Schäden
Regen rückt alles wieder zurecht
In „Schieflage“ sind die Wälder in den letzten Jahren wegen Befalls mit Schädlingen und wegen der Trockenheit geraten. Im Auholz der Gemeinde Untermerzbach sieht es relativ gut aus, wie die Forstbeamten Jürgen Hahn und Wolfgang Gnannt (von rechts) beim Waldgang erläuterten.
In „Schieflage“ sind die Wälder in den letzten Jahren wegen Befalls mit Schädlingen und wegen der Trockenheit geraten. Im Auholz der Gemeinde Untermerzbach sieht es relativ gut aus, wie die Forstbeamten Jürgen Hahn und Wolfgang Gnannt (von rechts) beim Waldgang erläuterten.
Foto: Tanja Zürl
Untermerzbach – Dass es so feucht ist, hilft dem Untermerzbacher Gemeindewald, sich nach den Trockenjahren zu regenerieren. Wie sind die Aussichten?

„Der Regen in letzter Zeit tut den Pflanzen und der Naturverjüngung gut, reicht aber bisher noch nicht aus, den Grundwasserspeicher aufzufüllen“, sagte Forstdirektor Jürgen Hahn beim Waldgang des „Auholzes“, Gemeindewald der Itzgrundgemeinde. Hahn sagte das an einem Tag kurz vor dem extrem heftigen Starkregen. Aber bei der Besichtigung der Gehölze mit dem Forstbeamten und mit Wolfgang Gnannt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) in Schweinfurt, wurde deutlich, dass man insgesamt gesehen mit dem Wald zufrieden sein kann.

Forstdirektor Jürgen Hahn ging eingangs auf die allgemeine Situation des Waldes ein. Zum Vegetationsgutachten sagte er, dass der Verbiss im Bereich des Itzgrundes im Vergleich zu dem Gutachten vor drei Jahren gleich geblieben sei. Wolfgang Gnannt, der Förster vor Ort, verwies auf eine Waldfläche, die mit Kirsche, Ahorn, Linde, Hainbuche, Lärche und Kiefer ein gutes Sammelsurium vieler Baumarten bilde. „Wir haben hier einen guten Mischbestand, den man mit gezielter Pflege weiterentwickeln kann“, sagte der Forstamtsrat. Man müsse sich nur einmal umsehen, mit Blick nach oben und in alle Richtungen, um zu erkennen, dass sich im Auholz die Holzarten unter dem Einsatz von eingezäunten Flächen gut entwickelt hätten.

Überraschende Winterlinde

Die Naturverjüngung sei hier gut gelungen mit Eiche und Buche und vor allem mit der Winterlinde. Dass diese Baumart hier so gedeiht, sei eher selten. Der Eichenbestand stehe über allem, darunter die Buche als begleitende Baumart.

Wie eine grüne Hölle

Im „Auwald“, der „grünen Hölle“, wie es Wolfgang Gnannt (Zweiter. von rechts) formulierte, informierten er und Jürgen Hahn (rechts) die Teilnehmer des Waldgangs in Untermerzbach.
Im „Auwald“, der „grünen Hölle“, wie es Wolfgang Gnannt (Zweiter. von rechts) formulierte, informierten er und Jürgen Hahn (rechts) die Teilnehmer des Waldgangs in Untermerzbach.
Foto: Tanja Zürl

Weiter wurde im Auholz ein etwa 50-jähriger Stangenholz-Baumbestand in Augenschein genommen, wo der Borkenkäfer sein Werk hinterlassen hat und es Windwürfe bei Lärche, Kiefer und Fichte gab. „Dort haben wir die Schadhölzer geräumt und heuer im Frühjahr Weißtannen gepflanzt. Der Regen hat uns hier in die Karten gespielt, so dass wir – ich will es mal so sagen – im positiven Sinn eine grüne Hölle sehen.“ Gnannt zeigte weitere Stellen im Auholz und erklärte:„Die Eichen müssen noch etwas zuwachsen. Die Fichten und Lärchen machen noch einen relativ guten Eindruck.“ Deutlich machte er, dass das nur möglich geworden sei, weil der Zaun die Pflanzungen und die Bäumchen vor Verbiss schütze.

Was sich am Übergang vom Wald zum Acker abspielt

Weiter ging es vom Wald in die Flur. Am Waldrand wurde die Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen besprochen. Diese könne sich auf den Wald auswirken, indem in Hanglagen Oberflächenwasser von Äckern in das tiefer liegende Auholz abfließe. „Das ist in diesem Fall von Vorteil, weil hierdurch der Wald mehr Wasser bekommt und feucht bleibt, als das auf ebenen Waldstücken der Fall ist“, sagte Forstamtsrat Wolfgang Gnannt.

Zum Schluss des Waldganges zogen die Teilnehmer ein Resümee. Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) sagte, was er auch bei vorausgegangenen Waldgängen gesagt hatte, dass in erster Linie der Erhalt des Waldes im Vordergrund stehe, auch wenn das bedeute, dass man wirtschaftlich nicht alles ausschöpfen könne.

Ökologische und nachhaltige Waldbewirtschaftung solle weiter im Vordergrund stehen.

Dietz bedankte sich bei den Forstleuten für die Informationen und für die gute Zusammenarbeit. Für Forstdirektor Jürgen Hahn war diese Besichtigungstour quasi seine Abschiedsvorstellung in der Gemeinde Untermerzbach, da er künftig eine andere dienstliche Aufgabe übernehmen wird. Auch er betonte, in den vielen Jahren sei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Untermerzbach sehr vertrauensvoll gewesen.