Schlepper-Vielfalt
Fast ein Jahrhundert alte Bulldogs sind die Schau
Oldtimer-Bulldog-Schau in Kleinsteinach
Ein „Motorpferd“ aus dem Jahr 1924 war das älteste Ausstellungsstück.
Foto: Martin Schweiger
F-Signet von Martin Schweiger Fränkischer Tag
Kleinsteinach – Es gibt rührende Momente: Die Bulldog-Oldtimer-Ausstellung in Kleinsteinach weckt Erinnerungen bei den Besuchern.

Eine 86-jährige ehemalige Landwirtin zückt einen Geldstein und steckt ihn Georg Lindner zu. Aus Dankbarkeit, erfährt er von der alten Frau. Sie schwelgt in Erinnerungen. Großväter erkennen Sachs-Motoren wieder, die in einigen Fahrzeugen eingebaut sind. „Die haben wir damals in Schweinfurt zusammengebaut“, können sie stolz ihren Enkel erklären.

Die Organisatoren freuten sich über eine Riesenmenge an Besuchern am Sonntag.
Die Organisatoren freuten sich über eine Riesenmenge an Besuchern am Sonntag.
Foto: Martin Schweiger

„Wir wurden überrannt und leer gefressen. Es war der Wahnsinn“, lautet das Fazit von Cheforganisator Georg Lindner, der das 10. Oldtimer-Bulldog-Treffen am vergangenen Wochenende zusammen mit anderen Mitstreitern organisiert hat. „Ein paar Tausend Besucher“ seien gekommen, schätzt er. 207 „fremde“ Bulldogs habe er gezählt. Insgesamt seien um die 250 Exemplare ausgestellt worden.

Erst Wetterchaos, dann kam die Besserung für die Bulldog-Oldtimer-Veranstaltung

Dabei war der Anfang alles andere als vielversprechend. Am Freitag zog ein Gewittersturm über das Festgelände am Sportplatz des FC Kleinsteinach. Es regnete innerhalb kurzer Zeit 22 Liter vom Himmel. Ein Pavillon wurde zerstört. „Wir waren alle geknickt“, erinnert sich Lindner. Doch die Trübsal verflog schnell.

Oldtimer-Bulldog-Schau in Kleinsteinach
Lanz Bulldog-Oldtimer
Foto: Martin Schweiger

Doch dann spielte das Wetter mit. Nicht nur die ältere Generation begutachtete die Schlepper, mit denen sie noch teilweise ihr Geld verdient hat. Auch junge Menschen waren vor Ort. „Alle Generationen waren vertreten“, sagt Lindner.

Lob für die Organisation habe es von allen Seiten gegeben.

Es gab noch Schlepper aus der amerikanischen Besatzungszone

Das älteste Stahlross war ein „Motorpferd“ aus dem Jahr 1924 – ein MWM, hergestellt in den Motorenwerken Mannheim. Auch er wurde von Lindner mit Mikrofon den Besuchern vorgestellt und drehte seine Runde auf dem Sportgelände. Eine weitere Besonderheit waren Schlepper mit schwarzem Nummernschild und weißer Schrift. Die Kennzeichen begannen mit „AB“. Sie kamen jedoch nicht aus Aschaffenburg, sondern wurden noch in der Amerikanischen Besatzungszone Anfang der 1950er Jahre zugelassen. Die Besitzer hatten es sein lassen, die Nummernschilder bis zum Jahr 1954 zu wechseln.

Oldtimer-Bulldog-Schau in Kleinsteinach
Ein holzgeschnitzter Bulldog wurde als dritter Preis vergeben.
Foto: Martin Schweiger

Bei der Preisverlosung ging der erste Preis, ein Massey-Ferguson-Schlepper, nach Opferbaum. Der zweite Preis, ein Anhänger, fand einen neuen Besitzer aus Hohnhausen (Markt Burgpreppach). Der dritte Preis, ein holzgeschnitzter Modell-Bulldog, blieb in Kleinsteinach.

Oldtimer-Bulldog-Schau in Kleinsteinach
Fahrrad aus dem Jahr 1884 ohne Freilauf mit Hartgummireifen
Foto: Martin Schweiger

Manch ein Aussteller hatte eine weite Anreise zurückgelegt. Die Gäste kamen aus Thüringen, Hessen oder dem Taubertal. Sogar ein Westfale aus Bochum stellte sich bei Lindner vor.

Oldtimer-Bulldog-Schau in Kleinsteinach
Fendt-Schlepper aus dem Jahr 1948
Foto: Martin Schweiger

„Es war ein rundum gelungenes Fest für alle Generationen“, resümiert Lindner. Er und die anderen Macher, von denen die meisten über 70 Jahre alt sind, seien nun erst mal geschafft.

Nächstes Jahr soll das „Dreschfest“ in Stadtlauringen steigen. In zwei Jahren könnte wieder ein Oldtimer-Bulldog-Treffen in Kleinsteinach stattfinden. Versprechen will Lindner das jedoch nicht.

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