Kultur
Starke Frauen kommen zu Ehren
Bürgervereinsvorsitzender und Museumsdirektor Ingo Hafenecker würdigte das Engagement von Sibylle Kneuer (links) und Inge Günther (rechts). Beide Frauen sind neue Ehrenmitglieder des Vereins.
Bürgervereinsvorsitzender und Museumsdirektor Ingo Hafenecker würdigte das Engagement von Sibylle Kneuer (links) und Inge Günther (rechts). Beide Frauen sind neue Ehrenmitglieder des Vereins.
Foto: Helmut Will
Ebern – Der Bürgerverein Ebern hat beiden Frauen viel zu verdanken. Heute betreibt er „das aktivste von Laien geführte Heimatmuseum“ in Unterfranken.

Sibylle Kneuer und Inge Günther sind neue Ehrenmitglieder beim Bürgerverein Ebern. Damit werden ihre Verdienste um das Heimatmuseum gewürdigt, wie Vorsitzender und Museumsdirektor Ingo Hafenecker bei einer Feier in der Rathaushalle Ebern sagte. Garniert war die Veranstaltung mit einem kurzweiligen Vortrag von Kreisheimatpflegerin Christine Tangermann über starke Frauen in Ebern und Liedern des „Duos Januela.“

„Es ist gut, dass wir heute, im Jahr des 125-jährigen Bestehens des Heimatmuseums, Frauen in den Mittelpunkt stellen, die in Ebern bekannt waren“, sagte Tangermann. In eine Reihe historischer Persönlichkeiten stellte sie auch Erika Zucker, die gegenüber des Heimatmuseums wohnte. „Sie wusste alles in und um Ebern, half vielen, eine Wohnung zu finden und gab manchen zu essen. „Da fragen sie doch mal die Erika, war die Antwort, wenn jemand in Ebern etwas wissen wollte“, so Christiane Tangermann. Sie sei ein lebendes Lexikon gewesen. Der Frauenanteil im Vorstand des Bürgervereins betrage derzeit 33 Prozent.

Immer zur Stelle

Mit der Wahl von Inge Günther in den Vorstand habe der Bürgerverein im Jahr 2005 einen „Sechser im Lotto“ gezogen, sagte Hafenecker. Zusammen mit Edeltraud Hofmann habe sie den „verknöcherten Männernhaufen“ aufgemischt und den Veranstaltungen eine neue Dimension und eine besondere Note gegeben. Günther sei für die Verköstigung der Besucher bei vielen Anlässen zuständig gewesen, war im im Verkaufsstand und bei den Vor- und Nacharbeiten immer zur Stelle, so Hafenecker. Bei 14 Ausstellungen habe Inge Günther bei Planung und Ausführung mitgewirkt. Und die Strickabende im Heimatmuseum, die über Jahre auch zur Integration von Flüchtlingsfrauen beitrugen, seien ihr verdienst.

Ein Glücksfall

Sybille Kneuer sei nicht nur ein Glücksfall für das Heimatmuseum, sondern für den gesamten Landkreis, dessen Kulturlandschaft sie ungemein befruchte. Er sei Landrat Rudolf Handwerker noch heute dankbar, dass dieser 1992 reagierte und gemeinsam mit dem damaligen unterfränkischen Bezirksheimatpfleger Dr. Reinhard Worschech Sybille Kneuer eingestellt habe, mit dem Auftrag, einen Konzeptvorschlag für die Museen des Landkreises zu erstellen. Sie habe dem Bürgerverein für das Museum „Wege aufgezeigt, die wir gehen mussten und die uns letztlich dahin geführt haben, wo wir heute stehen, nämlich das wohl aktivste von Laien geführte Heimatmuseum im ganzen Regierungsbezirk Unterfranken zu sein“, sagte Ingo Hafenecker.

Kneuer stand dem Verein immer mit Rat und Tat zur Seite. 1999 habe sie mit der Sonderausstellung „Das Häfnerhandwerk in Ebern“ eine der bislang besten Ausstellungen im Heimatmuseum konzipierte. Sie habe bei Ausstellungen und der Eröffnung der Xaver-Mayr-Galerie im Jahr 2014 wichtige Reden gehalten und das Leben und Wirken des Eberner Malers Adolf Vogel wissenschaftlich erforscht.