Reise
Während der Golfkrise in Ägypten
Walter Bieber erinnert sich gerne an seine Ägyptenreise und die Erlebnisse vor Ort.
Walter Bieber erinnert sich gerne an seine Ägyptenreise und die Erlebnisse vor Ort.
Foto: Gerold Snater
F-Signet von Gerold Snater Fränkischer Tag
Königsberg in Bayern – Der 90-Jährige Königsberger Walter Bieber blickt auf ein erfülltes Leben zurück. In Nordafrika hatte er besondere Erlebnisse.

Walter Bieber in Königsberg ist im Mai 90 Jahre alt geworden. Ein langes Leben, in dem er auch viel gereist ist. Zig Male war er in der ganzen Welt unterwegs und hat mit seiner Frau Elisabeth fast alle Kontinente erkundet. 40 Flüge waren es insgesamt, berichtet er. Zählt er die zurückgelegten Flugstrecken zusammen, ist er mehr als zwei Mal um unseren Erdball geflogen. Viele Erinnerungen an all diese Reisen sind geblieben.

An eine denkt er besonders gerne zurück − die war während der Golfkrise im Jahr 1990. Die ganze Welt hielt damals den Atem an. Es drohte ein Weltkrieg. Das hielt Bieber aber nicht davon ab, zusammen mit seiner Frau die gebuchte Reise nach Ägypten anzutreten. Und noch heute, über dreißig Jahre danach, schwärmt er davon. Dreißig Teilnehmer waren es insgesamt.

15 Tage entlang des Nils

Zusammengekommen waren diese aus dem gesamten Bundesgebiet, da viele Reisewillige ihre Reise auf Grund der Umstände storniert hatten. Es ging 15 Tage den Nil entlang.

Begonnen wurde in Kairo. Anschließend ging es zunächst mit dem Bus durch die Libysche Wüste, in Hammach bestiegen sie das Schiff und fuhren den Nil aufwärts. Ziele der Reise waren unter anderem der Tempel „Abu Simbel“ von Ramses II. Er hat eine Breite von 35 Metern und eine Tiefe von 65 Metern.

Unvorstellbar war für die beiden Reisenden, dass dieser Tempel und der daneben stehende Nefertari-Tempel, um ihn vor der Überflutung durch den Bau des neuen Assuan-Staudamms zu bewahren, um 64 Meter höher und 180 Meter zurückversetzt wurde. Die Denkmäler wurden zersägt und an der neuen, sicheren Stelle wieder aufgebaut.

Noch einmal gut gegangen

Dass Bieber und seine Frau durch das neugierige und unvorsichtige Aufsuchen einer offen stehenden Stahltür, die hinter ihnen plötzlich ins Schloss fiel, eingeschlossen wurden, lässt Walter Bieber heute noch erschaudern. Was wäre wohl gewesen, wenn keiner ihr lautes Klopfen an der Tür gehört hätte? Darüber denken die Biebers heute noch manchmal nach.

Absoluter Höhepunkt ihrer Reise waren zweifelsohne die Cheopspyramide am Stadtrand von Gizeh sowie der über sieben Meter hohe und 57 Meter lange Sphinx und die Chefren- und Mykerinospyramide. „Es gibt sicher Besucher, die sich keine Gedanken darüber machen, auf welche Art und Weise die Pharaonen der IV. Dynastie vor 4700 Jahren die gewaltigen Steinblöcke, geschätzt 2,3 Millionen, aus den Steinbrüchen herausgebrochen, behauen, transportiert und auf eine Höhe von 146 Meter gehoben haben“, sagt Bieber. Nach dem Höhepunkt ging es für das Ehepaar alsbald wieder zurück in die Heimat.

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