Antrag auf Hilfe
Wohin mit all den Inkontinenzwindeln?
Schätzungen zufolge leiden in Deutschland fünf bis neun Millionen Menschen an Inkontinenz.
Schätzungen zufolge leiden in Deutschland fünf bis neun Millionen Menschen an Inkontinenz.
Foto: Africa Studio – stock.adobe.com
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Breitbrunn – Bei einer Inkontinenz wird die Mülltonne des Betroffenen schnell voll. Die Gemeinde Breitbrunn hat sich deswegen etwas überlegt.

Die Gemeinde Breitbrunn übernimmt zukünftig die Kosten für eine Inkontinenztonne. In dieses Gefäß können Windeln für Erwachsene entsorgt werden. Einmal jährlich bezahlt die Gemeinde die Kosten für die Bereitstellung der Tonne nach Vorlage der Rechnung des Abfallbetriebes Haßberge. 60 Euro sollen den Tonnennutzern rückerstattet werden. Hierzu müssen diese aber einen Antrag stellen und ein ärztliches Attest vorlegen. Diese Regelung ist vorläufig bis Ende 2025 befristet.

Bürgermeisterin Ruth Frank teilte bei der Gemeinderatssitzung den Anlass für diesen Service mit. Es sei ein Antrag auf Übernahme der Kosten für einen behinderten Mitbürger bei der Gemeinde eingegangen. Zu pflegende Personen, die eine Windel tragen müssten, hätten oft das Problem, dass die normale Restmülltonne nicht ausreiche. Eine sogenannte Inkontinenztonne sei hier eine mögliche Variante, den anfallenden Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Die Wahl zwischen einer zweiten Tonne oder einer größeren

Vonseiten des Abfallwirtschaftsbetriebes werde das Attest des Antragstellers alle zwei Jahre neu angefordert. Der Antragsteller habe dann die Wahlmöglichkeit zwischen einer zweiten Restmülltonne mit einem Fassungsvermögen von 60 Litern und dem Austausch der bisher genutzten 60-Liter-Restmülltonne durch eine 120-Liter-Tonne. Dafür berechne der Abfallbetrieb ein Entgelt von 5 Euro pro Monat.

Die Bürgermeisterin informierte, dass auch andere Gemeinden solche Kosten übernähmen. Es sei aber eine freiwillige Leistung, die nur gegeben werde, wenn auch die Voraussetzungen gegeben seien.

Derra: Und was ist mit den Kranken- oder Pflegekassen?

Dazu gab es einige Wortbeiträge. Cynthia Derra unterstrich noch einmal die Bedeutung als freiwillige Leistung. Wenn jemand Hilfsmitteln benötige und bekomme, dann wäre das eigentlich eine Aufgabe der Krankenkasse oder der Pflegekasse. „Deswegen sehe ich das kritisch. Man sollte dies nur befristet gewähren und schauen, ob sich hier bei den Kassen vielleicht noch etwas ändert.“

Bürgermeisterin Frank betonte dazu, „dass es hier nur um einen symbolischen Akt der Gemeinde" gehe. Sie sei nicht dazu verpflichtet. Wegen der Nutzung einer Inkontinenztonne komme sicherlich auch niemand in finanzielle Nöte. Einmütig wurde dann die Regelung bis Ende 2025 beschlossen.

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