„Bürger-App“
Das Rathaus in der Hosentasche
Die Freude über den Start der ersten „Bürger-App“ im Landkreis Haßberge steht Bürgermeister Hermann Niediek (rechts) und dem Beauftragten der Bürger-App, Manuel Merkle, sichtlich ins Gesicht geschrieben.
Die Freude über den Start der ersten „Bürger-App“ im Landkreis Haßberge steht Bürgermeister Hermann Niediek (rechts) und dem Beauftragten der Bürger-App, Manuel Merkle, sichtlich ins Gesicht geschrieben.
Foto: Günther Geiling
Burgpreppach – Die App „Heimat24“ hält die Burgpreppacher Bürger auf dem Laufenden. Sie finden jetzt alles auf einen Blick.

Die kleine Marktgemeinde Burgpreppach will in der Digitalisierung vorne dabei sein und ist nun die erste Gemeinde im Landkreis Haßberge mit einer eigenen „Bürger-App“. „Mir ist es wichtig, dass unsere Gemeinde auf dem digitalen Zug dabei ist und im Informationszeitalter Kurs hält. Mit diesem neuen Informationskanal können wir unsere Bürger und Gäste jederzeit erreichen und kommen mit unseren kommunalen und gewerblichen Infos sowie Vereinsmitteilungen viel besser an die Benutzer heran“, betonte Bürgermeister Hermann Niediek bei der Vorstellung der neuen Burgpreppacher Bürger-App „Heimat24“.

Die Marktgemeinde ist damit ohne Zweifel Vorreiter auf diesem Gebiet, wenn man einmal von einer kleineren Variante in Ermershausen absieht, die von einer Versicherungskammer angeboten wurde und bei der die Bürger mitarbeiten müssen. So muss sich dort jeder auch mit seinen Daten registrieren. „Bei uns ist das nicht der Fall, und wir können die App deswegen auch sehr vielfältig nutzen. Wir denken hier an den Tourismus und die Gastronomie oder an ehemalige Burgpreppacher, die gerne etwas aus ihrer Heimatgemeinde erfahren wollen. Auch bleibt bei uns der Nutzer völlig anonym und zahlt auch nichts“, betonte Manuel Merkle als Beauftragter für die Bürger-App.

Er verriet unserer Redaktion, wie man auf die Idee gekommen sei, auch in so einer kleinen Gemeinde einen derartigen Austausch von Informationen möglich zu machen: „Bei der täglichen Fahrt zur Arbeit komme ich an Aushängekästen der Gemeinde vorbei und ärgere mich, dass ich anhalten muss und eventuell nichts Neues ausgehängt ist. Wir leben doch in einem digitalen Zeitalter, und mit dem Antrag haben wir uns von der GLB-Gemeinderatsliste auf die Suche nach modernen, digitalen Möglichkeiten gemacht. Dabei sind wir auf die Bürger-App gestoßen.“

Hervorragend vorbereitet

Mit Manuel Merkle, der auch Jugendbeauftragter der Gemeinde ist, hat man einen IT-affinen und IT-interessierten jungen Bürger gewinnen können, der sich nun schon seit November mit der Einrichtung einer solchen Bürger-App beschäftigt, diese hervorragend vorbereitet hat und sie auch künftig im Auftrag der Gemeinde begleiten wird. Er wird dabei unterstützt von der Medienbeauftragten der Marktgemeinde, Karina Hofmann.

Natürlich habe dabei auch die Corona-Zeit aufgezeigt, dass die bisherigen Veröffentlichungen nicht mehr zeitgemäß sind und auch die Kontaktaufnahme mit der Verwaltung auf andere Beine gestellt werden muss. „Wer und wie viele Bürger schauen noch in den Aushangkasten? Aber auf das Handy schaut fast schon jeder, und die Mitteilung für eine Bürgerversammlung wäre dazu noch für die jüngere Generation die bessere Alternative“, meinte Manuel Merkle.

Dennoch sind sich die Organisatoren sicher, „dass heute schon viele ältere Leute ein Handy besitzen, und viel mehr, als wir uns vorstellen können, arbeiten auch damit. Es gibt schon die ersten Rückmeldungen und die anfänglichen Nutzer waren sehr zufrieden.“

„Wir bieten damit kein fertiges System, aber es ist auf jeden Fall der erste Schritt und die ersten Anzeigen stehen schon auf dem Schwarzen Brett“, freute sich Manuel Merkle.

Bürgermeister Niediek nannte die Bürger-App eine wichtige Etappe. „Wir wollen jetzt erst einmal schauen, wie die Bürger-App anläuft, und wollen dann auch die Bürger einbinden. Für Verbesserungsvorschläge haben wir jederzeit ein offenes Ohr. Wir wollen damit auch die Attraktivität der Gemeindepolitik für die junge Bevölkerung steigern und für eine effizientere Vernetzung der Bürger sorgen.“

Erstaunlich niedrige Kosten

Mit Stolz wies Niediek darauf hin, dass die Kosten der App für die Gemeinde mit 400 Euro im Jahr sehr überschaubar seien. Der nächste Schritt sei nun die Überarbeitung der Homepage, die überaltert sei und aktualisiert werden müsse.

App-Beauftragter Merkle unterstrich, dass die Relevanz einer Bürger-App stetig steige und auch die Pandemie gezeigt habe, dass mobile Lösungen der Verwaltung die Bürger viel besser informieren könnten. Das schaffe zudem Vertrauen und führe dazu, dass sich die Bewohner mit ihrer Stadt oder Gemeinde identifizieren. Man wolle deswegen die Bürger mit neuesten Informationen zum Veranstaltungskalender, Vereinsmeldungen und Öffnungszeiten der Gastronomie mit ihren Angeboten auf dem Laufenden halten und viele Informationen aus der Gemeinde mit den Parametern der Trinkwasserversorgung, zu Baugrundstücken oder Mitteilungen aus Kindergarten und Schule bieten. Die App ermögliche dabei einen sehr schnellen Informationsfluss bis hin zu „Push-Nachrichten“, also Einblendungen, die ohne Öffnen der jeweiligen App auf dem Smartphone angezeigt werden.

Bisher sind in der „Heimat24“-App folgende Rubriken aufgeführt: Rathaus/Verwaltung (öffentliche Aushänge und Infos aus dem Rathaus), Eilmeldungen (wichtige Meldungen und Erinnerungen aus Rathaus und Verwaltung), Schwarzes Brett (öffentliche Veranstaltungen und Angebote von Vereinen und Firmen) sowie Angebote der Gastronomen in der Marktgemeinde.