Bilanz
Ein Treffpunkt und noch mehr
Die Mädchen und Jungen zimmerten ihre Möbel aus Holzpaletten selbst, hier an ihrer Theke im neuen Jugendraum.
Die Mädchen und Jungen zimmerten ihre Möbel aus Holzpaletten selbst, hier an ihrer Theke im neuen Jugendraum.
Foto: Günther Geiling
Ebelsbach – Seit einem Dreivierteljahr gibt es in Ebelsbach eine Jugendpflegerin und deren Arbeit trägt schon Früchte.

„Wir können stolz sein, was in dieser kurzen Zeit schon geschaffen wurde. Es bereitet den Kindern viel Spaß und es ist gut angelegtes Geld der Gemeinde“ waren nur einige Aussagen im Gemeinderat. Seit März 2021 arbeitet die Gemeinde Ebelsbach mit der iSo (Innovative Sozialarbeit Bamberg) im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zusammen. Es war ein Wunsch von Bürgermeister Martin Horn und der Gemeinderat gewesen, auch in der Jugendarbeit neue Wege zu gehen sowie den jungen Menschen Orte und Räume zu bieten, an welchen ihre Fragen und Wünsche gehört würden.

Projektleiter Michael Gerstner, Mitarbeiterin Julia Meißel und die neue kommunale Jugendpflegerin für Ebelsbach Lisa Heil gaben nun erstmals einen umfassenden Bericht, wie die Projekte angelaufen sind und was auch für die Zukunft geplant ist. Schwerpunkt war dabei das Projekt unter dem Namen „JAM“, was „JugendArbeitsModell“ bedeutet und der kommunale Ansprechpartner für alle Belange ist, welche die Jugendlichen in der Kommune betreffen.

Jugendpflegerin Lisa Heil
Jugendpflegerin Lisa Heil
Foto: Günther Geiling

Lisa Heil erinnerte daran, dass das Projekt JAM im März gestartet sei und inzwischen schon viel bewegt habe. Am Beginn stand eine Bedarfsanalyse in Form einer Umfrage, an der sich 122 Kinder und Jugendliche beteiligten. Bei der Abfrage des Freizeitverhaltens stand an der Spitze das Treffen mit Freunden draußen (81 Prozent), Musik hören (63 Prozent) Fahrrad fahren (62 Prozent), Freunde treffen innen (59 Prozent) und Sport im Verein (53 Prozent). Für die Jugendarbeit wünschten sie sich Angebote wie größere Fahrten (51 Prozent), Veranstaltungen (50 Prozent), Sportangebote (41 Prozent) und vor allem auch einen Fahrrad- und Skate-Workshop, den 36 Prozent vorschlugen.

Mit viel Eigenleistung hatten die Jugendlichen bisher schon ihren Jugendraum im Schloss von Gleisenau hergerichtet, aber es gibt natürlich auch noch weitere Wünsche wie ein Billardtisch oder ein Fernsehgerät. „Es soll ja wirklich ein Raum sein, in dem sich die Jugendlichen wohlfühlen. Das ist im Schloss gelungen mit einem Raum, der zu ihrem Raum wurde, weil sie ihn selbst mitgestaltet haben“, betonte Lisa Heil. Der neue Treff werde im Sommer 2022 eingeweiht.

Blick in das schön gestaltete Spielezimmer der Mittagsbetreuung
Blick in das schön gestaltete Spielezimmer der Mittagsbetreuung
Foto: Günther Geiling

Die Mittagsbetreuung habe man von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gleisenau übernommen, mit der man gut in das neue Schuljahr gestartet sei. 59 Schülerinnen und Schüler nähmen daran teil, aus der 1. Klasse 22, der zweiten Klasse 17, der dritten Klasse 9 und der vierten Klasse 11. Von den Eltern würden durchschnittlich 3,5 Betreuungstage gebucht in der Zeit bis 14 oder 16 Uhr. Sieben Betreuungskräfte stünden zur Verfügung. Auch hier versuche man mit besonderen Angeboten, die Woche zu gestalten. Sie nannte hier das musisch-kreative Angebot, Bastelprojekte, den Leseclub und auch das Sport- und Bewegungsangebot.

Für das nächste Jahr habe man schon wieder Ferienbetreuungen geplant. Der Bericht der Gemeinde-Jugendpflegerin gefiel dem Gremium. Florian Mayer (BNL) meinte: „Mit iSo Bamberg haben wir den richtigen Partner gefunden und mit Lisa Heil auch die passende Jugendpflegerin.“ Helmut Schöpplein (CSU) meinte: „Es ist gut angelegtes Geld.“ Bürgermeister Martin (Horn) sprach vor allem Jugendpflegerin Lisa Heil seinen besonderen Dank aus für „eine Arbeit an der vordersten Front“.