Gesundheit
Landkreis versichert: Klinik in Ebern bleibt
Das Krankenhaus in Ebern wird neu strukturiert. Der Stadtrat wurde über die Pläne informiert.
Das Krankenhaus in Ebern wird neu strukturiert. Der Stadtrat wurde über die Pläne informiert.
Foto: René Ruprecht
Ebern – Landrat Schneider und Krankenhaus-Vorstand Neubauer informierten den Stadtrat über das künftige Konzept für Ebern.

Mit einem weiterentwickelten Konzept will der Landkreis das Krankenhaus in Ebern langfristig erhalten. Während der Stadtratssitzung am Donnerstagabend gaben Landrat Wilhelm Schneider (CSU) und Wilfried Neubauer, Vorstand der Haßberg-Kliniken, Auskunft über die Pläne. Zum einen sollen Labor und Röntgenabteilung in Ebern erhalten bleiben. Zuletzt seien 5000 bis 6000 Röntgenleistungen pro Jahr erbracht worden, sagte Neubauer.

Ein weiterer Eckpfeiler sei der Ausbau der Kurzzeitpflege, für die im Landkreis ein hoher Bedarf bestehe, sagte Schneider. Hinzu kommen soll die Übergangspflege nach einer Operation. In einem Pilotprojekt sollen diese beiden Bereiche – Operation und Pflege – in Ebern verbunden werden.

Geplant sei, so Neubauer, dass dann auch Krankenschwestern pflegerisch tätig werden sollen. „Warum soll eine Krankenschwester mit dreijähriger Ausbildung nicht auch pflegen können?“, fragte Neubauer rhetorisch. Hier führe man derzeit Verhandlungen mit der bayerischen Krankenhausgesellschaft, dem Gesundheitsministerium und den Kranken- und Pflegekassen. Es sind derzeit 20 Kurzzeit- und zehn Übergangspflegeplätze vorgesehen. Das Behandlungskonzept soll schwerpunktmäßig auf ältere Patienten ausgelegt sein.

Die Abteilung Innere Medizin soll nach der Umstrukturierung über insgesamt 50 Betten verfügen. Der MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum)-Fachbereich Innere Medizin wird vom Ärztehaus in das Krankenhausgebäude umziehen. Der MVZ-Fachbereich Orthopädie-Chirurgie wird innerhalb des Krankenhauses in die OP-Fachräume im Erdgeschoss verlegt. Außer in Ebern sollen auch in Zeil Kurzzeitpflegeplätze entstehen, erfuhr der Stadtrat.

Nicht in Ebern zu halten sei die Abteilung für stationäre Chirurgie, machten Schneider und Neubauer deutlich. Die Fallzahlen seien zu gering, um einen 24-Stunden-Betrieb über sieben Tage in der Woche vorhalten zu können. Der Trend gehe weg von der stationären hin zur ambulanten Behandlung. Die stationäre Chirurgie solle in Haßfurt zentralisiert werden.

Die derzeit 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik Ebern könnten entweder in den Häusern Ebern oder Haßfurt weiterbeschäftigt werden, so Neubauer. Es gebe keine betriebsbedingten Kündigungen. Ebenso wie die stationäre Chirurgie sei auch eine Bereitschaftspraxis nach 18 Uhr oder am Wochenende in Ebern nicht vertretbar. Mit im Durchschnitt einer Person unter der Woche und fünf Fällen am Wochenende sei eine Auslastung nicht gegeben. Dann müsse man eben die 27 Kilometer in die Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Haßfurt fahren. Dies sei zumutbar, sagte Neubauer. Das Fachärzteteam im MVZ Ebern Chirurgie/Orthopädie wurde den Angaben zufolge bereits erweitert.

Die Nachfrage von Zweitem Bürgermeister Harald Pascher (FDP), ob das Krankenhaus Ebern auf Raten geschlossen werde, verneinte Landrat Schneider. Das Haus werde nicht geschlossen, sondern mit 80 Betten zukunftsfähig aufgestellt. Stadtrat Klaus Schineller (Grüne) warf ein, wer Schwimmbäder subventioniere, könne dies auch mit Krankenhäusern tun. Schneider erwiderte, dass es hierbei um andere Dimensionen gehe, nämlich um drei bis vier Millionen Euro jährlich.

Zum jüngsten Hochwasser durch Starkregen in Ebern am 9. Juli sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), dass es weit über ein Jahrhunderthochwasser hinaus gegangen sei. Schäden seien vor allem in der St.-Bruno-Siedlung und im Mühlenviertel aufgetreten. 25 Rückmeldungen über Einzelschäden habe die Stadt bereits erhalten. Der größte Schaden sei in der Realschule aufgetreten. Ein Ölschaden konnte laut Bürgermeister begrenzt werden, so dass der Angerbach und die Kanalisation nicht mit Öl verunreinigt wurden. Hennemann rief die Bevölkerung dazu auf, gemessene Regendaten des 9. Juli an das Bauamt zu melden, um nachweisen zu können, dass es sich um mehr als ein Jahrhundertereignis handelte und um damit an Fördergelder zu kommen. Sein Dank galt den rund 170 Feuerwehrleuten und weiteren Helfern, die im Einsatz waren.

Den Betreibern des Solarparks Unterpreppach wurde einstimmig erlaubt, Mittelspannungskabel zu verlegen, um die Anlage ans Stromnetz anzuschließen. Dabei wird der Bach „Preppach“ gekreuzt.

Ebenso einstimmig beschloss das Ratsgremium den Kauf eines neuen Gerätewagens für die Freiwillige Feuerwehr für die überörtliche Hilfeleistung. Das Fahrzeug ist ohne Wasserkomponente und mit abnehmbarer Seilwinde ausgestattet. Der Landkreis übernimmt die Kosten abzüglich des staatlichen Zuschusses.

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