Steigerwald
„Interesse am Nationalpark ist groß“
Vereinsvorsitzender Liebhard Löffler (rechts) und sein Stellvertreter Florian Tully (Mitte) überreichen dem neuen Ehrenmitglied Prof. Hubert Weiger (links) die Ehrenurkunde.
Vereinsvorsitzender Liebhard Löffler (rechts) und sein Stellvertreter Florian Tully (Mitte) überreichen dem neuen Ehrenmitglied Prof. Hubert Weiger (links) die Ehrenurkunde.
Foto: Uwe Gratzky
Ebrach – Auf Sternfahrt nach Ebrach lud der Verein „Nationalpark Steigerwald“, um über Vorteile für den Status „Nationalpark“ zu tagen.

Zu einer Sternfahrt mit sachkundigen Einblicken in den Steigerwald lud der Verein Nationalpark Steigerwald ein. Der Erste Vorsitzende, Liebhard Löffler, freute sich, dass die meisten der 300 Teilnehmer bei bestem Wetter mit dem Fahrrad gekommen waren.

„Die Sternfahrt nach Ebrach soll der Politik zeigen, dass das Interesse der Bevölkerung an einem Nationalpark und Unesco-Weltnaturerbe im Steigerwald groß ist und nicht mehr weggeleugnet werden kann“, betonte Löffler. Es sei höchste Zeit, die Weichen für ein Großschutzgebiet im Staatsforst Ebrach zu stellen und die Weltkulturerbe-Städte Bamberg und Würzburg mit einem Weltnaturerbe und Nationalpark Steigerwald zu verbinden.

In seinem Grußwort schloss sich der frühere Bamberger Landrat und Bezirkstagspräsident Günther Denzler dem Appell an die Politik an, den Willen der Bevölkerung zu akzeptieren und einen Nationalpark auf Staatswaldgebiet im Steigerwald jetzt auszuweisen. Der Steigerwald sei als hochwertigster Buchenmischwald Bayerns bewertet und gelangte deutschlandweit auf den fünften Platz.

Chancen für Mensch und Natur

Der Ehrenvorsitzende des Bundes Naturschutz, Prof. Hubert Weiger, schilderte den Teilnehmern die Chancen eines Buchennationalparks für die Bevölkerung und die Waldnatur im Steigerwald. „Keine der 16 Nationalparkregionen in Deutschland würde ihren Nationalpark mehr hergeben“, betonte Weiger. Gerade in Zeiten des Klimawandels mit langen Hitzeperioden, Trockenheit, Starkregen und stärkeren Spätfrösten sei das Interesse der Bevölkerung an einem intakten Laubwald als wertvoller Wasser- und CO2-Speicher, Regen- und Kühle-Erzeuger gestiegen.

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„Immer mehr Menschen erkennen, dass die Buchenwälder mit einem weitgehend geschlossenen Blätterdach wichtige Rückzugsgebiete für die waldspezifische Fauna und Flora bedeuten und als Erholungsgebiete prädestiniert sind. Wenn die Buchenwälder nicht durch Einschläge und insbesondere Rückewege aufgelichtet werden und der Waldboden verdichtet wird, können sie das Binnenwaldklima bis zu 10 Grad kühler halten als im Vergleich zur offenen Umgebung“, erklärte der Experte. Ein Nationalpark Steigerwald würde den ländlichen Raum stärken und dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr wesentlich zu verbessern.

Appell an die Politik

Zahlreiche Dauerarbeitsplätze würden geschaffen, um die Besucher aus der fränkischen Heimat und der ganzen Welt mit einem attraktiven Angebot an Führungen zu begeistern. Gastronomie, Dienstleistungen, Handwerk und Einzelhandel würden profitieren. Eine Verordnung würde die regionale Holzversorgung sichern. Weiger appellierte an die Politik, endlich ihre Blockadehaltung aufzugeben und einen Nationalpark auszuweisen.

Liebhard Löffler ernannte Prof. Hubert Weiger anschließend zum Ehrenmitglied des Vereins Nationalpark Steigerwald. red