Technik
Wo sich Haßfurter Schüler wohlfühlen
Angenehm und gemütlich ist der Living Room der offenen Ganztagesschule eingerichtet.
Angenehm und gemütlich ist der Living Room der offenen Ganztagesschule eingerichtet.
Foto: Günther Geiling
Haßfurt – Die Ganztagesbetreuung im Schulzentrum Haßfurt läuft gut, eine multifunktionale Lernwerkstatt soll das Angebot noch aufwerten.

Für die Ganztagesstätte am Schulzentrum Haßfurt müssen die Räumlichkeiten neu konzipiert werden, damit eine multifunktionale Lernwerkstatt eingerichtet werden kann. Realschule, Kreisbildstelle und BIZ kooperieren bei diesem Projekt. Die veranschlagten Kosten für die baulichen Anpassungen der Digitalisierung wurden dabei mit rund 47000 Euro beziffert. Der Zweckverband Schulzentrum Haßfurt stellt die Mittel bereit.

Richtungsweisend in jeder Beziehung hinauf in die offene Ganztagesschule zum Bibliothekszentrum oder zum Chilly-Café und dem großen Veranstaltungssaal mit Mensa
Richtungsweisend in jeder Beziehung hinauf in die offene Ganztagesschule zum Bibliothekszentrum oder zum Chilly-Café und dem großen Veranstaltungssaal mit Mensa
Foto: Günther Geiling

Eingangs informierte die Leiterin der offenen Ganztagesschule, Simone Pendic, bei der Sitzung des Zweckverbandes über den Living Room, für den eine eigene Homepage und ein Blog eingerichtet wurden. Living Room wird die Ganztagsbildung am Schulzentrum Haßfurt genannt und ist etwas Besonderes. Nach eigenen Angaben ist der Living Room von Haßfurt bayernweit das einzige ökumenische Projekt in der Ganztagsbetreuung. Die evangelisch-lutherische und die katholische Kirche kooperieren mit den drei Schulen am Schulzentrum, der Albrecht-Dürer-Mittelschule, der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule und dem Regiomontanus-Gymnasium. Nun soll dort noch eine multifunktionale Lernwerkstatt hinzukommen.

Für Fünft- bis Zehntklässer

Pendic gab auch Antwort auf die Frage, welche Schülerinnen und Schüler die offene Ganztagesschule besuchen. Es seien Schüler von Alleinerziehenden oder von Eltern, bei denen beide Elternteile berufstätig sind. Manche Kinder seien angemeldet, weil sie mit dem Stoff alleine zu Hause nicht zurechtkämen oder weil auch ihre Freunde hier seien. Das Konzept sei für Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 gedacht. „Die längste Zeit war ein Schüler durchgehend bis zum 18. Lebensjahr in unserer offenen Ganztagesschule“, erzählte Pendic.

Die Betreuungszeiten sind von Montag bis Freitag jeweils vom Unterrichtsende an bis 15.30 Uhr. In diesem Zeitraum gibt es ein gemeinsames Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung durch qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal, sinnvolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und verschiedene Workshops.

Sollten mehr kommen, wird es eng

155 Schülerinnen und Schüler besuchen laut Pendic die offene Ganztagesschule. Sie werden von elf Mitarbeitern, 36 Hausaufgaben-Helfern aus der Oberstufe des Gymnasiums sowie aus der 9. Klasse von Mittelschule und Realschule, betreut. Die Freizeitangebote richteten sich nach der Jahreszeit und Saison, es gebe also Faschings-, Advents-, Weihnachts- oder Osterprojekte. Zwei große Projekte seien auch das Streitschlichterprojekt, das schulartübergreifend stattfinde, und Workshops mit Kooperationspartnern wie zum Beispiel „Hass im Netz“ in den 7. Klassen.

Simone Pendic berichtete, dass in diesem Jahr etwas weniger Schüler angemeldet seien, was sicherlich an der Corona-Pandemie liege. Dafür hätten aber mehr Schüler vier Tage pro Woche gebucht, die Mindestzahl an Tagen, die gebucht werden müssten, seien zwei. „Wenn sich mehr Kinder anmelden würden, wäre die Raumausstattung schon schwierig“, gab die Leiterin zu bedenken. Gegenwärtig finde man sich aber gut zurecht.

Blick auf den „Silberfisch“ am Schulzentrum, in dem im Obergeschoss die Räume der offenen Ganztagesschule untergebracht sind.
Blick auf den „Silberfisch“ am Schulzentrum, in dem im Obergeschoss die Räume der offenen Ganztagesschule untergebracht sind.
Foto: Günther Geiling

Wie es mit der Digitalisierung der Ganztagesstätte aussieht, darüber referierte die stellvertretende Geschäftsleiterin Marlene Eichhorn. Die Auguste-Kirchner-Realschule habe sich stark im technischen Bereich, besonders in der Informationstechnologie, verankert. Den mobilen Einsatz von Geräten oder neue Verarbeitungs- und Drucktechniken habe es lange vor dem „Corona-Push“ an der Schule gegeben. „Da waren wir vorausschauend, und das ist auch einer der Gründe dafür, dass der Schwenk in den Distanzunterricht in den letzten eineinhalb Jahren so gut und geräuschlos gelungen ist“, sagte Eichhorn.

Einiges musste zurückgestellt werden

Allerdings habe man die Sanierung der Außenumgebung der Schule genauso zurückstellen müssen wie die Pläne der Realschule, zusammen mit Kooperationspartnern eine „multifunktionale Lernebene“ zu schaffen. Mittel für die Realisierung seien schon 2021 in den Haushalt eingestellt worden. Die Koordination dieses Vorhabens habe die Auguste-Kirchner-Realschule übernommen. Beteiligt seien im Prozess hauptsächlich auch die Kreisbildstelle, die offene Ganztagesschule Living Room und das BIZ Haßfurt. Und damit war man in der Zweckverbandssitzung wieder beim Ausgangspunkt.

Die veranschlagten Kosten bezifferte sie mit 24000 Euro für Bodenarbeiten, 13500 Euro für Elektro-Installationen, 5750 Euro für Abtrennungen, 3500 Euro für Trockenbau und Maler, also insgesamt 46750 Euro. Um eine angenehme Akustik zu schaffen, soll der stark beanspruchte Boden in den Räumen ertüchtigt werden. Die Elektroinstallationen seien notwendig zur Realisierung der multifunktionalen Lernwerkstatt. Hier werde der ehemalige Leseraum mit 32 Datendosen und Steckdosen in einem umlaufenden Brüstungskanal ausgestattet. Man kam überein, dass über den Stand der Projektumsetzung in der Verbandsversammlung regelmäßig berichtet werden soll.

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