Durcheinander
Der Gereuther Nummernsalat
Fünf Straßenzüge (A – E), wie in diesem Plan dargestellt, gilt es in Gereuth so zu benennen, dass eine einwandfreie Orientierung möglich ist. Bisher konnte sich der Gemeinderat nicht einigen, wie man das bewerkstelligen soll.
Fünf Straßenzüge (A – E), wie in diesem Plan dargestellt, gilt es in Gereuth so zu benennen, dass eine einwandfreie Orientierung möglich ist. Bisher konnte sich der Gemeinderat nicht einigen, wie man das bewerkstelligen soll.
Foto: Repro: Helmut Will
Untermerzbach – Die Einwohner des Untermerzbacher Ortsteils wehren sich gegen Straßennamen. Warum nur?

Wird die Vergabe von Straßennamen oder Hausnummern in Gereuth, einem Ortsteil der Gemeinde Untermerzbach, zu einer unendlichen Geschichte? Jedenfalls konnte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend trotz mehrerer vorausgegangener Beratungen und einer Bürgerbefragung wiederum keine Einigung erzielen. Dabei wird seit Jahren schon verhandelt.

Bürgermeister wundert sich

Bürgermeister Helmut Dietz (SPD), ein Verfechter der Einführung von Straßennamen in Gereuth, berichtete, dass zwölf Fragebogen mit Vorschlägen für die Benennung von Straßen zurückkamen, aber auch eine Liste mit 95 Unterschriften, deren Unterzeichner sich gegen die Vergabe von Straßennamen aussprechen. Darüber schien Dietz etwas verwundert, denn: „Bei der Bürgerversammlung habe ich Verständnis für die Einführung von Straßennamen erkannt, aber da hat mich mein Gefühl wohl getäuscht.“

Die rechtlichen Anforderungen wären klar, es müsse alles so geregelt werden, dass eine einwandfreie Orientierung gewährleistet ist. Derzeit seien die Hausnummern durcheinandergewürfelt, so dass es nicht leicht sei, die richtige Adresse zu finden. „Warum wollen wir nicht Straßennamen einführen und damit für die Zukunft alles klar regeln?“, fragte Dietz in den Raum.

Mehrere Gemeinderäte haben Verständnis

Anders sahen das Birgit Finzel (CSU), Gerald Karl und Marion Leonhardt (beide FWG). Finzel fragte: „Wenn 95 Personen aus der Ortschaft keine Straßennamen haben wollen, muss das dann sein? Reichen Hausnummern, die neu vergeben werden müssten, nicht aus?“ Marion Leonhardt meinte, dass Hausnummernschilder an den Straßen, die auf die jeweiligen Anlieger verweisen, ausreichen würden. Das meinte auch Karl: „Wir könnten es dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger entsprechend mit entsprechenden Nummernschildern an den Straßen regeln.“ Man habe die Interessen der Mehrheit der Bürger zu vertreten.

Andere hätten lieber eine Lösung oder zumindest einen Kompromiss

Auch Sascha Maempel (SPD) und Zweiter Bürgermeister Dieter Reisenweber (CSU) waren vom klarem Votum der Gereuther gegen Straßennamen überrascht und sprachen sich für einen Kompromiss aus, bei dem der Ortsname Gereuth „nicht verloren“ geht.

Helmut Dietz redete noch einmal mit Engelszungen, um für die Einführung von Straßennamen zu werben, etliche Gemeinderäte konnte er jedoch nicht umstimmen. So blieb nur noch, eine Entscheidung zu vertagen und bis dahin eine Lösung zu finden.