischen Mobilitätswoche im Landkreis Haßberge.
Foto: Christian Licha
Ebern – Die Stadt Ebern und der Verein „Wir gestalten Heimat“ werben mit einem bunten Programm und pfiffigen Ideen für alternative Fortbewegungskonzepte.

Auch in diesem Jahr ist die Stadt Ebern Ausrichter der Europäischen Mobilitätswoche im Landkreis Haßberge. Bürgermeister Jürgen Hennemann und Oliver Kunkel, der Vorsitzende des Vereins „Wir gestalten Heimat“ stellten die einzelnen Aktionen und Veranstaltungen vor, die im Zeitraum vom 16. bis zum 22. September stattfinden werden, bei einem Pressegespräch vor.

Den Auftakt bildet am Donnerstag, 16. September, um 18 Uhr, eine Eröffnungs-Tour mit dem Fahrrad durch Ebern. Start ist an der Bahnhaltestelle, die künftig als Mobilstation dienen soll. Hier soll das Umfeld in absehbarer Zukunft freundlich, informativ und funktionell gestaltet werden. Angedacht sind unter anderem Sitzgelegenheiten, eine Überdachung mit Solarpaneelen, Informationstafeln zum ÖPNV und ein Bücherschrank. Dabei soll die Örtlichkeit nicht nur Wartenden dienen, sondern auch zum Verweilen einladen.

Jetzt schon befinden sich gegenüber der Haltestelle eine Reparaturstation für Fahrräder; Aufladeboxen für Pedelec-Akkus sollen bis September angebracht werden. Die Mitfahrstation, die im letzten Jahr in Ebern preisgekrönt wurde, wird am Veranstaltungstag auch noch einmal zu sehen sein. Die Meisterschule Ebern hat sich bereiterklärt, Vorschläge zu entwickeln, wie man diese nützliche Einrichtung noch attraktiver gestalten kann.

„Mobilkino"

Am Freitag, 18. September und am Dienstag 21. September werden unter dem Namen „Mobilkino" jeweils interessante Filme gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Zeiler Kinobetreiber Bruno Schneyer gibt es den schwedischen Dokumentarfilm „Bikes gegen Cars“ und die preisgekrönte US-Dokumentation „Motherload“ gezeigt, in dem es um das Leben einer Mutter mit ihren Kindern und ein Lastenrad geht.

Experten zu den Themen nachhaltige Mobilitätssysteme und Mobilitätstechnologien werden beim Nachhaltigkeitsforum am Samstag, 18. September, um 14 Uhr in der Eberner Frauengrundhalle referieren und sich anschließend in einer Podiumsdiskussion auch den Fragen der Zuschauer stellen.

Am Eberner Kirchweihsonntag, 19. September, wird es im Außenbereich des Schlosses Eyrichshof eine Mobilityshow geben. Hennemann und Kunkel versprechen noch mehr Ausstellungsteilnehmer und Informationen zum Thema E-Mobilität als im vergangen Jahr. Fachvorträge werden das Programm ergänzen.

Auch ein umweltfreundliches Shuttle von der Innenstadt zum Schloss und zurück ist geplant. Nach derzeitigem Stand kann nämlich, wenn es keine negative Veränderung der Coronalage gibt, der Kirchweihmarkt mit Marktkaufleuten abgehalten werden. Ergänzend dazu ist eine Spielstraße in der Sutte geplant und eine Sternradfahrt nach Eyrichshof.

Zu Fuß zu Schule und Arbeit

Am Montag, 20. September, wird passend zum Weltkindertag das Spielmobil von Main-Connect zur Grundschule kommen.

Zum Abschluss der Mobilitätswoche am Dienstag wird dann an vielen Schulen im Landkreis die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ und gleichzeitig für Erwachsene die „Zu Fuß zur Arbeit" gestartet. Hier sollen die Teilnehmer dokumentieren, mit welchem Fortbewegungsmittel sie zur Schule beziehungsweise an den Arbeitsplatz kommen und Alternativen ausloten.

An allen sieben Veranstaltungstagen wird es auch Radtouren zu den Veranstaltungsorten geben. Zusätzlich wird in der selben Zeit eine Mitfahrbank-Rallye stattfinden, bei der es darum geht, möglichst viele Kilometer das eigene Auto stehen zu lassen und mit anderen mitzufahren. Als erster Preis winkt ein Preisgeld von 100 Euro, zudem gibt es wertvolle Sachpreise.

„Das ist kein Happening, sondern wir wir wollen nachhaltigen Verkehr entwickeln“, sagt Oliver Kunkel zu dem Konzept „Triomobile“, das die Veranstalter entwickelt haben. Dieses setzt sich aus den drei Punkten Sharing, Rufbus und Mitnahme zusammen. Beim Sharing sollen sich möglichst viele Teilnehmer ein Dorfauto, Pedelec, E-Lastenrad teilen, während man beim Rufbus mit einer Stunde Vorankündigung sein Fahrziel wählen kann. Das Ganze wird ergänzt durch spontane Mitnahme, wie etwa auf den Mitfahrbänken, Pendlermitnahme oder einem Bürgerbus.

Jedes dieser drei Konzepte gibt es bereits in der Realität für sich, aber die Kombination ist ein Pilotprojekt, das von Fachleuten und auch dem Bayerischen Umweltministerium begrüßt wird, sagte Kunkel. All das ist als Ergänzung zusätzlich zu den bestehenden Bus- und Bahnverbindungen angedacht. Unterstützen soll hierbei auch eine Mitnahme-App und die Mobilstationen die zum Umsteigen zwischen zwei Verkehrsoptionen und zur Information gedacht sind.

Das Programm der Europäischen Mobilitätswoche wird demnächst auf der Homepage www.wir-gestalten-heimat.de veröffentlicht.