Jagdverband
Frischer Wind bei den Jägern
Ein Rehkitz wird von einem Feld getragen. Es wurde mit einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, aufgespürt. Der Kreisverband Haßfurt hat sich nun auch Drohnen angeschafft. Nur Piloten braucht es dafür noch.
Ein Rehkitz wird von einem Feld getragen. Es wurde mit einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, aufgespürt. Der Kreisverband Haßfurt hat sich nun auch Drohnen angeschafft. Nur Piloten braucht es dafür noch.
Foto: Symbolbild Stephan Schulz/dpa
Haßfurt – Mit neuen Ideen und einem Aktionsplan punktet der neue Vorstand des Bayerischen Jagdverbands, Kreisgruppe Haßberge, in seiner Mitgliederversammlung.

Vollgefüllt mit interessierten Jägerinnen und Jägern war am Sonntagnachmittag das Sportheim in Uchenhofen. Der neue Vorstand konnte jetzt zum ersten Mal seit Corona präsentieren, was er sich im kleinen Gremium an Akzentsetzungen ausgedacht hatte.

Das Ziel ist, erläuterte Egon Frank, der Vorsitzende der Kreisgruppe Haßfurt, dass „die Jäger aktiv, offen und kommunikativ von allen Waldgästen wahrgenommen werden und sich als das ins Bewusstsein bringen, was sie sind: kompetente Ansprechpartner für das Thema Wald, Wild und Naturschutz.“

Die Verhandlungen um ein neues, ständiges Vereinsheim sind in vollem Gange. Der 340 Mitglieder starke Verein will einen festen Ort, der nicht nur für die Schulung von Jägern und Hundeführern und für den Stammtisch genutzt wird, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Für jeden ist etwas dabei

Neben einer Präparate-Ausstellung von heimischem Schalen- und Niederwild soll es Kurse für Schüler und Familien zum Thema Tiere, Wildkräuter, Verhalten im Wald und richtige Kitzrettung geben. Auch Termine mit Wildbretzubereitung und - verkostung mit neuen Rezepten (Wild-Burger) werden angeboten.

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Ebenso wird dort die Jägerausbildung, die momentan zwei Kurse mit 44 interessierten Männern und Frauen umfasst, tagen und die Jagdbläsergruppe einen konstanten Probenraum haben. Egon Frank zeigte sich erfreut, dass er in Wolfgang Sturm einen Musiklehrer gefunden hat, der das Brauchtum des Jagdhornblasens fortführt und die alte und neue Bläsergruppe führen wird.

Wolfgang Sturm wurde von der Versammlung als Obmann genauso einstimmig gewählt, wie die 52-jährige Uschi Kilgenstein, die neue Obfrau für das Hundewesen wird. Die gelernte Kinderkrankenschwester hat die Ausbildung zur Verbandsrichterin im Jagdgebrauchshundeverband absolviert und tritt die Nachfolge von Rosi Hölzner an. Sie wird als Chefin im Team mit Mirjam Tempel die Ausbildung der Begleithunde und Jagdhunde leiten.

Ein neuer Stil in der Verbandsarbeit

Mit einem neu eingeführten Welpenkurs hat sie schon das Programm erweitert. Der neue Vorstand will mit Teamarbeit und Dialog zwischen Alt- und Jungjägern einen neuen Stil in der Vereinsarbeit etablieren. Neue Obmänner oder Obfrauen sollen gesucht werden für die Themen Schießwesen, Naturschutz und Drohnen.

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Die Kreisgruppe Haßfurt hat seit neuestem zwei Drohnen angeschafft, die von erfahrenen Drohnen-Piloten geflogen werden sollen. Diese Drohnen helfen zum einen bei der Kitzrettung. Sie werden aber auch für einen Scan von Hasenbestand und Niederwild (Rebhühner und Fasanen) eingesetzt. Des weiteren ist die Flächenausmessung per Drohne bei einer Wildschadensabschätzung eine große Hilfe. Martin Schrauder, der für das Jagdwesen im Landratsamt zuständig ist, und Landrat Wilhelm Schneider waren als Gäste bei der Jägerversammlung.

Großes Lob und selbstverfasste Gedichte

Schneider lobte die Dialogbereitschaft des neuen Vorstands und dessen Vorhaben, als Ansprechpartner zum Thema Natur und Wild in den Vordergrund zu treten. Er sei froh, dass die Afrikanische Schweinepest den Landkreis noch verschont habe, aber die bisher gemeldeten 2000 Fälle in Deutschland zwängen dazu, das Thema ernst zu nehmen.

Der Landkreis sei gerüstet mit Zaunanschaffungen und einem präventiven Management, um im Fall der Fälle schnell handeln zu können. Schrauder erklärte auch den Stand der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und wie sie momentan für die Jagd gilt. Wie sich diese Maßnahmen in den Winter hinein und somit die Gesellschaftsjagden betreffend entwickeln, das sei momentan nicht abzusehen.

Der Jäger Sepp Hornung setzte gekonnt mit einem selbst verfassten Gedicht über die Wertschätzung der Natur den Schlusspunkt und überreichte dieses Gedicht dem Vorstandsgremium. Dieses setzt sich zusammen aus Egon Frank als Vorsitzendem, Steffen Vogel und Bernd Hölzner als stellvertretenden Vorsitzenden, Dieter Lewetz als Schriftführer und Samantha Jünger als Schatzmeisterin.

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