Bilanz
Ja, es gab Wasserspaß
So vergnügt ging es zeitweise im Freibad in Eltmann zu, wenn einfach alles passte.
So vergnügt ging es zeitweise im Freibad in Eltmann zu, wenn einfach alles passte.
Foto: Günther Geiling
LKR Haßberge – Freibadgäste und Kommunen haben 2021 das Bestmögliche aus der Saison gemacht. Für das nächste Jahr haben alle zwei Wünsche.

Die Freibäder im Landkreis haben die zweite Corona-Saison hinter sich. Nachdem jetzt der Herbst Einzug gehalten hat, wird überall ein Schlussstrich unter die Pandemie- und Wetter-Probleme gezogen. Das spezielle Problem des Badesommers 2021: hohe Niederschlagsmengen, wenig Sonnenstunden und insgesamt zu kühl. Kein Wunder, dass die Kommunen ihre Bilanz als „durchwachsen“ bezeichnen und die Zahlen des Jahres 2021 ziemlich denen von 2020 ähneln.

Es ging schon damit los, dass die Bäder wegen der Corona-Auflagen erst später ihre Türen öffnen konnten als in früheren Jahren. Und einfach öffnen reichte nicht. Die Badegäste waren über die Hygienebestimmungen zu informieren. Und es musste überwacht werden, ob diese auch eingehalten werden. Manche von ihnen verspürten möglicherweise mit diesen Auflagen auch weniger Lust, ins Bad zu kommen.

Freibad Ebern

Jürgen Hennemanns Bilanz fällt aber gar nicht so schlecht aus. „Besser als im Vorjahr trotz witterungsbedingter Ausfälle. Die angewandten Coronaregeln haben sich bewährt. Hier hat uns das großflächige Bad geholfen und es musste nie ein Einlass-Stopp verfügt werden“, sagt der Eberner Bürgermeister und unterstreicht dies auch mit den Besucherzahlen. Im Jahr 2020 habe man circa 37000 Badegäste gezählt, in der zu Ende gegangenen Badesaison sogar 40000, während es in den Jahren vor der Pandemie rund 50000 Besucher gewesen seien. Vorkommnisse in Zusammenhang mit Corona habe es nicht gegeben, sagt Bademeister Klaus Hanke und spricht ein großes Lob aus: „Wir hatten sehr nette und verständnisvolle Besucher, die sich an die Regeln hielten. Alle waren froh, dass in Corona-Zeiten überhaupt geöffnet werden konnte. Für das nächste Jahr erhoffe ich mir aber wieder eine normale Saison, hoffentlich ohne Einschränkungen durch Corona.“

Durch den vielen Regen ist alles gewachsen wie verrückt

Bürgermeister Hennemann gibt nur zu bedenken, dass man in diesem Jahr mit der Grünpflege kaum hinterhergekommen sei und es in einem Bad mit seiner 51. Saison immer Arbeit, Erhaltungstätigkeiten und Pflege gebe. „Für das nächste Jahr hoffe ich, dass wir mit den Sanierungsarbeiten für die Technik, die Barrierefreiheit und ein neues Kinderplanschbecken im Umfang von zwei Millionen Euro beginnen können. Dazu wurden uns nach dem Förderprogramm der Bundesregierung 900000 Euro in Aussicht gestellt.“ Nach der Schließung des Freibades sei man froh, dass das Hallenbad zu den gewohnten Öffnungszeiten wieder geöffnet ist, wenn auch hier die 3G-Regel beim Zutritt zum Hallenbad gelte.

Freibad Kraisdorf

In Kraisdorf, einem Gemeindeteil von Pfarrweisach, blieb das Freibad wegen der Corona-Pandemie auch 2021 geschlossen. Hier ist die Situation im Gegensatz zu anderen Bädern auch ganz anders. Eigentümer des Bades ist nämlich die Gemeinde Pfarrweisach, aber Betreiber ein Schwimmbadverein. Wie Bürgermeister Markus Oppelt mitteilt, „haben wir in diesem Jahr die Technik überprüft und auf Vordermann gebracht, damit das Freibad 2022 in einem technisch perfekten Zustand wieder geöffnet werden kann.“

Freibad Altenstein

Im Freibad von Altenstein, Gemeinde Maroldsweisach, begann man mit der Saison eigentlich zwei Wochen früher und trotzdem lagen die Besucherzahlen unter der 5000er-Marke, während im Vorjahr noch 5155 Gäste das Bad besuchten. Dies führt man auf den besseren Sommer im Vorjahr zurück. Vor Corona habe man auch schon die doppelte Besucherzahl vorweisen können.

Die Saison sei sehr durchwachsen gewesen und es sei auch aufgefallen, dass einige Stammgäste vom letzten Jahr das Bad diesmal gar nicht besucht hätten, andere seien zum Glück dazugekommen. Für die kommende Badesaison 2022 wünscht sich Bademeister Mathias Schamberger eine zunehmende Rückkehr zur Normalität in Bezug auf das Pandemiegeschehen und damit auch wieder steigende Besucherzahlen.

Freude herrschte auch darüber, dass der Gemeinderat die Weichen für eine Modernisierung des Freibades gestellt hat. Wie Bürgermeister Wolfram Thein mitteilt, plane die Gemeinde Sanierung und Umbau des Freibades für zwei Millionen Euro.

Freibad Hofheim

„Die Auslastung des Bades war nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten“, stellt Bürgermeister Wolfgang Borst für das Hofheimer Bad fest. Schuld daran sei die Corona-Pandemie gewesen, aber auch das schlechte Wetter in der Ferienzeit im August. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hätten wir in dieser Zeit das Bad eigentlich schließen müssen, aber wir wollten doch den Wasserratten ihr Vergnügen nicht ganz nehmen.“ Man hoffe, dass die Arbeiten im Hallenbad weiter vorangehen. Die endgültige Fertigstellung des Bades sei für 2022/23 geplant.

Freibad Haßfurt

Für das Freibad Haßfurt zieht Felix Zösch von den Stadtwerken ein Fazit: „Bedingt durch die Corona-Pandemie und das schlechte Wetter sind die Besucherzahlen weit unter dem Durchschnitt von etwa 70000 geblieben.“ 2019 seien es sogar 74000 Besucher gewesen, 2020 nur 33400 und 2021 rund 36600.

Freibad Eltmann

In der Stadt Eltmann steht man noch vor der Entscheidung, entweder das jetzige Bad umfassend zu sanieren und fit für die Zukunft zu machen oder den immer wieder diskutierten Wunsch nach einem Allianzbad mit Hallenbad umzusetzen, wenn Landkreis und weitere Kommunen sich mit in das gemeinsame Boot der Finanzierung begeben. „Bisher ist die finale Frage nach dem Ob und Wie aber noch nicht geklärt“, sagt Bürgermeister Michael Ziegler. „Ein durchwachsener Julimonat und ein August, der hinter seinen Erwartungen blieb, machten sich natürlich in den Besucherzahlen bemerkbar. Der Juni war sehr gut besucht wie auch die letzten Sonnentage im September. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Besucher und Umsatzzahlen ähnlich, aber zu einem normalen Jahr, wie es noch in 2019 der Fall war, fehlen noch rund 5000 bis 8000 Besucher“, betont Ziegler. Freibadbeauftragter Sebastian Schilling lobt die „Generation 60+“, die viele tägliche Stammgäste ausmache. Diese älteren Badegäste hätten ein enormes Interesse an der Nutzung der Luca-App gezeigt. Für das kommende Jahr wünsche er sich besseres Wetter und „dass Corona endlich der Geschichte angehört“.

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