Dorfansicht
Die Schönbacher lieben ihr Grün
Auf ihren „grünen Friedhof“ sind die Schönbacher stolz und möchten ihn auch für die Zukunft erhalten.
Auf ihren „grünen Friedhof“ sind die Schönbacher stolz und möchten ihn auch für die Zukunft erhalten.
Foto: Günther Geiling
Schönbach – Der Ortsteil hat etliche ruhige Flecken. Und das soll auch so bleiben, machen die Einwohner ihrem Bürgermeister klar. Sie haben ihre Gründe.

Die Corona-Pandemie hat selbst die regelmäßigen Bürgerversammlungen verhindert und die neu gewählten Bürgermeister konnten seit ihrer Wahl im März 2020 nicht vor ihre Bürger treten. Nach den Lockerungen ist dies nun wieder möglich. Der 1. Bürgermeister der Gemeinde Ebelsbach, Martin Horn (SPD), eröffnete nun seine Runde durch die Gemeindeteile mit den Worten: „Schönbach ist meine zweite Bürgerversammlung, aber angesichts der steigenden Corona-Zahlen bin ich mir nicht sicher, ob wir auch noch die restlichen Versammlungen durchführen können.“

30 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in dem rund 200 Einwohner zählenden Ortsteil Dabei mussten die entsprechenden Hygienevorschriften beachtet werden.

Passt das neue Feuerwehrauto überhaupt ins Gerätehaus?

Die Schönbacher müssen bald nicht mehr mit Spritze und Zugmaschine zum Einsatz und bekommen ein LF 8, das in das Feuerwehrhaus passen sollte.
Die Schönbacher müssen bald nicht mehr mit Spritze und Zugmaschine zum Einsatz und bekommen ein LF 8, das in das Feuerwehrhaus passen sollte.
Foto: Günther Geiling

Für Schönbach war erst in der letzten Gemeinderatssitzung der Kauf eines Feuerwehrauto LF 8 beschlossen worden, damit die alte Spritze sowie der Einsatz einer Zugmaschine der Vergangenheit angehören. Da kam die Frage auf, ob das Fahrzeug denn auch in das Gerätehaus passe und ob genügend Fahrer vorhanden seien. Das wurde aber bejaht. Der Feuerwehrverein beteiligte sich mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro an der Anschaffung des LF 8.

Problem mit verwilderten herrenlosen Katzen

Als Martin Horn sich mit „Feuer frei“ an seine Zuhörer wandte, blieb es erst ruhig, bis Anette Kutzner auf viele streunende Katzen im Ortsteil aufmerksam machte. Dies bestätigten auch andere und kritisierten, dass das Tierheim in Zell einen Aufnahmestopp für Katzen verhängt habe. Harald Kaiser machte auf die Gefahren mit „wilden Katzen“ aufmerksam und dass man es eigentlich keinem Bürger zumuten könne, eine solche Katze zum Tierarzt zu bringen. Auf der anderen Seite könne man nicht einfach so zusehen. Bürgermeister Martin Horn gestand ein, dass er erst vor kurzem auf dieses Thema aufmerksam gemacht worden sei. Es gehe nicht an, dass das Tierheim einfach einen Aufnahmestopp verhänge und auf die Gemeinden verweise. Schließlich bezahle man ja dafür, dass die Tiere ins Tierheim aufgenommen würden. „Ich hoffe, dass dieses Problem bei einer Bürgermeister-Runde gelöst werden kann“, sagte Horn.

Ewald Kleinhenz sprach das Thema Urnengräber und den freien Platz im Friedhof in Schönbach an. Diese offene Stelle sei letztes Jahr für die Veranstaltung „Kirche im Freien“ genutzt worden. Es wurde klar: Auf ihren „grünen Friedhof“ sind die Schönbacher stolz und möchten ihn auch für die Zukunft erhalten wissen. Dieser grüne Platz sollte nicht aufgegeben werden für Urnengräber. Horn pflichtete bei und ging dabei auf die schöne Anlage des Friedhofes ein, der leicht zu pflegen sei, weil die Grabeinfassungen mit dem Rasen bündig abschlössen.

Paten für Obstbäume?

Die vielen Obstbäume in der Flur, die nicht gepflegt werden, sind Helmut Markert ein Dorn im Auge. In diesem Jahr habe der Kindergarten einige abgeleert und Apfelsaft gepresst. „Man weiß aber oft nicht, ob die Bäume der Gemeinde gehören“, sagte Markert und schlug deswegen vor, dass jemand für einen Obstbaum zuständig sein sollte. Dafür könnte die Person dann das Obst bekommen. Dies traf auf allgemeine Zustimmung, so dass sich auch die Gemeinde des Problems annehmen möchte. So könnten die Bäume gekennzeichnet werden und Paten bekommen.

Immer wieder gibt es auch Vorschläge für den „alten Sportplatz“, den die Schönbacher aber als freien Platz für Spiel und Freizeit möglichst erhalten wollen.
Immer wieder gibt es auch Vorschläge für den „alten Sportplatz“, den die Schönbacher aber als freien Platz für Spiel und Freizeit möglichst erhalten wollen.
Foto: Günther Geiling

Auch die Fläche des alten Sportplatzes oberhalb des Ortes wurde angesprochen. Immer wieder gibt es auch Vorschläge, wie die Fläche anderweitig genutzt werden könnte. Auch hier wurde deutlich, dass die Schönbacher den alten Sportplatz am liebsten als freien Platz für Spiel und Freizeit behalten wollen. Bürgermeister Martin Horn konnte sich zwar vorstellen, dort vier bis sechs Stellplätze für Camper oder Wohnmobile auszuweisen. Das schien den Ortsbewohnern nicht zu gefallen. Hilde Greul gab zu bedenken, dass man an solchen Plätzen Probleme mit Wildparkern und Müll haben werde. Harald Kaiser schlug vor, eine Umfrage zur Nutzung des Platzes unter den Schönbachern zu starten.