Eiserne Hochzeit
Die Kirche wählten sich die Mangers bewusst aus
Eisernen Hochzeit feierten am Mittwoch Johanna und Friedl Manger in Obertheres.
Eisernen Hochzeit feierten am Mittwoch Johanna und Friedl Manger in Obertheres.
Foto: Christian Licha
Obertheres – Seit 65 Jahren sind Johanna und Friedl Manger aus Obertheres glücklich verheiratet.

.Am Mittwoch feierte das Paar das Fest der Eisernen Hochzeit. Johanna und Friedl Manger blicken zufrieden zurück.

Am 25. August 1956 läuteten die Hochzeitsglocken in der Karmelitenkirche St. Maria und St. Theodor in Bamberg am Kaulberg. „Die Kirche hat mir so gut gefallen“, erzählt Friedl Manger, warum ausgerechnet in der Domstadt kirchlich geheiratet wurde. Seinerzeit besuchte der heute 86-Jährige die Handelsschule in Bamberg und wurde so auf das in der Nachbarschaft liegende, schmucke Gotteshaus aufmerksam.

Beim Tanzen funkte es

Geboren und aufgewachsen ist Friedl Manger in Haßfurt, während seine zwei Jahre jüngere Ehefrau aus Knetzgau stammt. Und genau dort funkte es beim Tanz im Saal der Brauerei Ruß. Fortan waren die beiden guten Tänzer regelmäßig in den Tanzsälen der Region zu Gast. „Alle Musiker kannten uns bestens“, beschreibt Friedl Manger das innige Verhältnis zu den zahlreichen Kapellen, wie zum Beispiel auch der legendären Mambo-Band aus Zeil, die damals gespielt haben. Nach der Hochzeit lebten die beiden Jubilare im Elternhaus von Friedl Manger in Haßfurt. Später wuchs der Wunsch nach einem Eigenheim, in der jetzigen Kreisstadt waren damals Bauplätze aber rar. So bauten die Mangers 1981 auf eine persönliche Empfehlung eines Einheimischen hin in Obertheres ihr eigenes Haus, in dem sie noch heute wohnen. Johanna Manger lernte in Frankfurt am Main den Beruf der Damenschneiderin.

Die gelernte Damenschneiderin hatte Heimweh nach Knetzgau

Nach einigen Jahren packte sie das Heimweh und sie zog zurück nach Knetzgau und nahm eine Stelle in Haßfurt an. Mit der Heirat und der Geburt der drei Kinder Michael, Jürgen und Karin war Johanna Manger dann voll ausgelastet. Die junge Frau nähte alle Kleider für die Kinder selber. Sie erzählt: „Wir mussten nur Schuhe und Unterwäsche kaufen.“ Der Familienvater, der eigentlich Friedrich heißt, aber von allen nur liebevoll Friedl gerufen wird, lernte bei der Firma Philipp Müller in Haßfurt den Beruf des Bürokaufmanns. Im Jahr der Trauung wurde Friedl Manger schließlich im nahen Schweinfurt bei der damaligen Metzgergenossenschaft eingestellt. 1965 wurde er dort zum Geschäftsführer befördert. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1998 war er in dieser verantwortungsvollen Position tätig.

In vielen Vereinen Mitglied

In Obertheres hat sich die Familie in den frühen 1980er Jahren schnell eingelebt. „Es gab kein Festle in Obertheres, bei dem wir nicht waren“, sagt das Ehepaar. Friedl Manger ist nach seinen Worten Mitglied in fast allen Vereinen im Ort. So war er zum Beispiel lange Jahre Kassier beim CSU-Ortsverband oder hat beim Gartenbauverein als Schriftführer auch geholfen, Faschingswagen zu bauen. Ein großes Steckenpferd von Friedl Manger ist die Elektrotechnik. Eigentlich wollte er auch einen Beruf in diesem Bereich erlernen, aber in der damaligen Zeit fand er keine passende Lehrstelle. So hat er 1978 die Lizenz als Amateurfunker erworben und lernte so viele Funkfreunde aus ganz Europa kennen. Von der modernen Technik lässt sich der rüstige Senior nicht unterkriegen. So nennt er einen Laptop und ein iPad sein Eigen. Täglich surft Friedl Manger im Internet. Auch die Inhalte der Tageszeitung werden digital gelesen: „So wissen wir schon am Vortag, was am nächsten Früh in der Zeitung steht.“

Glückwünsche vom Landrat und vom Ministerpräsidenten

Im Familienkreis, dem auch drei Enkel angehören, wurde das Ehejubiläum gefeiert. Bürgermeister Matthias Schneider überbrachte persönlich die besten Wünsche der Gemeinde Theres. Schriftliche Gratulationen kamen vom Ministerpräsidenten Markus Söder und vom Landrat Wilhelm Schneider.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: