Schutz für Kleinste
Endlich ist das Kind geschützt
Dr. Werner Stubner ging einfühlsam auf die kleinen Impflinge ein und hofft, dass das Kinderimpfen ein Beitrag dazu ist, die Pandemie eines Tages zu beherrschen.
Dr. Werner Stubner ging einfühlsam auf die kleinen Impflinge ein und hofft, dass das Kinderimpfen ein Beitrag dazu ist, die Pandemie eines Tages zu beherrschen.
Foto: Christian Licha
LKR Haßberge – Die beiden Kinderimpftage in Königsberg nutzten über 100 Eltern aus dem Landkreis. Nächste Termine Anfang Januar.

Am Montag startete offiziell das Kinderimpfen im Landkreis Haßberge. An diesem Tag und auch am Dienstag waren die Termine im Impfzentrum Königsberg ausschließlich für Kinder zwischen fünf bis elf Jahren reserviert.

Fabian wagt sich vor

Eines der ersten Kinder, die den speziell für den Nachwuchs abgestimmten Impfstoff von Biontech/Pfizer bekamen, war der neunjährige Fabian, der in einem Knetzgauer Gemeindeteil wohnt. „Meine Eltern haben mich nicht gezwungen, sondern mich gefragt, ob ich mich impfen lassen will“, sagte der Grundschüler und zeigte sich stolz, dass er auch einer der ersten aus seiner Klasse ist, der zukünftig besser gegen das Coronavirus geschützt ist. Seine Motivation beschreibt Fabian mit den Worten, dass er andere schützen will, mit denen er Kontakt hat.

Aus einer Haßberg-Gemeinde waren die Geschwister Erik (7) und Nora (11) mit ihrer Mama nach Königsberg gekommen, um sich ebenfalls impfen zu lassen. Endlich sind die Kinder geschützt: Die Mutter zeigte sich überzeugt, dass die Impfung sehr sinnvoll ist. Schon zwei Mal mussten ihr Sohn und ihre Tochter in Quarantäne, weil sie Kontakt zu positiv getesteten Menschen hatten.

Glücklicherweise haben sich der Bub und das Mädchen aber nicht angesteckt. Beide Youngster freuten sich, einen besseren Schutz gegen Corona zu haben, wenn sie in drei Wochen dann mit einer weiteren Spritze den vollständigen Impfschutz haben.

Ein Familienvater lobte vor Ort die wirklich kindgerechte Organisation im Impfzentrum Königsberg. Schon bei der Anmeldung machte sich das bemerkbar. Zwei Soldaten, die im oberpfälzischen Roding stationiert sind, suchten sofort das Gespräch mit seinem Sohn und es kam sogar ein kleines Gespräch über seine Hobbys zustande.

Besonders freute sich der Junior, als ihm die Bundeswehrler Gummibärchen und ein Set Malstifte überreichten. Auch der Impfarzt ging sehr einfühlsam mit den Kindern um, wie etliche anwesenden Eltern übereinstimmend berichteten.

Am Montag war das der Chirurg Werner Stubner, der früher eine eigene Praxis in Haßfurt hatte und nun in einem Krankenhaus angestellt ist. Zusätzlich verbringe er sehr viel Zeit damit, die Impfaktionen, natürlich auch für Erwachsene, zu unterstützen und dabei aktiv mitzuwirken, erklärte der Mediziner. „Alle kleinen Impflinge haben das weggesteckt mit Elan und Standhaftigkeit„, sagte Stubner zum Verlauf des ersten Tages.

Isolation ist schwere Belastung

Durch Schulschließungen, Einschränkung von Freizeitangeboten und ähnlichem müssen die Kinder viel leiden. Die Kinderimpfung sei ein Beitrag dazu, hoffentlich eines Tages die Pandemie zu beherrschen, so der Impfarzt, der gleichzeitig auch für die Impfungen bei den Erwachsenen warb: „Die Booster-Impfungen laufen gut, aber die Erstimpfungen schleppend.“ Dagegen waren die beiden Kinderimpftage nahezu ausgebucht. Rund 100 Kinder nahmen daran mit ihren Eltern teil. Im Viertelstundentakt ausgelegt, hatte das Team des Impfzentrums besonders viel Zeit für die Jüngsten und die Fragen der Eltern.

Das nächste Kinderimpfen ist für den 1. und 2. Januar in Hofheim geplant, wie das Landratsamt Haßberge mitteilte. Hierfür können die Erziehungsberechtigten ihre Kinder über das Impfportal im Internet anmelden. Der Kinderimpfstoff von Biontech/Pfizer unterscheidet sich in der Dosierung und Handhabung von dem Impfstoff, der ab zwölf Jahren eingesetzt wird. So hat er eine niedrigere Konzentration und ein anderes Injektionsvolumen.

Und so geht es

Comirnaty wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird in der Regel nach drei Wochen gespritzt. Kinder unter zwölf Jahren erhalten nur ein Drittel der Dosis, die bei älteren Kindern und Erwachsenen eingesetzt wird. Die Wirksamkeit des Impfstoffs wurde zur Zulassung in einer Studie mit etwa 2250 Kindern zwischen fünf und elf Jahren untersucht.

Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank demnach durch die Impfung mit Comirnaty deutlich um etwa 91 Prozent. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 Kindern zwischen fünf und elf Jahren, die Vorerkrankungen haben oder Kontakt mit Menschen haben, die sich nicht selbst ausreichend durch eine Impfung schützen können. Darüber hinaus können sich aber auch alle anderen Kinder in dieser Altersgruppe impfen lassen, sofern sie und ihre Eltern dies wünschen.

Die Stiko empfiehlt die Impfung zudem allen älteren Kindern und Jugendlichen und allen Erwachsenen.

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