Hausärztin
Praxisstart in schwierigen Zeiten
Anfang Oktober übernahm Dr. Antonia Tietz die Hausarztpraxis von Dr. Heike Mohler-Riegel am Tränkberg 12 in Haßfurt.
Anfang Oktober übernahm Dr. Antonia Tietz die Hausarztpraxis von Dr. Heike Mohler-Riegel am Tränkberg 12 in Haßfurt.
Foto: Christiane Reuther
Haßfurt – Eine gute Nachricht für die Haßfurter: Die junge Medizinerin Antonia Tietz hat die Praxis am Tränkberg übernommen.

Der Beruf ist ihre Berufung: Dr. med. Antonia Tietz sieht ihren Beruf als Hausärztin als eine glückliche Fügung und eine große Erfüllung. Anfang Oktober übernahm die 32-Jährige die Hausarztpraxis von Dr. med. Heike Mohler-Riegel am Tränkberg 12 in Haßfurt. In der Kreisstadt erlangte die junge Ärztin vor 13 Jahren am Regiomontanus-Gymnasium ihre Hochschulreife. Jetzt schließt sich der Kreis und die Medizinerin kehrt zurück zu ihren Wurzeln.

Antonia Eirich wurde in eine Lehrerfamilie hinein geboren. Die Mutter ist Lehrerin und jetzt Schulleiterin am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt und der Vater Schulleiter an der Walther-Rathenau-Schule in Schweinfurt. Die Entscheidung fiel auf Haßfurt. Ein Praktikum in der Kinderklinik am Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt bestärkte den Wunsch, Medizinerin zu werden.

Sieben Jahre Studium bis zum Staatsexamen

Mit dem erfolgreich abgelegten Abitur in der Tasche bewarb sich Antonia Eirich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg um einen Studienplatz. „Während eines Familienurlaubs erhielt ich die Nachricht, dass ich genommen werde“, erinnert sie sich. Es folgten sieben Jahre Studium bis zum Staatsexamen. Dazwischen absolvierte sie Praktika in mehreren Arztpraxen in den Vereinigten Staaten.

In Hessen absolvierte die Unterfränkin in der Inneren Medizin am Klinikum Kassel ihre Weiterbildung zur Assistenzärztin. Die Approbation zur Ausübung des Berufs als Ärztin war 2015, das Promotionsverfahren endete 2019. Die hausärztliche Fachausbildung erstreckte sich zwei Jahre lang in einer Gemeinschaftspraxis in Gudensberg. Seit Ende März ist Dr. Tietz Fachärztin für Allgemeinmedizin. Anfang Oktober ließ sie sich in Haßfurt nieder. Im vergangenen Jahr hat sie geheiratet.

Die Familie steht hinter ihr

Ihrem Mann spricht Dr. Tietz einen besonderen Dank aus, dass sie zur Ausübung ihres Berufes wieder heimkommen durfte. Denn gemeinsam sei es gelungen, ihrer beide Berufe unter einen Hut zu bringen. Der Praxisalltag sei schon anders als in der Stadt: „Auf dem Land ist man als Hausarzt die erste Anlaufstelle.“

Ein Glücksgriff

Der Kontakt zu Dr. Heike Mohler-Riegel kam über die Mutter von Dr. Tietz zustande. Harald Riegel, der Mann von Dr. Mohler-Riegel ist Lehrerkollege. Für die 61-jährige Ärztin, die ihre Praxis lange Jahre alleine betrieben hatte, war es ein Glücksgriff, dass sich die junge Ärztin auf dem Land niederließ und die Praxis nun weiterführt. Dr. Mohler-Riegel arbeitet im Angestelltenverhältnis weiter in der Praxis, reduziert aber ihre Arbeitszeit.

Seit April war Dr. Tietz in Vorbereitung auf die eigentliche Übergabe Anfang Oktober in der Praxis tätig. In dieser Zeit musste noch großer bürokratischer Aufwand bewältigt werden. Dr. Tietz renovierte grundlegend mit Unterstützung der eigenen Familie die Praxisräume. Frischen Wind will die junge Ärztin auch in den digitalen Bereich bringen. So können mittlerweile Termine online gebucht werden.

Viele Herausforderungen auf einmal

Beruflich stellen momentan die Corona-Pandemie, die Erkältungswelle und die Covid-Impfauffrischungen eine große Herausforderung dar. Die Medizinerin, die viel Ruhe ausstrahlt, erfährt große Dankbarkeit in ihrem Beruf: „Ich gehe mit einem guten Gefühl zur Arbeit und wieder nach Hause“. Das befindet sich momentan noch im Landkreis Schweinfurt. Ziel der Ärztin ist es, langfristig im Haßbergkreis sesshaft zu werden.