Weihe
Bischof Jung ernennt Pfarrer Lutz zum Dekan
Bischof Franz Jung überreichte am 8. Dezember im Kiliansdom in Würzburg  Pfarrer Christian Lutz seine Ernennungsurkunde zum Dekan.
Bischof Franz Jung überreichte am 8. Dezember im Kiliansdom in Würzburg Pfarrer Christian Lutz seine Ernennungsurkunde zum Dekan.
Foto: Markus Hauck, POW
LKR Haßberge – In Würzburg erlebten die Priester einen feierlichen Gottesdienst. Der Thereser Pfarrer Christian Lutz ist einer der neuen Dekane.

Bischof Dr. Franz Jung hat bei einem Gottesdienst am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria am Mittwochabend, 8. Dezember, den neun neuen Dekanen des Bistums Würzburg die Ernennungsurkunden überreicht. Er dankte ihnen für die Bereitschaft, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.

Im Anschluss an das Glaubensbekenntnis legten die Dekane gemeinsam vor Bischof Jung das Versprechen ab, ihren Dienst gewissenhaft und treu zu erfüllen. Im Anschluss überreichte der Bischof die Ernennungsurkunden an Pfarrer Martin Heim (Dekanat Aschaffenburg), Pfarrer Stephan Hartmann (Dekanat Bad Kissingen), Pfarrer Dr. Christian Lutz (Dekanat Haßberge), Pfarrer Gerhard Spöckl (Dekanat Kitzingen), Pfarrer Simon Mayer (Dekanat Main-Spessart), Pfarrer Michael Prokschi (Dekanat Miltenberg), Pfarrer Dr. Andreas Krefft (Dekanat Rhön-Grabfeld), Pfarrer Stefan Kömm (Dekanat Schweinfurt) und Dompfarrer Stefan Gessner (Dekanat Würzburg). Die Amtszeit der Dekane beträgt fünf Jahre.

Es geht um die innere Bereitschaft

In seiner Predigt zog der Bischof eine Parallele zwischen dem Hochfest und den neuen Dekanaten. Die Maria Immaculata werde in künstlerischen Darstellungen noch ohne das Jesuskind auf dem Arm dargestellt. „Aber ihre innere Bereitschaft stellt eine notwendige Vorbedingung dar, um Gott den Weg in diese Welt zu bereiten.“ In ähnlicher Weise sei der Idealzustand mit der Errichtung der neuen Dekanate noch nicht erreicht. „Aber sie umschreiben einen Raum, innerhalb dessen wir uns neu aufstellen wollen“, erklärte Bischof Jung. In den kommenden Jahren werde es darauf ankommen, sich als Kirche zu vernetzen und nach Kooperationspartnern zu suchen, zum Beispiel auch mit Blick auf die Ökumene.

Jung: Ein großer Vertrauensbeweis

Die Wahl zum Dekan sei ein großer Vertrauensbeweis, der den neun Pfarrern entgegengebracht worden sei. „Zugleich sind mit Ihrer Wahl auch die Erwartungen verbunden, dass Sie die Interessen der Gläubigen und Mitarbeitenden vertreten und in die diözesanen Entscheidungsprozesse einbringen.“ Er selbst erwarte von den Dekanen Vorbildfunktion, erklärte der Bischof. „Ihre drei Hauptaufgaben lauten: vernetzen, unterstützen und vertreten.“ Es gehe darum, innerhalb der pastoralen Räume des Dekanats zu vernetzen, zu unterstützen, wo Hilfestellung von außen erforderlich sei, und zu vertreten, um auf Ebene des Landkreises oder der kreisfreien Städte das Dekanat zu repräsentieren.

Bischof Dr. Franz Jung überreicht im Kiliansdom in Würzburg den neuen Dekanen ihre Ernennungsurkunde.
Bischof Dr. Franz Jung überreicht im Kiliansdom in Würzburg den neuen Dekanen ihre Ernennungsurkunde.
Foto: Markus Hauck, POW

Ihm sei sehr bewusst, dass die Aufgabe als Dekan neben den gewohnten seelsorglichen Aufgaben „in diesen bewegten Zeiten“ eine echte Herausforderung sei, sagte der Bischof. Die neuen Dekanatsbüros seien dazu da, den Dekanen zur Hand zu gehen. Außerdem stünden das Dekanatsteam der Hauptamtlichen sowie das Dekanatsforum der Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite.

„Jeder Neubeginn hat seine eigene Dynamik“, hob der Bischof hervor. Es bestehe die Gefahr, sich nur noch mit den eigenen Problemen zu befassen. „Die Maria Immaculata erinnert uns immer neu daran, nicht auf uns zu schauen, sondern den Blick auf Christus zu richten. Um seinetwillen gibt es die Kirche.“

Wer sind die Dekane in der katholischen Kirche?

Die Dekane sind Priester, die einem Dekanat, das heißt einem vom Bischof festgelegten Zusammenschluss mehrerer benachbarter pastoraler Räume, vorstehen und es im Auftrag des Bischofs und im Zusammenwirken mit dem Dekanatsteam leiten. Ziel des Dekanats ist es, die Seelsorge durch gemeinsames Handeln zu fördern. Das geschieht unter anderem durch die Vernetzung der pastoralen Räume untereinander, die Vertretung der Diözese im Dekanat beziehungsweise des Dekanats gegenüber der Diözese und anderen gesellschaftlichen Größen, die Pflege ökumenischer Kontakte auf Dekanatsebene sowie die Behandlung interreligiöser Fragen.

Unterstützt werden die Dekane durch verschiedene Ämter und Dienste. So ist in jedem Dekanat ein Dekanatsbüro eingerichtet, in dem zudem jeweils ein Verwaltungsreferent die pastoralen Räume unterstützt. Ein Dekanatsteam berät jeweils den Dekan bei aktuellen Fragen und Thematiken. Es tagt mindestens sechsmal pro Jahr. Ihm gehören neben dem Dekan ein oder mehrere Stellvertreter(innen) an, ein(e) Vertreter(in) der Laienräte, ein(e) Vertreter(in) der Seelsorger(innen), der/die Leiter(in) des Dekanatsbüros sowie ein weiteres Mitglied, das vom Dekanatsteam berufen werden kann.

Weitere beratende Gremien sind das zweimal im Jahr tagende Dekanatsforum und die Pastoralkonferenz. Dem Dekanatsforum gehören außer dem Dekan Vertreter(innen) aus den jeweiligen Räten in den Pastoralen Räumen, Moderatoren oder Kuratoren der Pastoralen Räume, je ein(e) Vertreter(in) der Seelsorger(innen) und des Orts- und Kreiscaritasverbands, außerdem maximal drei Vertreter(innen) kirchlicher Verbände und Vereine sowie bis zu einem Viertel weiterer Personen aus der Gesamtzahl der Mitglieder an. Letztere können von den gewählten und amtlichen Mitgliedern hinzugewählt oder berufen werden. Die jährlich tagende Pastoralkonferenz setzt sich aus den haupt- und nebenamtlichen Seelsorger(inne)n, weiteren in den Pastoralteams eingesetzten Mitarbeiter(inne)n, dem/der Leiter(in) des Dekanatsbüros sowie einem/einer Vertreter(in) des Laiengremiums auf Dekanatsebene zusammen.