Orakel für 2021
Zwiebelorakel kündigt Regen an
Sammelt sich durch das Salz viel Wasser in der Zwiebelschale, so weist das auf viele Niederschläge hin.
Sammelt sich durch das Salz viel Wasser in der Zwiebelschale, so weist das auf viele Niederschläge hin.
Foto: privat
Zeil am Main – Kurt Markert aus Zeil geht seit zwölf Jahren einem alten Brauch nach. Er befragt, heute mit seinen Enkelinnen, das Zwiebelorakel für 2021.

Das Zwiebelorakel ist für die Familie Markert zum Ende des Jahres und zum Neubeginn immer ein wichtiger Eckstein. Denn die Zwiebel sagt, wie das Wetter wird. Kurt Markert sieht Jahr für Jahr eine hohe Trefferquote.

Jetzt könnten Skeptiker einwenden, dass bei solcherlei Aktionen der Kopf im Nachhinein immer irgendwie alles zurechtredet. Aber, nein, Kurt Markert ist überzeugt von seiner Vorhersage. Und mit ihm viele Fans, die Jahr für Jahr auf seine Prognosen warten, um sich bei ihrer Gartenarbeit darauf einzustellen.

In den letzten zwölf Jahren traf das Naturorakel sehr oft zu, bilanziert Markert. Auch für 2020 hatten die gesalzenen Zwiebelschalen wieder zu 70 Prozent Recht, als sie Monat für Monat ein heißes und trockenes Jahr anzeigten.

Das Zwiebelorakel hat Kurt Markert durch einen FT-Bericht über die Bambergerin Irene Hottelmann-Schmitt kennengelernt. Die beschrieb vor Jahren dieses alte Brauchtum.

Wenn man selbst ein Zwiebelorakel befragen will, braucht man dazu eine stabile und wasserfeste Unterlage, auf der die zwölf Monate wie auf einer Uhr in zwölf Segmenten angeordnet sind.

Dann sucht man sich eine schöne Zwiebel aus, die vorzugsweise im eigenen Garten gediehen ist und schneidet sie in der Mitte durch. Zwölf schöne Schalenkuhlen sollte man gewinnen, wenn man die Zwiebelschalen vorsichtig trennt. Die werden jeweils in ein Monatsfeld gelegt. Zu Mitternacht an Silvester kommt in jede Zwiebelschale ein kleines Löffelchen Salz. Das übernehmen bei Kurt Markert die Enkelinnen.

Opa Kurt legt mit Lina und Marie die gesalzenen Zwiebelschalen auf den Jahresring.
Opa Kurt legt mit Lina und Marie die gesalzenen Zwiebelschalen auf den Jahresring.
Foto: privat

Jetzt brauchen die Zwiebeln Ruhe. Und ein wenig Neujahrszauberkraft. Über Nacht zieht jede Schale mehr oder weniger Wasser – am Morgen zeigt dann die Menge des Zwiebelwasser Regen oder Hitze an.

Der Rückblick auf 2020

Kurt Markert prüfte natürlich die Voraussagen für 2020. Hatte das Orakel das Richtige vorhergesagt? Hier der Rückblick:

Januar Die Zwiebel hatte kalt und trocken angezeigt. Tatsächlich gab es an zwölf Tagen Regen und es war zu warm. Aber immerhin noch 60 Prozent richtig.

Februar Schnee und Regen sagte die Zwiebel, tatsächlich gab es 21 Tage mal Regen oder Schnee. 90 Prozent richtig.

März Feucht mit Regen und Schnee, sagte die Zwiebel. Tatsächlich gab es elf Tage Regen, sonst war es trocken mit viel Wind, Sturm und Hagel und sogar Frost bis minus elf Grad. 50 Prozent richtig.

April Feucht und Aprilwetter war prognostiziert. Doch es gab nur fünf Tage Regen; ansonsten war der April viel zu trocken; Aprilwetter hatte sich gleich gar nicht eingestellt. Vielmehr herrschte gleich Sommerwetter mit 24 Grad Wärme; nur zehn Prozent richtig.

Mai Trockenes schönes Maiwetter sagte die Zwiebel und das gab es tatsächlich, noch dazu mit viel Sonne; das Thermometer zeigte auch in diesem Monat bis zu 24 Grad Wärme an; es fielen gerade einmal 40 Liter Regen pro Quadratmeter. 100 Prozent richtig, meint Markert im Rückblick.

Juni Vorhersage: feucht, mal Regen mal Sonne. In der Tat gab es an 15 Tagen Regen, es gab Regen und Sonnenschein und Temperaturen bis 30 Grad. Kurt Markert maß in seinem Garten 102 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und würde meinen: 90 Prozent richtig für das Orakel.

Juli Vorhersage: nass und trocken und Gewitter. An sechs Tagen zählte Markert tatsächlich Regen. Sonst aber schien viel Sonne und es war mit Temperaturen bis zu 36 Grad sehr heiß. 80 Prozent richtig für das Orakel.

August Vorhersage: heiß und trocken und Badewetter. Ja, es war wirklich heiß und trocken, Höchsttemperaturen bis 34 Grad, ein Gewitter zählte Markert und sieht 100 Prozent richtig.

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September Vorhergesagt war trocken und warm sowie Badewetter. Das stimmte, sagt Markert und zählte vier mal Regen. Ansonsten: 90 Prozent richtig.

Oktober Einen trockenen „goldenen Oktober“ hatte die Zwiebel angesagt. Kurt Markert zählte 17 Tage mit Regen, windig war’s und nasskalt. Nein, dieser Oktober war kein echter „goldener Oktober“, allerhöchstens zu 30 Prozent richtig.

November Vorhersage war trocken und kalt. Tatsächlich gab es nur an neun Tagen Regen und Schnee. Sonst war es trocken und zu warm und es gab ein nebliges November-Wetter. Markert meint: 60 Prozent richtig.

Dezember Das trifft auch für den letzten Monat im Jahr zu; auch hier hatte die Zwiebel trocken udn kalt vorhergesagt. Doch es war unter dem Strich zu warm und es gab an 14 Tagen Regen und Schnee. 60 Prozent für das Zwiebelorakel.

Wie wird nun das Wetter 2021?

Die Prognose 2021:

Januar – sehr nass, viel Regen und Schnee

Februar – feucht, Regen und Schnee

März – sehr nass, viel Regen und Schnee

April – trocken; Aprilwetter

Mai – kühl und nass, Regen

Juni – trocken mit leichtem Regen

Juli – sehr nass mit viel Regen und Gewitter

August – trocken und sehr heiß

September – sehr nass mit viel Regen

Oktober – sehr nass mit viel Regen

November – trocken und kalt

Dezember – feucht mit Regen und Schnee