Schutzgebiet
Endlich rein und keimfrei!
Damit Junkersdorf in Zukunft verlässlich keimfreies Trinkwasser bekommt, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Damit Junkersdorf in Zukunft verlässlich keimfreies Trinkwasser bekommt, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Foto: Symbolfoto: samopauser/Adobe Stock
Pfarrweisach – In Junkersdorf muss immer wieder das Wasser abgekocht werden. Das ist nicht verwunderlich. Ein Geologe klärte die Gemeinderäte auf.

Die Wasserversorgung in Junkersdorf sorgte in letzter Zeit immer wieder für Probleme. „In diesem Jahr wurden die Bürger des Ortsteils von Pfarrweisach bereits dreimal dazu aufgerufen, das Wasser abzukochen“, sagte Bürgermeister Markus Oppelt bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Grund dafür ist die Quelle, die im Moment die einzige Wasserversorgung für den Ort darstellt. „Quellen, die an der Oberfläche sprudeln, sind im Vergleich zu tiefer liegenden Brunnen eher durch Verkeimung und erhöhte Nitratwerte gefährdet“, sagte Diplom-Geologe Peter Schulheiß, der einen Vortrag hielt, zur Erklärung.

Bewilligung wurde verlängert

Diplomgeologe Peter Schultheiß referierte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag über die Quelle Junkersdorf.
Diplomgeologe Peter Schultheiß referierte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag über die Quelle Junkersdorf.
Foto: Martin Schweiger

Die wasserrechtliche Bewilligung der Quelle Junkersdorf lief Ende 2020 aus. Eine beschränkte Erlaubnis beim Landratsamt bis Ende 2022 war beantragt worden. Zur Erlangung einer wasserrechtlichen Bewilligung über 20 Jahre muss das Trinkwasserschutzgebiet der Quelle neu bewertet werden. Dazu wurde vom Büro GeoTeam, Bayreuth, ein hydrogeologisches Gutachten erstellt, das Schultheiß vorstellte.

Die Quintessenz seiner Ausführungen:

Das bestehende Trinkwasserschutzgebiet der Quelle entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es muss ein neues Schutzgebiet ausgewiesen werden, um alle schädlichen Einflüsse zu minimieren. Das Gebiet würde laut Gutachten bis nach Altenstein (Gemeinde Maroldsweisach) reichen.

Und die Konsequenzen?

Diplomgeologe Peter Schultheiß referierte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag über die Quelle Junkersdorf.
Diplomgeologe Peter Schultheiß referierte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag über die Quelle Junkersdorf.
Foto: Martin Schweiger

Bürger, die in einem Wasserschutzgebiet leben, müssen sich an strenge Vorgaben halten. So müssen beispielsweise Öltanks bei Neubauten doppelwandig sein. Bei Schaf- oder Rinderhaltung auf Wiesen darf die Grasnarbe nicht verletzt werden.

Insgesamt ist das neue Wasserschutzgebiet auf einer Fläche von 0,9 Quadratkilometern geplant. Die nächsten Schritte zur Erlangung einer wasserrechtlichen Bewilligung für weitere 20 Jahre sind Kamera-Befahrung der Wasserfassung vom Quellschacht in Richtung Quelle, eine Bohrung bis zum Grundwasserleiter zur Präzisierung des Einzugsgebiets und Anpassung des Wasserschutzgebiets sowie die Sanierung des Ablaufschachts mit Froschklappe. Bis dies alles erledigt ist, solle ein beschränkte Erlaubnis bis Ende 2024 beim Landratsamt beantragt werden.

Es gäbe Alternativen

Die Quelle Junkersdorf wurde im Jahr 1936 gefasst. Sie schüttet im Mittelwert 70 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr, von denen rund 11 000 Kubikmeter im Jahr als Trinkwasser entnommen werden. Maximal dürften 18 000 Kubikmeter entnommen werden. Der Rest fließt über den Bach ab. Die Schüttung der Quelle sinkt seit Jahren. „Eine Umstellung der Wasserversorgung auf Brunnenwasser wäre teuer“, sagte Oppelt. Eine Alternative wäre der Anschluss an den Wasserzweckverband. Das Gremium beschloss, sich Kostenvoranschläge für eine Bohrung geben zu lassen. Erst wenn verlässliche Zahlen auf dem Tisch lägen, solle eine Entscheidung fallen.

Dann ging es auch noch um die Wasserentsorgung, sprich, das Abwasser. Den Zustand der Kläranlage Rabelsdorf soll ein Gutachter ermitteln. Es geht um die Frage, ob die Anlage mit ihrer Leistung dem Stand der Technik entspricht. Der Gemeinderat beschloss, ein Gutachten (Honorar 2600 Euro) in Auftrag zu geben.