Gesundheitsschutz
Augsfeld: Badeverbot wegen Blaualgen
Schon im Jahr 2017 musste der Kleidersee bei Augsfeld  für den Badebetrieb gesperrt werden, weil sich dort Blaualgen ausgebreitet hatten.
Schon im Jahr 2017 musste der Kleidersee bei Augsfeld für den Badebetrieb gesperrt werden, weil sich dort Blaualgen ausgebreitet hatten.
Foto: Archiv/Andreas Lösch
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Augsfeld – Im Kleidersee bei Augsfeld haben sich Blaualgen ausgebreitet. Das Gesundheitsamt Haßberge verhängt ein Badeverbot.

Im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes werden die Badegewässer im Landkreis regelmäßig auf ihre hygienische Situation und auf das Vorliegen von Blaualgen überprüft. Im Kleidersee Augsfeld wurden laut einer Mitteilung aus dem Landratsamt Haßberge Blaualgen festgestellt. Deshalb wurde am Freitag, 2. September, vom Gesundheitsamt ein Badeverbot für den See ausgesprochen. Die Stadt Haßfurt hat bereits entsprechende Hinweisschilder aufgestellt.

Zu erkennen sind Blaualgen an grünlichen Schlieren und Algenteppichen an der Wasseroberfläche. Blaualgen sind der Mitteilung zufolge große Ansammlungen an Cyanobakterien, von denen einige giftige Wirkstoffe bilden können. Die Algen entstehen im Sommer bei hohen Wassertemperaturen in Seen und Teichen und kommen vor allem in nährstoffreichen Gewässern vor. Durch das Algenwachstum wird die Sichttiefe des Badegewässers deutlich verringert, was zu Gefährdungen für Badende führt.

Gefahr für die Gesundheit

Bei Kontakt mit Blaualgen können Reizungen der Haut, der Schleimhaut und der Augen auftreten. Auch zu Ohrenschmerzen kann es kommen. Das Verschlucken des Wassers kann zu Übelkeit, Durchfall sowie Erbrechen führen. Bei Auftreten dieser Symptome wird geraten, den Hausarzt aufzusuchen. Von der Gefahr könnten vor allem Kleinkinder bedroht sein, die im Uferbereich mit der schlierigen „Algenblüte“ (das sind meist durch Wind in einen Bereich des Sees getriebene, deutlich sichtbare Blaualgenschichten) in Kontakt kommen.

Geringe Sichttiefe

Doch nicht nur giftige Substanzen stellen ein Risiko dar: Weil sich durch den Algenwuchs die Sichttiefe deutlich verringert, verschlechtert sich allgemein die Badesicherheit im See, etwa weil mögliche Hindernisse im Wasser nicht mehr zu erkennen sind. Die Sichttiefe im Kleidersee betrug den Angaben zufolge bei der Feststellung der Blaualgen teilweise weniger als zehn Zentimeter.

Die Vorgänger heutiger Blaualgen hatten Wissenschaftlern zufolge vor Milliarden von Jahren maßgeblich an der Bildung einer sauerstoffhaltigen Erdatmosphäre und des Sauerstoffgehalt in den Ozeanen beigetragen. Es sind keine Pflanzen, sondern Bakterien, die durch ihre blau-grüne Färbung den Anschein erwecken, es handle sich um Algen im klassischen Sinn. Ähnlichkeiten gibt es aber, denn die Cyanobakterien betreiben wie Pflanzen Photosynthese und setzen Sauerstoff frei.

Bis auf Weiteres

Durch das Gesundheitsamt werden Proben entnommen und zur weiteren Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übersandt. „Sofern die Untersuchungen keine Grenzwertüberschreitungen ergeben und das Algenwachstum beendet sein wird bzw. die Sichttiefe deutlich mehr als einen Meter beträgt, kann das Badeverbot wieder aufgehoben werden“, heißt es.

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